Dreiunddreißig

1902


Isabella und Matthew stehen im Sonnenschein an der Anlegestelle, während Isabella sich in der Menge nach ihrer Schwester umschaut. Die Stadt um sie herum entfaltet sich, ist laut und vibriert förmlich vor Verheißung.

»Wo ist sie?«

»Keine Sorge, mein hübsches Vögelchen. Falls sie das Telegramm nicht erhalten hat, werden wir den Weg selbst finden.«

Isabella dreht sich lächelnd zu ihm. Ihr Bauch ist rund geworden, und ihre Wangen sind rosig. Er lächelt auf sie hinunter, seine neue Frau. Der Kapitän hat sie vor der Küste von Hawaii getraut, und sie hat ihren neuen Namen glücklich angenommen und beim Verlassen des Schiffes triumphierend mit Isabella Seaward unterschrieben. »Das beruhigt mich sehr, Liebster.«

»Wir haben nichts zu befürchten, mein hübsches Vögelchen. Jetzt nicht mehr.«

Dann sieht Isabella, wie Victoria sich in einer Jacke mit weiten Ärmeln und blauem Rock durch die Menge drängt. »Isabella!«, ruft sie, die Wintersonne schimmert auf ihrem braunen Haar. »Isabella!«

Isabella stürzt nach vorn, drängt sich durch die Menschenmenge. Das Herz schlägt ihr bis zum Hals. Trotz der kühlen Luft sind ihr Gesicht und ihr ganzer Körper warm vor Freude. »Victoria!«, ruft sie, und die Menge teilt sich, als wolle sie Platz für das glückliche Wiedersehen machen.

Und dann liegen sie einander in den Armen und weinen vor Freude.

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