1. Der Begriff «Atheismus» unterlag in der geschichtlichen Entwicklung unterschiedlichen Deutungen und Anwendungen. In den schriftlichen Zeugnissen der Religionsgeschichte mangelt[142] es nicht an Hinweisen, daß er in polemischer und diskriminierender Absicht zur Kennzeichnung von Menschen, Stämmen, Völkerschaften verwendet wurde, die den Glauben an Gott überhaupt bzw. an den Gott (oder die Götter) einer bestimmten Religion ablehnten. In der altgriechischen philosophischen Tradition, aus der sich das Wort «Atheismus» herleitet, fand der Begriff «Atheismus» Anwendung auf die Nichtanerkennung der Götter des Staatskultus (Platon, Gesetze X). In der christlichen Tradition des Mittelalters und der Neuzeit wird er – dem Ausschließlichkeitsanspruch zufolge[143], den das Christentum mit nahezu jeder Religion teilt – sowohl auf fremdreligiösen Glauben, auf Häresien wie auf die bewußte Leugnung und Bestreitung jeglicher Gottesvorstellung bezogen. Im Sinne der Leugnung einer personalen Gottesvorstellung wird in der bürgerlich-christlichen Religionsgeschichtsschreibung neuerer Zeit vielfach der Buddhismus und der chinesische Taoismus als atheistisch bezeichnet.
Auf den Errungenschaften der Naturwissenschaften baute der bürgerliche Atheismus des französischen Materialismus des 18. Jahrhunderts (Diderot, Holbach, Lamettrie, Helvétius) auf. Seine Zeit war gekennzeichnet durch die Vorbereitung der klassischen bürgerlichen Revolution. Der Kampf gegen die religiöse Weltanschauung und den Klerikalismus erlangte dadurch große Breite und besondere Schärfe und nahm auf dem Boden des philosophischen Materialismus einen ausgesprochen streitbaren atheistischen Charakter an. In ihrer Kritik entlarvten die französischen Materialisten die Kirche und Religion als die wesentlichste ideologische Stütze des Despotismus und der Tyrannei, die durch die von ihr vertretene Weltanschauung Unwissenheit verbreitet, die Menschen einschläfert und zu einer sklavischen Unterwürfigkeit[144] erzieht, die der Quell aller sozialen Übel sei. Sie prangerten die Gewinnsucht der Aristokratie und des Klerus sowie den religiösen Betrug, der am Volk verübt wurde, an und unterstrichen die Verlogenheit der religiösen Moral. Ihre durch Tatsachen untermauerte Kritik machte die in den unteren Gesellschaftsschichten herrschenden Empörung gegen Kirche, Klerus und Aristokratie bewußt und zielstrebig[145] und trug zur Einigung der in Bewegung befindlichen antifeudalen Kräfte bei. Sie erschütterte die Grundlagen und die Autorität der herrschenden feudal-klerikalen Ideologie und bereitete den Boden für das Eindringen materialistischer und bürgerlich-demokratischer Anschauungen in das Bewußtsein der unterdrückten Klassen. Ihre «streitlustige, lebendige, talentvolle, geistreiche und offen das herrschende Pfaffentum attackierende Publizistik» (Lenin) war, trotz verschiedener vorwissenschaftlicher und naiver Vorstellungen, die sie enthielt, eine der bedeutendsten ideologischen Erscheinungen der Vorbereitungszeit der französischen bürgerlichen Revolution.
2. Die atheistischen Ideen des französischen Materialismus blieben nicht ohne Einfluß auf das deutsche Geistesleben zu Ausgang des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts; sie wirkten weithin nach[146], obwohl sich die zur Macht gelangte französische Bourgeoisie sehr bald von den materialistischen und atheistischen Traditionen ihres antifeudalen Kampfes lossagte.
Prinzipielle Schärfe gewann der Kampf gegen die bestehende Religion in Deutschland zu Beginn der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts, als sich die Kräfte der bürgerlichen Revolution von 1848 zu formieren begannen. Hier bereitete die Theorie der Mythenbildung der Evangelien, die D.F. Strauß entwickelte, und die von B. Bauer und G.F. Daumer geführte Richtung der historischen Bibelkritik das Terrain[147] für die offen materialistisch-atheistische Religionskritik Feuerbachs.
