Kapitel 13


18. April 1941, Nekropole von Sakkara


Wolfgang Morgen ließ seine Leute verteilt und in großem Abstand zu ihm über das Gelände huschen. Sie mochten keine erfahrenen Soldaten sein, aber zumindest gelang es ihnen, sich nahezu lautlos und ungesehen im Dunkeln zu bewegen. Er selbst folgte dem unbekannten Engländer, dem er das erste Mal in den Kellern des Großmeisterpalastes von Rhodos begegnet war und den er seit dem zufälligen Treffen im Ägyptischen Museum verfolgt hatte. Es war ganz sicher, dass der Mann auf derselben Spur war wie er selbst: der Weisheit der Welt, der Macht, Gold herzustellen, und dem Geheimnis des ewigen Lebens. Jedenfalls war es das, was die Tabula Smaragdina seit Jahrtausenden versprach und was Gelehrte und Alchimisten des Altertums und Mittelalters versucht hatten zu erreichen. Alle waren gescheitert, aber er, Wolfgang Morgen, hatte nicht nur die Tabula Smaragdina gefunden, er würde auch den Schatz und die Antwort auf alle Fragen finden.

Zum wiederholten Male blieb er stehen und verbarg sich im Schutz einer Mauer. Er beobachtete den Engländer, der in einiger Entfernung ebenfalls Halt gemacht hatte und mit seinem Gehilfen etwas besprach. Es war vollkommen dunkel, nicht einmal der Mond schien, und die beiden Gestalten hoben sich kaum vom Hintergrund ab. Morgen war sich sicher, dass man ihn unmöglich sehen konnte, dennoch durfte er es nicht auf eine Entdeckung ankommen lassen, denn die beiden sollten ihn und seine Männer möglichst ahnungslos zum Schatz führen. Also wagte er erst wieder, sich zu bewegen, als die beiden ihren Weg fortsetzten.

Sie gingen durch unwegsames Gelände und kamen in einen wenig restaurierten Bereich, wo nur vereinzelte Mauerreste aus den Sand- und Gesteinsformationen ragten. Dort verschmolzen die beiden plötzlich in einer dunklen Ecke mit der Umgebung.

Morgen wartete, ob sie wieder auftauchten, ob sie sich lediglich unter einen Vorsprung knieten und wieder hervorkamen. Doch sie blieben verschwunden, und gerade, als sich Morgen zögerlich nähern wollte, nahm er einen schwachen Lichtschein wahr. Er sah keine Lampe oder Flamme, nur eine durch indirektes Licht beleuchtete Wand, und wenige Lidschläge später war der Schein bereits wieder verschwunden. Sie mussten in ein Gebäude oder eine Höhle getreten sein und sich nun dort mit einer Laterne weiter fortbewegen!

Morgen beeilte sich, den Anschluss nicht zu verlieren, und lief vorsichtig weiter. Kurz darauf hatte er eine Öffnung erreicht, von der aus eine steinerne Treppe durch einen schmalen Tunnel in die Tiefe führte.

Sehr gut! Vielleicht waren sie nun auf dem Weg zu einer Schatzkammer oder einem Grab! Morgen hatte bereits vermutet, dass sie sich in irgendwelche Katakomben begeben würden, und seine Männer darauf vorbereitet. Während sie ihm hier draußen auf Sicht folgen konnten, war das in einer Grabanlage mit mehreren Räumen oder weiten Gängen natürlich nicht möglich. Gleichzeitig musste er aber möglichst leise und nah an dem Engländer bleiben und zwar ohne eine Lichtquelle. Es blieb ihm also nichts weiter übrig, als seinen Leuten Spuren zu hinterlassen, denen sie in einigem Abstand nachgehen konnten. Um keine auffälligen Kreidemarkierungen anzubringen, die, falls sie im Kreis liefen, auch dem Engländer auffallen könnten, war es das Einfachste, Spuren aus Sand zu fertigen. Daher trug er einen Beutel mit besonders hellem Sand mit sich, der nun zum Einsatz kommen würde.

Morgen stieg die Treppe behutsam hinab in die Dunkelheit, während er mit den Armen die Wand links und rechts berührte. Fast wäre er gestolpert, als die Stufen in ebenen Boden übergingen. Aber der Gang führte zunächst weiter geradeaus, und nach einigen Schritten nahm er einen Schimmer wahr, der bald nach rechts hin verschwand. Er ging weiter, bis seine Hände ins Leere fassten. Er hatte eine Kreuzung erreicht. Rechter Hand war nun wieder das fahle Licht zu erkennen, was ihm anzeigte, dass dort, vielleicht nur wenige Kreuzungen entfernt, der Engländer mit seiner Lampe entlanglief.

Morgen öffnete seinen Sandbeutel und streute eine feine, aber deutlich sichtbare, gebogene Linie, die anzeigte, dass er hier um die Ecke gegangen war.

