✦ VOM AUTOR ✦


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Es ist Nacht. Diejenige, in der die Luft klarer wird und die Stille schwerer. In der draußen ein Stern hängt und es wirkt, als würde er dich ansehen – als wüsste er, dass du wieder über jene schreibst, die du nie wirklich loslassen konntest.

Ich dachte, dass ich nach „Verloren in der Unendlichkeit. – Sieben Spiegelungen –“ diese Geschichte abschließen könnte. Doch kaum wurde es dunkel, kehrten ihre Stimmen zurück. Nicht laut – fast unhörbar, wie Schritte auf kaltem Metall, wie Atem in der Leere.

Ich erinnere mich zu deutlich an sie. Daran, wie sie am Feuer saßen, wie sie in den Himmel blickten, wie sie versuchten, einander nicht zu zeigen, dass sie Angst hatten. Ich erinnere mich daran, wie jeder von ihnen nachts hinaustrat, nur um unter den Sternen zu stehen und so zu tun, als wartete er auf irgendeine Antwort – obwohl er in Wahrheit auf… Alisa wartete.

Ich stand daneben. Ich hörte ihre Gespräche, ihr Lachen, das aus Müdigkeit geboren wurde, ihr Schweigen, das schwerer war als jedes Wort. Und vielleicht gerade deshalb konnte ich sie nicht dort lassen – in jener Stille, in jenem Warten, in jener Unendlichkeit, die niemanden schont.

Ich war ihnen zu nah. Ich hatte zu viel mit ihnen geteilt. Zu viel über mich selbst verstanden, während ich sah, wie sie zu den Sternen aufblickten. Und jetzt, da die Nacht wieder gegen die Fenster drückt, verstehe ich: Ich schreibe nicht, weil ich muss. Ich schreibe, weil sie sonst verschwinden würden. Und ich – mit ihnen.

Dieses Buch ist keine Erzählung darüber, was als Nächstes geschieht. Es ist ein Versuch, festzuhalten, was mir keine Ruhe lässt, was mich nicht schlafen lässt. Ein Versuch, das aufzuschreiben, was sonst in der Nacht verloren ginge. Ein Versuch, ihre Schritte, ihren Atem, ihr Licht zu bewahren.

Ich weiß nicht, ob jemand anderes diesen leisen Ruf hören wird. Aber wenn Sie dieses Buch geöffnet haben, dann hören Sie ihn ebenfalls. Und vielleicht wollen auch Sie nicht, dass sie verschwinden. Vielleicht wissen auch Sie, wie schmerzhaft es sein kann, jene zu lieben, die zwischen den Sternen gehen.


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✦ Talven Aris ✦

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