Der Materialismus der russischen revolutionären Demokraten (Belinski, Dobroljubow, Herzen, Ogarjow, Tschernyschewski), der von Feuerbach beeinflußt war, trug scharf atheistischen Charakter. Die russischen revolutionären Demokraten stellten die Religionskritik bewußt in den Dienst der bäuerlich-demokratischen antizaristischen Bewegung, wobei sie sich auf die bisherigen Ergebnisse des Atheismus der vorangegangenen Zeit in bezug auf die Rolle und die Herkunft der Religion stützten. Sie gelangten jedoch ebensowenig wie Feuerbach über die prinzipiellen Schranken des bürgerglichen Atheismus hinaus. Diese bestanden vor allem darin, daß die Religion lediglich als Bewußtseinsphänomen betrachtet wurde. Deshalb erblickten diese Materialisten auch in der weltanschaulichen Aufklärung die Hauptmethode des Kampfes zur Überwindung von Religion und abergläubischer Befangenheit[148]. Sie vermochten nicht – und das war eine unvermeidliche Konsequenz ihres Verharrens auf idealistischen Positionen auf dem Gebiet der Gesellschaftsbetrachtung – die objektiven sozial-ökonomischen Wurzeln, die Klassenbedingtheit aller Religion aufzudecken, denn das hätte die Aufhellung des Ausbeutungscharakters der kapitalistischen wie jeder Klassengesellschaft erfordert. Das war vom Standpunkt der bürgerlichen Klasse, deren fortgeschrittene ideologische Vertreter sie waren, nicht vollziehbar.
3. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wird der bürgerliche Atheismus durch den von Marx und Engels begründeten proletarischen Atheismus überwunden.
Der proletarische Atheismus beruht auf dem gesicherten wissenschaftlichen Fundament der marxistisch-leninistischen Philosophie, dem dialektischen und historischen Materialismus, dessen Konsequenz und untrennbarer Bestandteil er ist. Der proletarische, wissenschaftliche Atheismus deckt zum ersten Male in der Geschichte der Auseinandersetzung mit der Religion konsequent deren sozial-ökonomische und erkenntnistheoretische Wurzeln auf. Er sieht die Religion als Folge des primitiven Entwicklungsstandes der Produktivkräfte in der widerspruchsvollen Entwicklung in den Klassengesellschaften und widerlegte durch historische und erkenntnis-theoretische Untersuchungen (in die die positiven Resultate des bürgerlichen Atheismus und der bürgerlichen Religionskritik Aufnahme fanden[149]) die theologischen Behauptungen vom göttlichen Ursprung, von der Ewigkeit und dem allgemeinmenschlichen Charakter der Religion.
Als Grundzug der revolutionären wissenschaftlichen Weltanschauung der Arbeiterklasse erblickt der proletarische Atheismus jedoch primär in den sozial-ökonomischen Bedingungen der Ausbeutergesellschaft die Wurzeln der Religion und des religiösen Aberglaubens: «Die soziale Unterdrückung der werktätigen Massen, ihre scheinbar völlige Ohnmacht gegenüber den blind waltenden Kräften des Kapitalismus, der den einfachen arbeitenden Menschen täglich und stündlich tausendmal mehr entsetzlichste Leiden und unmenschlichste Qualen bereitet als irgendwelche außergewöhnlichen Ereignisse wie Kriege, Erdbeben usw. – darin liegt heute die tiefste Wurzel der Religion» (Lenin, Werke, 15, 408). Was für den Kapitalismus in besonderem Maße, gilt entsprechend für die gesamte geschichtliche Periode der auf Ausbeutung und Unterdrückung der Volksmassen beruhenden Klassengesellschaft. Die Charakterisierung der Religion als des «illusorischer Glücks» (Marx) entschleiert sowohl in der sozialen Unterdrückung, Niederhaltung[150] der Mehrheit der Gesellschaft die Hauptursache der Religion, wie sie zugleich eine konsequent revolutionäre Orientierung auf die Beseitigung aller gesellschaftlichen Verhältnisse gibt, «in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen» ist (Marx).