Dann folgte er dem Weg und hörte schon bald die Stimmen der beiden durch das Gewölbe hallen.

Diese Idioten machen es mir ja fast schon zu leicht!, dachte er und schmunzelte.


11. Oktober 2006, Nekropole von Sakkara


Während sich Peter und Jason zu Patrick und Melissa gesellten, stemmte der Franzose seine Arme in die Hüften. »Was ist hier los?«, fragte er.

Vier Männer traten aus der Dunkelheit. Sie waren in einheitliche, dunkle Roben gekleidet und von kräftiger Statur. Zwei von ihnen hatten Pistolen gezückt. Sie machten nicht den Eindruck, als sei es eine formale Drohgebärde. »Schwester Lilith hat uns davon erzählt, dass Sie auf der Suche nach einer Quelle der Weisheit sind«, sagte einer der vier, offenbar der Anführer.

Peter sah den Franzosen an. »Ich wusste, dass sie Ärger bringen würde.«

Patrick schaute zu Melissa. »Schwester Lilith?!«

»Ich ... Es tut mir so leid. Sie haben mich gezwungen«, sagte Melissa an Patrick gewandt.

»Wir sind kein Freizeitverein«, herrschte der Mann. »Bei uns kann man nicht einfach kommen und gehen, wie man will.«

Melissa warf einen wütenden Blick auf die Robenträger. »So viel zum Thema ›dem eigenen Willen folgern, was? Das ist erbärmlich!«

»Wir folgen unserem Willen nach Vervollkommnung und Erkenntnis! Und es kann sicherlich nicht euer Wille sein, dabei zu Schaden zu kommen, also solltet ihr jetzt keinen Ärger machen.«

»Sie scheinen eine reichlich flexible Vorstellung vom freien Willen zu haben«, meinte Peter in einem Tonfall, dessen Ruhe ihn selbst überraschte.

»Was mischen Sie sich ein? Sie haben doch gar keine Ahnung, wovon wir reden!«

»Aber natürlich habe ich das«, sagte Peter. »Meinen Sie, Sie wüssten mehr über das, was die Menschen seit Jahrtausenden beschäftigt, als jemand wie ich, der Ihr Vater sein könnte und die Ursprünge Ihrer Do-it-yourself-Religion jahrzehntelang studiert hat?! Tu, was du willst, sei das einzige Gesetz! Das ist so banal, so missverständlich und falsch wie kaum eine andere Parole!« Der Mann, den Peter anging, bekam einen roten Kopf und wollte zu einer hitzigen Antwort ansetzen, aber Peter sprach einfach weiter: »Haben Sie jemals von der deterministischen Philosophie gehört, laut der jeglicher freie Wille eine Illusion ist, da das Gehirn seine Empfindungen und Wünsche auf Basis bioelektrischer Impulse generiert? Haben Sie Schopenhauer, Kant, Jung und Freud gelesen? Descartes, Cicero, Aristoteles, Diogenes – und welche Theorien sie über den Willen und ethisches Handeln aufgestellt haben, lange bevor Ihr geistig beschränkter Lehrvater das Licht der Welt erblickte? Einer, der nicht mehr war als ein egomanischer Exzentriker, sozial minderbemittelt und von kulturgeschichtlicher und intellektueller Halbbildung vollkommen verwirrt. Haben Sie außer seinen größenwahnsinnigen und vollkommen sinnfreien Ergüssen jemals etwas Vernünftiges in Ihrem Leben gelesen, etwas, das bedeutender war als Aleister Crowley? Das hätte eigentlich nicht schwerfallen sollen. Kennen Sie das Wissen von Millionen von Menschen aus Tausenden von Jahren Kulturgeschichte, die schlauer waren als wir alle zusammen, die Religionen und Philosophien entwickelt haben, so anspruchsvoll und tiefgründig, dass Sie mehr als eine Lebenszeit bräuchten, um sie zu verstehen? Nein?« Peter echauffierte sich immer mehr und machte einen Schritt auf den Mann zu. »Natürlich nicht. Und Sie nehmen sich heraus, mir keine Ahnung zu unterstellen?! Was glauben Sie eigentlich, mit welchen Binsenweisheiten Sie abends ins Bett gehen!? Reden Sie nicht mit mir, als hätten Sie das Wissen gepachtet! Damit können Sie vielleicht Ihre seichten Brüder und Schwestern beeindrucken!«

Der Mann holte mühsam Luft und wies dann lächelnd auf seine Begleiter. »Das ist alles irrelevant, Herr Professor, denn wir haben die Waffen.«

»Dieses Armutszeugnis haben Sie sich gerade selbst ausgestellt,« gab Peter zurück.

