Robert Silverberg Der neue Frühling

Prolog

Die Sterne des Todes waren erschienen, immer wieder waren sie gekommen, durch hunderttausend Jahre hin, und waren als Kehricht eines vagabundierenden Gestirns bei seinem Durchgang durch die äußeren Regionen des Sonnensystems auf die Erde gefegt worden. Sie brachten eine Zeit nicht enden wollender Dunkelheit und Kälte. Derlei geschah alle sechsundzwanzig Millionen Jahre immer wieder, und es gab dagegen keine Abhilfe. Doch nun war all dies vorbei. Die Todessterne regneten endlich nicht mehr nieder, das Firmament des Himmels klärte sich von Staub und Asche, und die Sonnenwärme vermochte wieder durch die Wolken herabzustrahlen. Die Gletscher entließen die Erde aus ihrem eisigen Würgegriff; der Lange Winter nahm ein Ende, und der Neue Frühling setzte ein. Die Welt wurde neu geboren.

Nunmehr war jedes neue Jahr wärmer als sein Vorgänger. Die hellen Jahreszeiten des Frühlings und Sommers, deren die Welt so lange bar gewesen, kehrten mit wachsender Macht zurück. Und das VOLK der MENSCHEN, das die Zeiten der Finsternis in versiegelten Kokons überdauert hatte, begann nun damit, sich rasch über das fruchtbare Land auszubreiten.

Dort aber wohnten bereits die Anderen. Die Hjjk, das düstere kaltäugige Insektenvolk, war nie zurückgewichen, nicht einmal in den Zeiten der tiefsten Kälte. Und so war ihnen, mangels andrer Wettstreiter, die Erde anheimgefallen, und siebenhunderttausend Jahre lang waren sie allein Herren und Meister gewesen. Und es war wenig wahrscheinlich, daß sie die Herrschaft nun fröhlichen Herzens mit anderen teilen würden.

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