4. Der proletarische Atheismus zeigt mit der Orientierung auf den revolutionären Kampf zur Beseitigung der Ausbeuterordnung – bei dem die führende Kraft die revolutionäre Arbeiterklasse unter Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei ist – die Perspektive völlig neuer Beziehungen der freien, gleichberechtigten Menschheit der entwickelten sozialistischen Gesellschaftsordnung: Die Religion wird aus dem Leben der Gesellschaft schwinden[151], «wenn die Gesellschaft durch Besitzergreifung und planvolle Handhabung[152] der gesamten Produktionsmittel sich selbst und alle ihre Mitglieder aus der Knechtung befreit hat» (Marx, Engels, Werke, 20, 295). Hierdurch gewinnt auch die weltanschauliche Aufklärung, die atheistische Propaganda des Marxismus-Leninismus, den ihr zukommenden Platz als ein organischer Bestandteil des revolutionären Klassenkampfes der Arbeiterklasse und der mit ihr verbündeten Klassen und Schichten. Die atheistische Propaganda, die sich in vielfältigen Formen auf die Formierung eines wissenschaftlich gesicherten Weltbildes unter den Volksmassen richtet, ist ein objektiv notwendiger Bestandteil des Kampfes gegen den politischen Klerikalismus und den Mißbrauch der Religion durch die Ausbeuterklassen wie für die Freimachung aller schöpferischen Talente und Energien des Volkes im Kampf um die neue, menschliche Gesellschaft: den Sozialismus und Kommunismus. Sie berührt nicht die Frage der vollen Glaubensfreiheit und der ungehinderten Religionsausübung, die in allen sozialistischen Ländern verfassungsmäßig garantiert und geschützt ist.
I. Lesen Sie die folgenden Wörter richtig vor:
unterliegen; das Zeugnis; die Kennzeichnung; altgriechisch; christlich; jeglich; der Charakter; entlarven; die Tyrannei; religiös; das Evangelium; antifeudal; die Mythe; beeinflussen; vorangegangen; unvermeidlich; die Konsequenz; das Fundament; der Aberglaube; die Qual; verächtlich; gleichberechtigt; der Mißbrauch; die Religionsausübung.
II. Lesen Sie und übersetzen Sie den Text A.
III. Geben Sie entsprechende russische Äquivalente für folgende Ausdrücke:
1. unterschiedlichen Deutungen unterliegen; das schriftliche Zeugnis; zur Kennzeichnung von Stämmen; der Glaube an Gott; altgriechisch; die Götter des Kultus; die christliche Tradition des Mittelalters; den Anspruch mit j-m teilen; die Leugnung jeglicher Gottesvorstellungen; der Kampf gegen den Klerikalismus; ein ausgesprochen streitbarer Charakter; die Religion entlarven; die Stütze der Tyrannei; Unwissenheit verbreiten; der Quell aller sozialen Übel; den Klerus anprangern; der religiöse Betrug; die Verlogenheit der religiösen Moral; die Empörung gegen die Kirche; zur Einigung der antifeudalen Kräfte beitragen; in das Bewußtsein eindringen.
2. Sich von den Traditionen lossagen; die Mythen des Evangeliums; die Bibelkritik; von j-m beeinflußt sein; in den Dienst stellen; die vorangegangene Zeit; in bezug auf die Herkunft; eine unvermeidliche Konsequenz; die sozial-ökonomischen Wurzeln; die Klassenbedingtheit; der Ausbeutungscharakter; eine Beseitigung der Schranken erfordern;
3. auf dem gesicherten Fundament; erkenntnis-theoretisch; der primitive Entwicklungsstand; die Produktivkräfte der Urgesellschaft; widerspruchsvolle theologische Behauptungen; die Bedingungen der Ausbeutergesellschaft; der religiöse Aberglaube; die Unterdrückung der werktätigen Massen; entsetzliche Leiden und Qualen bereiten; das illusorische Glück; ein erniedrigtes, verächtliches Wesen;
4. gleichberechtigte Menschen; die atheistische Propaganda; vielfältige Formen; sich auf die Formierung des wissenschaftlichen Weltbildes richten; der Mißbrauch der Religion durch Ausbeuterklassen; die ungehinderte Religionsausübung; verfassungsmäßig garantieren; die Glaubensfreiheit schützen.
IV. Machen Sie eine grammatikalische Analyse der folgenden Sätze. Beachten Sie dabei die Position des Satzkerns.
1. In der altgriechischen philosophischen Tradition, aus der sich das Wort «Aheismus» herleitet, fand dieser Begriff Anwendung auf die Nichtanerkennung der Götter des Staatskultus.