»Nun halten Sie endlich Ihre unverschämte Klappe!«, rief der Mann erbost aus. »Sie führen uns jetzt zu der Quelle der Weisheit, die Sie hier unten gefunden haben. Und zwar ein bisschen flott!«

Patrick reagierte als Erster. »Tja, schätze, wir haben keine Wahl. Wir müssen hier entlang ... « Er deutete in einen abzweigenden Gang und winkte Melissa, Jason und Peter zu, dass sie zu ihm aufschließen sollten. Die Ordensleute bildeten den Abschluss. Patrick leuchtete voraus und ging neben Peter voran. Er raunte ihm zu: »Alle Achtung, das war echt beeindruckend!«

»Geholfen hat es uns allerdings nichts«, gab Peter halblaut zurück.

»Nein. Aber es war amüsant! Und ich habe einen Plan.«

»Das hatte ich gehofft.«

»Die anderen wissen schon Bescheid. Auf mein Zeichen rennen Sie los.«

»Maul halten da vorne!«, rief der Anführer der Robenträger.

Patrick führte die Gruppe so zielsicher durch die Gänge des unterirdischen Gewölbekomplexes, als wüsste er genau, wohin sie gehen sollten. Tatsächlich hatte er auch ein Ziel vor Augen, allerdings hatte es nichts mit ihrer eigentlichen Suche zu tun, sondern er steuerte es an, weil es ganz bestimmten Kriterien entsprach. Sie waren vor einer halben Stunde an dieser Stelle gewesen, und er hatte sie sich gemerkt. Sein Orientierungssinn war hervorragend; in seinem Kopf hatte sich eine Karte des Labyrinths gebildet, in dem er sich hätte blind bewegen können.

Bald erreichten sie wieder den Teil des Gewölbes, in dem die Tongefäße zertrümmert und der Boden und die Nischen übersät mit den Überresten waren. Sie gingen durch einen sehr schmalen Gang, der von schlichten und stark beschädigten Statuen gesäumt war, und kamen in einen nur wenige Quadratmeter großen Raum.

Patrick ließ die Männer an eine Seitenwand treten. Dann wandte er sich an den Amerikaner.

»Jason, können Sie uns Ihre Jacke geben? Wir benötigen sie als Unterlage.« Dabei blickte er ihn so eindringlich an, dass Jason der Bitte sofort nachkam. Patrick legte den Blouson vor einer Wand auf den Boden.

»Was soll das denn jetzt werden?«, forderte der Anführer der Sektenmitglieder. »Wir haben nicht die ganze Nacht Zeit!«

Der Franzose bedachte den Mann mit einem Kopfschütteln und wandte sich dann an Peter. »Nun«, sagte er, »sehen Sie sich bitte die Hieroglyphen dort unten noch einmal ganz genau an, damit wir wissen, wie viele Meter es tatsächlich sind.«

Peter wusste zwar nicht, auf was Patricks Plan hinauslaufen würde, aber er folgte den Anweisungen. Er kniete sich auf den Blouson und begutachtete eingehend eine Reihe bedeutungsloser Zeichen, die Patrick fälschlicherweise für Hieroglyphen hielt, und die vermutlich die Sektenmitglieder ebenfalls nicht identifizieren konnten. Also tat er so, als würde er sie entziffern, und verkündete nach einigen Minuten mit ernsthafter Miene: »Hier steht etwas von dreiundsechzig altägyptischen Ellen. Das entspricht allerdings fünfundachtzig ägyptischen Ellen des Neuen Reiches und knapp zweiundvierzigeinhalb göttlichen Ellen des Osiris.«

Patrick grinste innerlich. Dieser Unsinn war einfach wunderbar. »Das wären dann also dreiundfünfzig Meter«, erklärte er laut. »Peter und Jason, können Sie beide bitte genau dreiundfünfzig Meter von hier aus abmessen?« Er deutete den Gang hinunter, den sie gekommen waren.

Peter nickte. »Selbstverständlich, einen Moment. Jason, bitte zählen Sie mit.« Dann ging er langsam voraus und tat dabei besonders große Schritte, die er halblaut mitzählte. Er ahnte, was Patrick vorhatte, und freute sich, dass er auf diese Weise einen Abstand zwischen sich und die vier Männer bringen konnte.

Patrick und Melissa blieben zwischen den nun etwas ratlos dreinblickenden Sektenmitgliedern zurück und beobachteten den Vorgang. »Geben Sie Bescheid, wenn Sie so weit sind, Peter!«, rief Patrick, hob währenddessen die Jacke auf und hängte sie sich über die Schulter.

Es dauerte nicht lange, bis sie Peters Stimme hörten. »Wir sind da!«

»Alles klar, wir kommen!«, rief Patrick zurück. »Melissa, geh du voran, ich komme direkt hinter dir.«

Melissa ging los, und kaum war Patrick hinter ihr in den Gang getreten, zischte er ihr leise zu. »Lauf los! Und dann immer rechts halten!«

Melissa setzte sich sofort in Bewegung. Die Robenträger, die ihnen folgten, bemerkten nicht gleich, was geschah, da Patrick mit der zusätzlichen Jacke die Sicht behinderte. Als Melissa einige Meter voraus war, setzte Patrick ebenfalls zu einem Sprint an und riss dabei hinter sich eine der Statuen um, die quer hängen blieb und so den Gang versperrte.

