Die weiße Haut der Frau schimmert im grellen Sonnenlicht. Ihr blassblaues Kleid haftet nass an ihren Knöcheln. Der Himmel tut ihren Augen weh; es ist, als könnte sie hinter dem Blau den gewaltigen Bogen des Kosmos erkennen. Der Sand knirscht unter ihren nackten Füßen. Ihre Schuhe wurden vom Meer verschlungen. Ihr ganzes Hab und Gut, ihr Ehemann. Alles verloren, hinuntergewirbelt ins kalte, dunkle Salzwasser. Alles außer der Kiste, die sie hinter sich über den Sand schleift.
Ein Schritt nach dem anderen. Sie hat kein menschliches Gesicht gesehen, seit sich der Griff ihres Mannes löste und er zwischen dem Schiff und dem Rettungsboot verschwand. Er wirkte beinahe überrascht.
Ihre Arme schmerzen, doch sie wird die Kiste nicht loslassen, nicht solange noch Atem in ihren Lungen ist. Darin befindet sich etwas so Kostbares, dass ihr Herz bei dem Gedanken, es zu verlieren, fast den Brustkorb sprengt. Das Meer rollt donnernd heran und zieht sich zurück, rollt wieder heran und zieht sich zurück, wie seit ihrem ersten Schritt. Zuerst fand sie das Geräusch beruhigend, doch nun ärgert sie sich darüber. Sie will Stille in ihrem Kopf. Stille, um in Ruhe nachzudenken – über das, was geschehen ist, was sie verloren hat und was um alles in der Welt sie als Nächstes tun soll.