2. Sie prangerten die Gewinnsucht der Aristokratie und des Klerus sowie den religiösen Betrug, der am Volk verübt wurde an und unterstrichen die Verlogenheit der religiösen Moral.
3. Hier bereitete die Theorie der Mythenbildung der Evangelien, die D.F. Strauß entwickelte, und die von B. Bauer und G.F. Daumer geführte Richtung der historischen Bibelkritik das Terrain für die offen materialistisch-atheistische Religionskritik Feuerbachs.
4. Der proletarische Atheismus beruht auf dem gesicherten wissenschaftlichen Fundament, dessen Konsequenz und untrennbarer Bestandteil er ist.
V. Lesen Sie den folgenden Satz aus dem Text A (Abschnitt 1):
Seine Zeit war gekennzeichnet durch die Vorbereitung der klassischen bürgerlichen Revolution.
Wie können Sie eine solche an und für sich untypische Stellung des Prädikats erklären? Im Text A ist der Satz mit solcher Struktur nicht der einzige. Finden Sie auch die anderen!
VI. Analysieren Sie die morphologische Struktur der folgenden Wörter:
unterschiedlich; die Gottesvorstellung; streitbar; einschläfern; die Verlogenheit; sich lossagen; die Klassenbedingtheit; erkenntnis-theoretisch; widerspruchsvoll; der Aberglaube; die Religionsausübung; verfassungsmäßig.
VII. Finden Sie im Text A die erweiterten Attribute. Denken Sie bitte nach, warum der Verfasser statt dieser Attribute keine Attributnebensätze (oder eventuell Partizipgruppen) gebraucht hat.
VIII. Bestimmen Sie die Bezogenheit der Nebensätze im folgenden Satz aus dem Text A (Abschnitt 1):
«In ihrer Kritik entlarvten die französischen Materialisten die Kirche und Religion als die wesentlichste ideologische Stütze des Despotismus und der Tyrannei, die durch die von ihr vertretene Weltanschauung Unwissenheit verbreitet, die Menschen einschläfert und zu einer sklavischen Unterwürfigkeit erzieht, die der Quell aller sozialen Übel sei».
IX. Ersetzen Sie in den folgenden Wortgruppen die fettgedruckten Wörter durch synonymische Wörter, die Sie im Text A (oder in der Übung III) leicht finden können:
unterschiedlichen Interpretationen unterliegen; die Bezeichnung der Völkerschaften; die Religion scharf kritisieren; die Falschheit der religiösen Moral; die Traditionen ablehnen; eine unvermeidliche Folge; gnoseologisch; widerspruchsvolle theologische Feststellungen; die Verhältnisse der Ausbeutergesellschaft; die Unterdrückung der Massen; die antireligiöse Propaganda; die ungestörte Religionsausübung.
X. Beachten Sie die Bedeutung der fettgedruckten Verben:
1. Die Verteilung der Wohnungen unterliegt dem Wohnungsamt.
Die Mannschaft ist knapp unterlegen (проиграла с небольшим счётом).
2. Wir werden die Arbeit teilen.
Ich werde alles in drei Teile teilen.
Diese Entscheidung teilte die Versammlung in zwei Gruppen.
Ich teilte das Zimmer mit meinem Bruder.
Er hat mit mir Freude und Leid geteilt.
3. Viele Pseudoverteidiger der Ausbeuterordnung wurden als Feinde der Demokratie entlarvt.
Lügner und Hochstapler[153] muß man immer entlarven.
4. Die amerikanischen Soldaten in Südostasien wurden als Aggressoren angeprangert.
5. Das trägt seinem Glück bei.
Wir alle müssen zur Sicherung des Friedens in der ganzen Welt beitragen.
Die Säulen[154] tragen zur Verschönerung des Gebäudes bei.
6. In den Garten ist eine Bande[155] von Kindern eingedrungen und hat die Apfelbäume abgeschüttelt.
Hans liebt es, immer in das Wesen der Sache, in die Einzelheiten einzudringen.
7. Der Angeklagte hat sich von seinen früheren Behauptungen losgesagt.
8. Er bemüht sich, die Menschen zu beeinflussen, an die er sich wendet.
Hans wird von Gerda beeinflußt.
Das Klima beeinflußt die Entwicklung der Landwirtschaft.
9. Die Revisionisten haben sich praktisch in den Dienst der Imperialisten gestellt.
10. Das Studium erfordert viel Mühe und Geduld.
11. Ich werde den Kindern eine Überraschung bereiten.
Diese Sache hat mir viel Freude (große Unannehmlichkeiten) bereitet.