Die Sektenmitglieder schrien auf und hantierten mit ihren Waffen herum.

Patrick lief weiter und riss eine zweite und eine dritte Statue um. Dann hallte ein Schuss durch den Gang, und eine Kugel peitschte irgendwo gegen den Stein.

Es folgten laute Flüche von dem Anführer. »Sofort aufhören, ihr Schwachköpfe! Oder wollt ihr mir in den Rücken schießen?! Hierher, die Statuen weg! Los!«

Patrick rannte weiter, noch immer damit beschäftigt, den Weg zu blockieren. Aber die Statuen allein würden die vier Männer nicht lange aufhalten. Daher griff er nun in eine der Nischen und fegte mit hastigen Bewegungen sämtliche Bruchstücke der Mumientöpfe und deren Inhalte auf den Boden. Dann wiederholte er es mit der gegenüberliegenden Nische. Schnell hatte sich auf dem Boden ein fast kniehoher Haufen aus Tonscherben und einbalsamierten und zertrümmerten Ibismumien aufgetürmt.

Er hörte die Männer, die sich lautstark darum bemühten, den Gang freizuräumen. Sie waren nicht mehr weit entfernt.

Er nahm den Blouson des Amerikaners von der Schulter, holte mit der anderen Hand sein Feuerzeug aus der Hosentasche und zündete ihn an. Wie er erwartet hatte, fing der Kunststoff sofort Feuer. Er warf das brennende Kleidungsstück auf den Haufen und legte herumliegende mumifizierte Reste auf die Flammen. Schnell griff das Feuer auf die jahrtausendealten, vertrockneten Stoffbinden über und setzte auch die hart gewordenen Öl- und Harzklumpen der Mumien in Brand. Wenige Sekunden später brannte der ganze Haufen und entwickelte schnell eine gewaltige Menge beißenden Qualms, der den Gang zu füllen begann.

Patrick überließ die Flammen sich selbst, und während er hinter sich die Sektenmitglieder hantieren und erschrocken schreien hörte, lief er nun selbst weiter, um die anderen zu finden, die er vorausgeschickt hatte. Nach wenigen Metern kam er an eine Abzweigung. Wenn Melissa ihm richtig zugehört hatte, waren sie hier rechts abgebogen. Patrick folgte der Gabelung und begann nun, ihre Namen zu rufen. Er hoffte, dass sie nicht allzu weit geflohen waren, sondern an der zweiten oder dritten Kreuzung auf ihn warteten.

Er beeilte sich, die Gänge weiterzuhasten. Mit jeder weiteren Kreuzung, an der er sich jeweils rechts hielt, wurde die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Ordensbrüder sie nicht so schnell finden würden. Dafür war das Labyrinth zu unübersichtlich. Auf jeden Fall verschaffte es ihnen kostbare Zeit.

Endlich entdeckte er Peter, Jason und Melissa im Schein seiner Taschenlampe vor sich.

Mit keuchendem Atem blieb er stehen und sah sie der Reihe nach an. »Alles klar?«

»Danke, Patrick«, sagte Melissa lächelnd.

»Wir beide unterhalten uns noch«, gab er mit einem Stirnrunzeln zurück. »Aber jetzt müssen wir zurück in den Raum mit den Scheintüren.«

»Wissen Sie denn überhaupt, wo wir hier sind?« Peter rieb sich den Nacken. »Ich bin vollkommen orientierungslos!«

»Kein Problem«, sagte Patrick. »Wir müssen zwar fast ans andere Ende, aber ich wollte sichergehen, dass uns die Kerle nicht so leicht aufspüren. Trotzdem schlage ich vor, dass wir jetzt nicht mehr trödeln!«

»Sollten wir nicht lieber raus hier?«, fragte Jason. »Jetzt wäre eine gute Chance.«

»Sie, mein Lieber, wollten ja unbedingt dabei sein!« Patrick packte den Amerikaner an der Schulter. »Also kommen Sie auch mit. Wenn Sie unbedingt gehen möchten, dann können Sie den Ausgang alleine suchen.«

Jason grummelte etwas und senkte den Blick.