Aus Milch bereitet man Butter und Sahne.
12. Ich habe mich nach ihm gerichtet.
Ich werde mich nach Ihren Wünschen richten.
13. Ich kann für nichts garantieren (= поручиться).
Garantieren Sie, daß der Ring echt ist? – Das versteht sich von selbst!
14. Ich schütze Sie vor allen Unannehmlichkeiten.
Das Dach schützt gegen den Regen.
Auf der Nordseite ist der Garten gegen kalte Winde durch Birken geschützt.
XI. Kennen Sie alle Wörter in den beiden Wortfamilien? (Die Übersetzungen sind jeweils unten angegeben).
1. das Zeugnis
überzeugen; die Überzeugung; erzeugen; das Flugzeug; das Fahrzeug; das Spielzeug; das Feurzeug; das Schuhzeug
(убеждать, обувь, игрушка, убеждение, сухопутное средство транспорта, самолёт, зажигалка).
2. die Herkunft
die Auskunft; die Ankunft; die Zukunft; künftig (zukünftig); ankommen; Herkommen
(справка, будущее, прибывать, происходить, прибытие, будущий).
3. die Behauptung
der Hauptmann; die Hauptaufgabe; der Häuptling; hauptsächlich; der Hauptsatz; die Hauptstadt; das Staatsoberhaupt; überhaupt
(вообще, глава государства, столица, главное предложение, атаман (или капитан – воен.), главное задание, главарь, главным образом.
4. der Mißbrauch
brauchen; verbrauchen; gebrauchen; Sitten und Bräuche; mißbrauchen; der Verbraucher
(потреблять /расходовать/, нуждаться, злоупотреблять, употреблять, нравы и обычаи, потребитель).
XII. Finden Sie rechts die entsprechende Übersetzung der Wörter aus der linken Spalte:
| предшествующий | unterschiedlich |
| неизбежный | altgriechisch |
| обеспеченный (гарантированный) | christlich |
| теоретико-познавательный | jeglicher |
| противоречивый | ausgesprochen |
| ужасный | religiös |
| иллюзорный | antifeudal |
| воинствующий | streitbar |
| различный | vorangegangen |
| антифеодальный | unvermeidlich |
| религиозный | gesichert |
| древнегреческий | erkenntnis-theoretisch |
| христианский | widerspruchsvoll |
| всякий | theologisch |
| явно (ярко) выраженный | entsetzlich |
| соответствующий конституции | illusorisch |
| беспрепятственный | erniedrigt |
| атеистический | verächtlich |
| равноправный | gleichberechtigt |
| презренный | atheistisch |
| униженный | ungehindert |
| иллюзорный | verfassungsmäßig |
| теологический |
XIII. Stellen Sie zu dem folgenden Satz so viele Fragen wie möglich:
Der proletarische Atheismus sieht den religiösen Glauben als Folge des primitiven Entwicklungsstandes der Produktivkräfte in der Urgesellschaft und der widerspruchsvollen Entwicklung in den Klassengesellschaften.
XIV. Setzen Sie den fehlenden Artikel (oder die Endung) ein:
ein göttlich … Kultus; ein dick … Baumstamm; … frühe Mittelalter; der Kampf gegen … Klerikalismus; … Stütze der Tyrannei; … Quell aller sozialen Übel; … Klerus anprangern; … religiöse Betrug; … Moral; … Bibel; … unvermeidliche Konsequenz; … Schranken setzen; … gesicherte Fundament; … primitive Entwicklungsstand; … entsetzliche Leiden; wer eine Wahl hat, hat auch… Qual; … atheistische Propaganda.
XV. Geben Sie die entsprechenden deutschen Äquivalente für folgende Ausdrücke:
1. ярко выраженный воинствующий характер; разоблачать религию; опора тирании; распространять невежество, источник всех социальных зол; клеймить духовенство позором; подвергаться различным толкованиям; письменное свидетельство; для обозначения племён; вера в бога; боги культа; христианская традиция средних веков; разделять с кем-л. притязание; отрицание всякого представления бога; борьба против клерикализма; лживость религиозной морали; возмущение против церкви; способствовать единению антифеодальных сил; проникать в сознание.