»Und was machen wir in dem Raum?«, fragte Peter. »Haben Sie etwa auch eine Idee, was die Türen betrifft?«

»Noch nicht«, gab Patrick zu, »aber wenn wir die Gelegenheit jetzt nicht nutzen und hoffen, dass uns etwas einfällt, dann kommt sie vielleicht nie wieder.«

Peter nickte. »Dann nichts wie los!«

»Also, Leute«, sagte Patrick, als sie wieder vor den Scheintüren standen, »ich habe Melissas Exkumpeln den Weg blockiert. Das wird sie eine Weile beschäftigen. Außerdem haben sie hoffentlich keine Ahnung, dass wir wieder hier sind und wie sie hierherkommen. Mit etwas Glück tauchen sie überhaupt nicht auf, aber wenn sie systematisch vorgehen, haben sie uns vielleicht auch in fünf oder zehn Minuten gefunden. Jetzt brauchen wir schnell ein paar Ideen!«

»Die Frage lautet: Ist das dort die Tür, die wir suchen?«, erinnerte Peter. »Ist das überhaupt eine Tür? Und wenn ja, wie bekommen wir sie auf?«

Patrick begutachtete die fragliche Scheintür abermals eingehend. Erst jetzt, wo er ausdrücklich danach suchte, entdeckte er in einer der zahlreichen Fugen eine haarfeine Linie, die darauf hindeute, dass dies zwei getrennte Teile waren, die hier so dicht nebeneinanderlagen, dass kein Blatt Papier dazwischen gepasst hätte. Er folgte der Naht und konnte so die Maße eines Blocks von fast einem Meter Breite und eineinhalb Metern Höhe ausmachen. Wenn dies tatsächlich aus massivem Stein wäre, wie es die geschickte Bemalung und Oberflächenstruktur vorgaukelte, wäre es nahezu unmöglich, diesen Brocken ohne eine frei schwingende Konstruktion zu bewegen. Alleine die Reibung auf dem sandigen Boden würde ein solches mehrere hundert Kilo schweres Ungetüm völlig blockieren. Aber glücklicherweise war es nicht aus Stein. Ein Indiz mehr, dass es tatsächlich eine Tür sein könnte. Aber welcher Art? Aufziehen würde sich als schwierig gestalten, da man die Tür nirgendwo richtig greifen konnte. Vielleicht ließ sie sich drücken? Patrick versuchte es an einer Seite. So einfach würde es wohl kaum sein, dennoch war es einen Versuch wert. Es bewegte sich nichts. Dann drückte er an der anderen Seite. Auch das blieb ergebnislos. In der Mitte. Nichts.

»Also Aufdrücken geht schon mal nicht«, sagte er. Dann kam ihm ein Gedanke. »Es sei denn ... « Er beugte sich nach unten und drückte im unteren Bereich mit der Schulter gegen die Tür. Und dieses Mal tat sich etwas. Sie gab nach, nur wenige Millimeter, aber sie ließ sich tatsächlich bewegen!

»Peter, Jason, helfen Sie mir!«, rief Patrick, und die beiden stürzten sofort herbei. »Man kann sie nach innen drücken! Aber sie schwingt nach oben, wie eine große Katzenklappe. Wir müssen den Druck also hier unten ausüben. Los!« Gemeinsam knieten sie sich vor die Tür, legten ihre Hände auf die Fläche und drückten auf Patricks Kommando.

Mit einem Knirschen senkte sich die Fläche nach innen. Es war zwar nur eine Handbreit, aber nun war deutlich zu sehen, dass die gesamte Fläche präzise in die sie umgebende, dicke Steinmauer eingefügt war. Vielleicht ließ sich das Ganze vor vielen tausend Jahren einmal leichter bewegen, sicherlich hatte das Holz seine Form verändert, und auch Stein- oder Metallscharniere konnten eine so lange Zeit nicht unbeschadet überstanden haben.

Sie drückten noch einige Male und begannen zu schwitzen. Dann hatten sie die Tür so weit nach innen geschoben, dass sich die Reibungsflächen der Seitenkanten voneinander lösten, und nun ließ sie sich deutlich leichter nach innen hochklappen. Allerdings verblieb sie nicht oben. Obwohl sie aus Holz war, war sie massiv und so schwer, dass sie immer wieder nach unten kippte.

»Also gut«, sagte Patrick. »Ich kann das Ding einen guten Moment oben halten. Ihr geht durch, ich als Letzter.« Mit diesen Worten drückte er die Tür nach innen und stemmte sie mit seinem Rücken hoch.

Peter, der nun eine der Taschenlampen trug, drängte sich an dem Franzosen vorbei durch die niedrige Tür hindurch und betrat den dahinterliegenden Raum. Dann folgte Melissa und schließlich Jason.

»Wo ist eigentlich meine Jacke?«, fragte er, als er an Patrick vorbeiging.

»Vom Winde verweht, Kumpel«, gab Patrick zurück. »Tut mir echt leid. Aber sie hat ihren Dienst getan.«

Jason wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als sich seine Augen weiteten. Er zeigte an Patrick vorbei in Richtung der Gänge, aus denen sie gekommen waren. »Da! Licht! Sie kommen!«

Der Schein kam rasch näher, und schon hörte man Schritte und Stimmen.

»Verdammt! Los, Jason, rein mit Ihnen!«

Der Amerikaner duckte sich hindurch, und Patrick folgte ihm. Hinter ihm fiel die Tür herab und verschloss das rechteckige Loch in der Mauer. Allerdings rutschte der Holzblock nicht vollkommen in seine Ursprungslage zurück, sondern blieb wie zuvor an den Seiten klemmen. »Helfen Sie mir!«, rief Patrick und stemmte sich mit dem Rücken gegen das Holz, das sich nur schwer wieder in die Lücke pressen ließ. Gemeinsam mit Jason drückten sie noch einige Male heftig dagegen, bis sie es geschafft hatten.

Dann richteten sie sich erleichtert auf und atmeten durch.

»Das wäre geschafft«, sagte Jason. »Aber wie bekommen wir den Block wieder herausgezogen, wenn wir zurückmöchten?«

»Darüber machen wir uns Gedanken, wenn es so weit ist«, antwortete Patrick. »Jetzt ist erst einmal wichtig, dass uns diese Sektenfreaks nicht erwischen. Und bei der Gelegenheit möchte ich jetzt gerne mal wissen, was da zwischen dir und diesen Typen gelaufen ist!« Patrick wandte sich an Melissa.

»Das habe ich doch schon gesagt«, erklärte sie, »dass ich nichts mehr mit ihnen zu tun haben will. Jedenfalls habe ich meinen Austritt offiziell erklärt. Als ich an dem Abend, an dem wir bei Dr. Aziz waren, nach Hause fuhr, haben sie dort auf mich gewartet und mich gezwungen, ihnen alles zu erzählen!«

»Wie denn gezwungen?«, fragte Patrick.

»Sicher nicht mit freundlichen Worten! Du hast doch gerade ein paar von ihnen kennengelernt!«

»Ehrlich gesagt hätte es auch ein abgekartetes Spiel sein könnten.« Nach dieser direkten Anschuldigung hatte er eigentlich erwartet, dass sie wütend werden würde. Aber sie sah ihn nur ruhig an, und ein Schatten von Traurigkeit wanderte über ihr Gesicht.

»Glaubst das wirklich?«, fragte sie halblaut. »Traust du mir das tatsächlich zu?«

»Nein«, sagte er nach einer Weile. »Ich vertraue dir.«

Sie lächelte. »Danke.«

»Und nun«, fuhr Patrick fort und wandte sich an die anderen, »wollen wir uns hier mal umschauen!« Aber Peter und Jason standen schon gar nicht mehr neben ihm, sondern bestaunten bereits einen anderen Teil der länglichen Kammer, in der sie gelandet waren. Jasons Taschenlampe erhellte ein breites Band aus bemalten Reliefs, das sich der ganzen Länge nach durch den Raum zog, bis zu einer Türöffnung am gegenüberliegenden Ende. Es waren umfangreiche Szenen in drei übereinanderliegenden Zeilen, und in einzelnen Bildern mit Hunderten, wenn nicht Tausenden von Figuren bevölkert. Patrick drängte sich der Vergleich mit einer überdimensionalen Bildgeschichte auf oder einer Aufreihung von gezeichneten Filmbildern im Cinemascope-Format.

»Was ist das denn?«, wollte er wissen.

»Das ist ein Unterweltsbuch!«, erklärte Peter. »Ich erzählte Ihnen davon, erinnern Sie sich? Es ist in sagenhaftem Zustand! Das mittlere Register zeigt die Sonnenbarke, sehen Sie? Und dort, das ist die Szene, in der sich Apophis der Barke in den Weg stellt. Sehen Sie sich die kräftigen Farben an! Einfach unglaublich!«

Langsam gingen sie an der Wand entlang, Jason und Peter mit einer Taschenlampe voran, Patrick und Melissa folgten mit der zweiten. Dann traten sie durch die Türöffnung und kamen in den größten Raum, den sie bisher hier in den Katakomben gesehen hatten. Er maß ein gutes Dutzend Meter im Quadrat, und über ihnen, in vier oder fünf Metern Höhe, spannte sich eine atemberaubende gewölbte Decke. Sie war tief dunkelblau bemalt, und auf ihr war mit Linien aus glänzendem Blattgold der riesenhafte Körper einer schlanken Frau abgebildet, die sich in einem schützenden Bogen über den gesamten Raum legte. Sie trug ein langes Kleid aus einem fließenden, dünnen Stoff, unter dem sich die Form ihrer Beine, der Hüften und der Brüste abzeichnete. Über ihren ganzen Körper zog sich ein gleichmäßiges Muster aus Sternen. Im Licht der Lampen, mit dem Jason und Patrick die Decke bestrahlten, funkelten die Silhouette der Frau und Tausende von Sternen hell auf. Es war der schönste Himmel, den sie je gesehen hatten.