2. быть подверженным влиянию (со стороны кого-либо); поставить на службу; отказаться от традиций; мифы евангелия; предшествующее время; в отношении происхождения; требовать устранения преград; неизбежное следствие; социально-экономические корни; классовая обусловленность; критика библии; эксплуататорский характер.
3. На прочном (обеспеченном) фундаменте; теоретико-познавательный; примитивный уровень развития; производительные силы первобытного общества; иллюзорное счастье; униженное, презренное существо; противоречивые теологические утверждения; условия эксплуататорского общества; религиозное суеверие; угнетение трудящихся масс; причинять ужасные страдания и муки.
4. равноправные люди; атеистическая пропаганда; многообразные формы; направляться на формирование научной картины мира; злоупотребление религией со стороны эксплуататорских классов; беспрепятственное исповедывание религии; гарантировать в соответствии с конституцией; защищать свободу веры.
XIII. Sind diese Sätze inhaltlich richtig? Sagen Sie Ihre Meinung dazu. Gebrauchen Sie dabei die Wörter aus dem Text A.
1. Die Religion ist das Resultat der Verlogenheit der Geistlichen.
2. Die Ausbeuterklassen haben die Religion immer dazu benutzt, das arbeitende Volk zu unterdrücken.
3. In der sozialistischen Gesellschaft ist der Glaube Privatangelegenheit der Bürger.
XIV. Was bedeuten diese deutschen Sprichwörter? Können Sie russische Äquivalente finden?
1. Der Gott gibt wohl die Kuh, aber nicht den Strick[156] dazu.
2. Pfaffen[157] und Hunde verdienen ihr Brot mit dem Munde.
3. Priester lehren Gutes, nicht jeder aber tut es.
4. Der Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland.
XV. Stellen Sie 10 Fragen zum Text A.
XVI. Geben Sie die Hauptidee des Textes A kurz wieder.
XVII. Lesen Sie und übersetzen Sie den Text В ohne Wörterbuch.
Atheismus ist wissenschaftlich begründete Ablehnung des Glaubens an einen Gott oder mehrere Götter, an übernatürliche Kräfte und an das Jenseits[158]. Der Atheismus entwickelt sich mit den wachsenden Erkenntnissen der Wissenschaften und ist in der Regel mit historisch fortschrittlichen Gesellschaftsklassen und ihrer materialistischen Weltanschauung verbunden.
Das fortschrittliche philosophische und wissenschaftliche Denken hat von jeher gegen die Religion gekämpft. Einen bedeutenden Beitrag zur Befreiung des menschlichen Bewußtseins von religiösen Vorurteilen[159] haben die materialistischen Philosophen des Altertums, besonders Demokrit, Epikur und Lukretius Carus geleistet, die den religiösen Mythos von der Erschaffung der Welt durch Gott, von der Unsterblichkeit der Seele usw. ablehnten. Ihre Tradition ist von den Materialisten der Neuzeit, besonders von Spinoza und den französischen Materialisten des 18. Jahrhunderts, fortgesetzt worden. Diese waren entschiedene Kämpfer gegen Religion und Kirche. Sie haben besonders viel für die Befreiung des Verstandes von der Macht der religiösen Vorurteile getan. Aber die Religionskritik der alten Materialisten beruhte nicht auf der materialistischen Geschichtsauffassung. Die alten Materialisten sahen die Quelle der Religion hauptsächlich in der Unwissenheit der Menschen und in ihrem Betrug durch die Geistlichen. Sie begriffen nicht, daß die Religion tief im gesellschaftlichen Sein ihre objektiven Ursachen hat, und waren der Ansicht, daß die Religion ausschließlich durch Aufklärung überwunden werden könne.
Das Banner des kämpferischen Atheismus hat der Marxismus-Leninismus genommen. Gleichzeitig hat er den Kampf mit der Religion auf eine wissenschaftliche Grundlage gestellt. Er hat gezeigt, daß der Kampf gegen die Religion in der Klassengesellschaft nicht auf die bloße Aufklärung beschränkt werden darf. Der Kampf gegen die Religion muß vor allem ein Kampf gegen die sozialen Bedingungen sein, die die Religion erzeugen, gegen jene sozialen Kräfte, die die Religion stützen, um ihre Herrschaft zu festigen und die Massen zu unterdrücken.