»Das ist die Himmelsgöttin Nut«, erklärt Peter mit gedämpfter Stimme. »Sie ist die Mutter von Osiris, Isis, Seth und Nephthys. Sie legt sich nach der Schöpfung als schützender Himmel über die Erde und hält das Chaos fern.«

»Warum flüstern Sie?«, fragte Patrick leise.

»Es ist wunderschön!«, sagte Melissa.

»Sie sieht dir ähnlich«, bemerkte Patrick lächelnd. »So ein Hauch von Nichts würde dir auch stehen.«

»Ich weiß«, antwortete sie und lächelte zurück.

Jason lenkte den Strahl seiner Taschenlampe von der Decke herab und auf einen steinernen Sarkophag, der die Mitte des Raums dominierte.

»Das ist er!«, rief Patrick. »Der Sarkophag, auf dem der Mann saß, den ich gesehen habe!«

Sie gingen näher heran. Es war ein gigantischer Steinblock, so hoch und breit wie ein Kleinwagen. Seine Oberfläche war mit kunstvoll ausgeführten Reliefs übersät. Peter blieb ehrfürchtig stehen.

»Imhotep!«, verkündete er atemlos.

»Wir haben das Grab von Imhotep gefunden?«, fragte Jason und ging aufgeregt um den Sarkophag herum. »Tatsächlich?!«

»Jedenfalls steht das hier drauf«, sagte Peter und deutete auf eine Reihe von Hieroglyphen. »Was nicht bedeuten muss, dass er hier tatsächlich begraben ist. Es könnte ein symbolisches Grab sein. Es sei denn natürlich, wir finden hier in der Umgebung noch den ein oder anderen Schrein, Grabbeigaben oder eine Schatzkammer.«

»Es saß genau auf diesem Stein«, erklärte Patrick. »Im Schneidersitz. Er war kahlköpfig und hatte Schreibzeug in der Hand. Wahnsinn, ein echtes Déjà-vu!«

Peter wandte sich an Patrick, und seine Augen funkelten vor Begeisterung. »Sind Sie sich im Klaren darüber, was wir hier gefunden haben? Wir stehen in der Grabkammer Imhoteps, des großen Universalgenies, der Verkörperung Thots, des Bringers der Kultur, Urvaters der ägyptischen Schrift und Weisheit, Vorläufer Hermes' und der griechischen Wissenschaften. Das hier ... «, er breitete seine Arme aus, »ist womöglich der bedeutendste Fund der Geschichte, der Heilige Gral und die Bundeslade in einem! Auch wenn uns dies nicht zu jenem sagenhaften Archiv des Wissens führen sollte, von dem uns Echnaton und die Tabula Smaragdina erzählen, ist dieser Fund mehr wert als jeder Tutanchamun und jedes Palenque!«

»Eine Schatzkammer, sagen Sie?« Jason rief aus einer Ecke des Raums, wo er vor einem Durchgang stand und mit seiner Taschenlampe hindurchleuchtete. »Vielleicht sollten Sie sich das hier angucken!«

Eilig folgten sie dem Ruf, stellten sich neben Jason und sahen, was der Amerikaner entdeckt hatte.

Es war eine wahrhaftige Halle, doppelt so groß wie der Raum, in dem sie sich gerade befanden. Vier Reihen hoher, schlanker Säulen erweckten den Eindruck eines Kirchenschiffs. Vom gegenüberliegenden Ende sah ihnen eine gewaltige Sphinxstatue entgegen, die fast die ganze Breite der Wand einnahm. Knapp unter der Decke ragte der Kopf aus der Wand, darunter wölbte sich die Brust nach vorn, und darunter streckten sich zwei steinerne Pranken, jede fast zwei Meter hoch, aus dem Stein nach vorn.

Abgesehen von der wuchtigen Statue, den schlichten Säulen und einigen dezenten Wandmalereien war der Raum allerdings schmucklos. Es war der Boden, der eine letzte Überraschung bot: Ein Dutzend rechteckiger Löcher, jedes so groß wie ein Fahrstuhlschacht und angeordnet in regelmäßigen Reihen zwischen den Säulen, zog sich vom Eingang bis zur Sphinx. Es sah aus wie ein überdimensionales Gitter. Jason leuchtet in einen der Schächte, der sich direkt vor ihnen öffnete. Die Wände liefen schräg zu und beschrieben offensichtlich in einigen Metern Tiefe eine Kurve, denn ein Boden war nicht auszumachen.

»Was ist das?«, fragte Patrick. »Haben Sie eine Ahnung, wozu das gut sein könnte?«

»Nein«, antwortete Peter halblaut. »So etwas habe ich noch nie gesehen! Ich habe keine Vorstellung davon, welchem Zweck das dienen könnte.«

Sie betraten den Raum und gingen vorsichtig zwischen den Schächten hindurch, wohl bedacht, keinen falschen Schritt zu tun und hineinzufallen.