Obwohl die kapitalistische Gesellschaft die religiösen Vorurteile unterstützt, verliert die Religion heute in den kapitalistischen Ländern immer mehr an Bedeutung. Die wissenschaftlich-atheistische Propaganda der fortschrittlichen Philosophen und Gelehrten hilft das Bewußtsein der Werktätigen von den religiösen Vorurteilen befreien.
In der UdSSR, wo der Sozialismus bereits gesiegt hat, existieren die Vorurteile als Überreste[160], die die alte Gesellschaft hinterlassen hat, aber auch infolge des Einflusses religiöser Organisationen, die schon jahrhundertelang bestehen. Ungenügendes Wissen von den Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung der Natur und Gesellschaft, von den Ursachen bestimmter natürlicher und sozialer Erscheinungen hemmt die Überwindung dieser Überreste.
Die Festigung des Sozialismus, die Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus der Werktätigen, die systematische und kluge wissenschaftlich-atheistische Propaganda, die keine Verletzung[161] der Gefühle der Gläubigen zuläßt, führen Schritt für Schritt zur vollständigen Überwindung der religiösen Vorurteile.
In der sozialistischen Gesellschaft ist die führende Form des gesellschaftlichen Bewußtseins die Wissenschaft – die marxistisch-leninistische wissenschaftliche Weltanschauung und die konkreten Einzelwissenschaften von der Natur und der Gesellschaft. Die Anwendung der Wissenschaft wird zum entscheidenden Faktor für das Wachsen der gesellschaftlichen Produktivkräfte. Deshalb bestimmt das Programm der KPdSU die Richtung der theoretischen Forschungen in den wichtigsten Wissenschaften, vor allem der Mathematik, Physik, Chemie und Biologie. Das Programm unterstreicht, daß die Gesellschaftswissenschaften die wissenschaftliche Grundlage für die Leitung der gesellschaftlichen Entwicklung sind.
In der sozialistischen Gesellschaft ist der Glaube Privatangelegenheit[162] der Bürger. Glaubens- und Gewissensfreiheit ist verfassungsmäßig[163] garantiertes Recht, sich eine Religion oder eine nichtreligiöse Weltanschauung zu wählen.
XVIII. Stellen Sie einen Plan etwa aus 7 Thesen zusammen.
XIX. Erzählen Sie den Text В nach.
1. Wessen Worte sind das:
«Gib mir einen Punkt außerhalb der Erde, an dem ich stehen kann, so will ich sie bewegen»?
2. Die Institution für den Gottesdienst bei verschiedenen Völkern heißt auf Russisch immer anders:
мечеть, костёл, синагога, кирха, пагода usw.
Wie meinen Sie, warum wir nicht einfach «церковь» (bzw. Kirche) für alle Institutionen sagen?
Den auf dem Totenbette liegenden Voltaire wollte ein fanatischer Geistlicher bekehren[164]. «Glauben Sie an die Göttlichkeit Jesu Christi?» rief er ihm zu. Voltaire entgegnete: «Im Namen Gottes, sprechen Sie, mein Herr, mir nicht mehr von diesem Menschen und lassen Sie mich im Frieden sterben!»
Als Laplace (1749 – 1827) seine «Himmelsmechanik» dem Kaiser Napoleon überreicht hatte, fragte ihn dieser, warum er in dem Buche nicht von Gott spreche.
«Sire», antwortete Laplace, «ich hatte diese Hypothese nicht nötig!»
Ein Kandidat[165] der Theologie wollte gern eine Arbeitsstelle haben, wurde aber immer zurückgestellt, weil er keine einflußreichen Verbindungen hatte. So meldete er sich eines Tages direkt bei Friedrich II. (dem Zweiten). Dieser fand ihn klug und unterrichtet und versprach ihm seine Hilfe, wenn er am nächsten Sonntag in seinem Beisein über einen Text predigen[166] wollte, den er erst auf der Kanzel[167] erhalten sollte.
Der Kandidat nahm hocherfreut den Vorschlag an, und bestieg am Sonntag freilich wohl mit etwas klopfendem Herzen die Kanzel. Er sprach ein kurzes Gebet[168] und nahm dann aus den Händen des Kirchendieners das Blatt, auf welchem er einen guten Text zu finden hoffte. Als er es aber öffnete, las er nur das Wort: «Nichts». Jetzt fing er an: «Geliebte Zuhörer, wir wollen heute den Inhalt des Wortes „nichts“ betrachten, denn „aus nichts hat Gott die Welt geschaffen“, wie wir im ersten Buche von Moses geschrieben finden».