Patrick leuchtete beim Vorbeigehen in jeden Schacht. Bei keinem war der Boden zu sehen. Auch unterschieden sie sich in nichts voneinander. Bis der Schein seiner Lampe ihnen einen grausamen Anblick bescherte. Melissa schrie vor Schreck auf, während die Männer wie erstarrt in den Abgrund sahen.

»Wir sind wohl nicht die Ersten hier«, konstatierte Patrick schließlich.

Aus fünf Metern Tiefe starrte ihnen der Schädel eines Menschen entgegen. Nur der Oberkörper der Leiche war zu sehen, die Beine schienen unter einen Vorsprung zu ragen, ganz so, als sei der Mann in der Kurve einer Rutsche hängen geblieben. Das Gesicht war eingeschrumpelt, und die vertrocknete Haut lag eng an den Wangenknochen. Die schwarz verfärbten Lippen hatten sich zusammengezogen und entblößten die Zähne in einem grauenverzerrten Grinsen. Die Haare waren nur mehr dürre Strähnen und hingen in die Stirn, neben einem Fleck, der ein kleines Loch sein mochte. Auf der dem Loch gegenüberliegenden Seite war der Schädel auf ungesunde Art verformt, und Reste von Haaren, Knochen und vertrockneter Masse klebten dort. Dieser Mann war erschossen worden!

Peter wandte seinen Blick ab und atmete tief durch. Melissa ergriff Patricks Arm und drückte ihn fest.

»Der liegt schon eine ganze Weile hier«, sagte Jason sachlich. »Zwanzig, dreißig Jahre, vielleicht noch länger. Die Trockenheit hat ihn halbwegs konserviert.«

»Ich habe ein verdammt ungutes Gefühl, Leute«, sagte Patrick. »Es gibt wohl tatsächlich Leute, die im Zusammenhang mit diesem Grab hier nicht mit sich spaßen lassen ... «

»Das kann man wohl sagen«, bestätigte Peter. »Das wussten wir allerdings schon. Spätestens, seitdem man unseren Wagen unter Beschuss genommen hatte!«

»Ja«, sagte Patrick. »Wir hätten es nicht auf die leichte Schulter nehmen sollen.« Dann sah er wieder auf. »Aber nun sind wir hier, und was immer hier geschehen ist, ist lange vorbei. Wir sollten zusehen, dass wir dieses ominöse Wissensarchiv finden, dessentwegen wir hier sind.«

Zögerlich gingen sie weiter. Bald erreichten sie die Pfoten der aus der Wand ragenden Sphinx und sahen zu ihr hinauf.

»Sie sieht ganz anders aus, als die Sphinx bei den Pyramiden«, bemerkte Patrick.

»Sie meinen die berühmte in Giseh, nicht wahr?« Es war Jason, der das Gespräch suchte. Die Entdeckungen hatten seine Zurückhaltung wieder abklingen lassen. »Das liegt daran, dass sie nicht mehr ihren echten Kopf hat, sie ist unter Chephren restauriert worden, niemand weiß, wie sie vorher aussah. Vielleicht so wie diese hier, die wahrscheinlich wesentlich älter ist.«

»Seien Sie mal leise!«, zischte Patrick.

»Was denn?! Ich werde doch wohl mal etwas sagen dürfen!«

Patrick schüttelte den Kopf und legte einen Finger an die Lippen. »Klappe! Ich will was hören!«

Alle verstummten und versuchten, irgendwelche Geräusche wahrzunehmen. Patrick schloss die Augen und beugte sich leicht nach vorn. Dann kniete er sich an den Rand des Lochs, neben dem er stand, und hielt den Kopf tiefer.

»Wasser!«, rief er dann. »Dort unten fließt Wasser!«

»Patrick, ich bitte Sie!«, sagte Peter. »Wir sind hier in der Wüste!«

»Ja, aber da unten fließt Wasser, wenn ich es Ihnen doch sage! So furchtbar weit weg vom Nil sind wir ja auch nicht. Wäre doch denkbar, dass sich da unten ein Kanal befindet.«

Ein dumpfes Rumpeln ließ sie zusammenfahren. Patrick stand auf und sah die anderen an. Kurz darauf folgte ein weiterer dumpfer Schlag.

»Was war das?«, fragte Jason.

»Es kommt aus der Grabkammer!«, sagte Melissa.

»Jason, gehen Sie nachsehen«, befahl Patrick.

»Den Teufel werde ich!«

»Verflucht, dann mache ich es eben selbst! Melissa, Peter, bleiben Sie hier!«

Patrick eilte durch die Halle zurück. Noch während er unterwegs war, erfolgte ein neuerliches Rumpeln, und dieses Mal ertönten kurz darauf Stimmen. Als er den Eingang zur Grabkammer erreichte, schlugen ihm die Lichter von Taschenlampen entgegen. Die in Roben gekleideten Sektenmitglieder standen ihm gegenüber und richteten ihre Waffen auf ihn.

Patrick fluchte. »Verdammt!«


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