Darauf hielt er über die Nichtigkeit[169] aller irdischen Güter und über die Neigung[170] der Menschen, diesem Nichts alles aufzuopfern[171], eine so vortreffliche Predigt, daß selbst der König bewegt und gerührt war[172]. Nach kurzer Zeit erhielt der Kandidat eine sehr gute Stelle an der Luisenkirche zu Potsdam.
Der Theologie-Professor Knapp, der zu Anfang des vorigen Jahrhunderts lebte, wollte einmal einen hervorragend befähigten[173] Studenten aufs Glatteis[174] führen. Er fragte den Studenten, der eben aus der durch magere Kost[175] bekannten Mensa gekommen war: «Sagen Sie, Herr Kandidat, wäre es eine Sünde, ein Kind mit Suppe zu taufen[176], wenn kein Wasser vorhanden ist?»
Der Kandidat überlegte nur kurz und kam zu dem Schluß: «Die rein theoretische Möglichkeit ist wohl in der Praxis so gut wie[177] ausgeschlossen. Nehmen wir aber trotzdem den Fall, als gegeben an. Ob es Sünde ist, ein Kind mit Suppe zu taufen, hängt vor allem von der Art der Suppe ab. Ich kenne ja nur die Suppe, die in unserer Mensa ausgegeben wird, und diese, Herr Professor, ist meines Erachtens ganz hervorragend geeignet, anstelle von Wasser bei der Taufe verwendet zu werden, denn der Unterschied zwischen beiden ist bedeutungslos».
In der Wohnung des dänischen Physikers Niels Bohr hing ein Hufeisen[178] an der Wand. «Ist es möglich», fragte ein Besucher, «daß Sie, ein Mann der Wissenschaft, glauben, das werde Ihnen Glück bringen?»
«Selbstverständlich nicht», erwiderte Bohr, «aber man hat mir gesagt, es bringe einem Glück, ganz gleich, ob man daran glaubt oder nicht».
I. Wiederholen Sie die §§ 6 u. 7.
II. Sprechen Sie[179] zum Thema «Psychologie und Kunst» nach dem folgenden Plan:
1) Die Rolle der Sinnesorgane im Leben des Menschen.
2) Sinne und Gefühle.
3) Kunst, Sinne und Gefühle.
4) Kunstwerk und Subjekt.
III. Wiederholen Sie den § 8.
IV. Drei von den unten angegebenen Vokabeln sind in keinem Text dieses Buches vorgekommen. Welche sind es? Was bedeuten die anderen Wörter?
die Eigenschaft, die Eignung, die Erfahrung, die Erkenntnis, eindeutig, eindringen, Einfluß, einheitlich, einseitig, die Einsicht, der Eklektiker, die Empfindung, empirisch, endlich, die Erregung, die Erstarrung, die Erziehung, evident, die Evolution, exakt, das Exil, explizieren, extensional, extramental
V. Beantworten Sie ausführlich die folgenden Fragen:
1) Wie kann man beweisen, daß jede Philosophie Klassencharakter trägt?
2) Sowohl der dialektische als auch der frühere Materialismus gehen beide vom Primat der Materie gegenüber dem Bewußtsein aus. Worin bestehen doch die wichtigsten Unterschiedsmomente zwischen den beiden?
3) Welcher Unterschied besteht zwischen der dialektischen und der metaphysischen Denkweise?
4) Warum meinten Marx und Engels, daß der Kapitalismus durch den Sozialismus unbedingt abgelöst wird?
5) Seit wann existiert das logische Denken und die Wissenschaft der Logik?
6) Was ist die sogenannte höhere Nerventätigkeit? Was ist ihre Spezifik?
7) Was bedeutet der Fortschritt in der Kunstgeschichte?
8) Was ist der Unterschied zwischen dem Glauben in der Religion und dem in der Wissenschaft?
VI. Übersetzen Sie diese Wörter ins Deutsche. Wenn Sie das genau gemacht haben, werden die Anfangsbuchstaben der deutschen Vokabeln ein Wort ergeben, welches ihre Kenntnisse wohl richtig einschätzt:
общий; причина; бытие; чувство, конечный; случайность; вечный; косвенный; характер; тормозить; препятствовать; отрицание; познавать; тирания.