VI. DREI HELDEN

1. Aus einem Traum

Mit erhobenem Habichtshaupt trat Elektrizitas Pulsipher, die Oberste Vestalin von Kapseits, vor die wartende Menge und sprach:»Wir haben den Tempel nie für uns gefordert.«

Die Würde, die sie wahrte, als sie diese für sie nicht ganz leichte Erklärung abgab, teilte vielen noch eine weitere Botschaft mit: Vielleicht war das überhaupt der Sinn der Befreiung, daß man moralisch schwierige Angelegenheiten mit Würde auszusprechen wagen durfte, auch wenn man von Tieren stammte, die keine Moral gekannt hatten.

«Einige Gente haben über uns mißgünstig geredet; es gibt viel Spott. Man neidet uns den Tempel, nachdem man — das heißt: die Aedile, die Verwaltung, die Politik — ihn uns zunächst angeboten hatte, weil man der Vorstellung anhing, es könnte recht und wichtig sein, solche… Orte in den drei Städten zuzulassen. Für den Fall, wie es damals hieß — das ist noch keine dreihundert Jahre her —, daß unsere Rituale, unsere Gebete, unsere Blutwäsche keine reinen verhaltensbiologischen Aberrationen wären, sondern… auf ein emergentes Muster verwiesen, das eventuell zur Geburt einer neuen Zivilisation wichtige symbolische Beiträge leisten mochte… kurz, falls unsere Spiritualität vielleicht die Vorahnung einer neuen Bewußtseinsstufe wäre, die den Gente angemessen ist…«

Sie drehte den Kopf langsam in Richtung des Stadtausgangs, dorthin, wo die chaotischen Gürtelgegenden anfingen.

«Das Muster ist vorhanden. Unsere Feinde nennen es einen Fetisch, das mögliche Herzstück einer neuen Religion, die vielleicht so schädlich sei wie die Bekenntnisse der Menschen.«

Man wußte, wovon Elektrizitas Pulsipher redete: Die polyarchische Partei war erst im letzten Winter mehrfach beim Löwen mit Eingaben vorstellig geworden, die verlangten, man solle doch ermitteln lassen, wie viel vom gesellschaftlichen Mehrprodukt bereits jetzt bei den Isottaleuten blieb und ob es vielleicht mit jedem Jahr mehr würde. Der Sinn dieser Anfragen war leicht zu erraten.

«Wir sind nicht gerade dankbar für diesen Haß. Die Bosheit solcher Feinde macht allerdings auch wach. Sie hilft, die Dinge zu klären. Schädlicher aber sind jene, die sich für unsere Freunde halten und doch herunterspielen, was wir tun. Sie sagen: Laßt sie machen, und begründen das damit, daß man ja doch nicht wisse, ob die vielen Jahrtausende, in denen Menschen Religionen hatten, nicht belegen, daß so etwas einfach… gebraucht werde. Es gab da gewisse Untersuchungen, wie wir alle wissen, über die Hirnfunktionen und deren Rolle bei der Erfahrung des Göttlichen; auch im Torus wurde das noch vor wenigen Jahren erörtert, vom Zander und seinen Leuten. Erkenntnisse und Vermutungen über positives Feedback, über Schleifen, Exzitationen spielten dabei eine Rolle. Jetzt jedoch, da wir uns darauf vorbereiten, Dinge auszusprechen, die wir nicht nur für sozial notwendig, für neurobiologisch sinnstiftend oder kulturell wertvoll, sondern für wahr halten, zeigen diese Freunde immer offener Scheelsucht. Jetzt verargt man uns, daß wir, Jahrhunderte nach der Befreiung, tatsächlich an etwas glauben.«

So deutlich hatten sich die» Blutvergießer«, wie Elektrizitas und ihre Mädchen bei ihren Gegnern hießen, nie zuvor erklärt. Sie sah mit ruhigem Blick übern Platz hin, nickte kaum merklich, fuhr fort:»Was glauben wir? Viele haben es gehört; wenige verstehen es.«

Man ahnte, was nun kommen würde.

Es kam tatsächlich.

«Wir glauben, daß es den Gente bestimmt ist, etwas Flüchtiges, das wir nur erst dem Umriß nach erkennen, zu suchen, zu bergen und zu beschützen. Wir nennen es das Wetzelchen.«



Auf dem Dach der Bank gegenüber der breiten Treppe, auf der Elektrizitas stand, saßen Kolkraben. Sie fingen an zu lachen, als hätte ihnen wer dazu ein Zeichen gegeben. Elektrizitas wartete, bis sich das Keckern erschöpft hatte. Dann nahm sie ihren Faden wieder auf:»Woher ich das denn weiß, wird der wachere Teil des Publikums fragen. Ich will's verraten: Aus einem Traum. «Ihre Vogelaugen funkelten; ihr Schnabel, aus Silber, reich ornamentiert, blitzte in frühen Sonnenflammen.

Hinter ihr standen, einer Leibgarde gleich, Körper aus Stein, die niemand je anbeten würde.

«Den Traum haben manche meiner Schwestern ebenfalls geträumt, und wie ich weiß, manche von euch, gar nicht so wenige sogar, auch wenn ihr's euch nicht eingesteht. Ich will ihn euch schildern: In diesem Traum kam eine Menschenfrau mit dichtem schwarzen Haar zu… den jeweils Träumenden und also auch zu mir. Mein Kragen, ihr seht ihn«, es war ein sehr weiter Kragen,»der war aufgestellt, und ich hatte soeben um die pherinfonische Adresse und Kennung einer Priesterin und Schriftgelehrten gebeten, die uns verlassen wollte, um jenseits der drei Städte, wo noch viele Tiere sind, die keine Sprache haben, diese zu missionieren. Ein Abschied: In dieser Stimmung träumte ich; es war ein Traum vom Segen auf den Weg. Die andern, meine Schwestern, sahen vom Hof aus zu mir her«— das taten sie auch jetzt.»Dies alles geschah im Innern des Tempels, dort hinten, auf der Treppe, überm Rollgitter, das die Priesterinnen vor Feuer schützt. Wir standen in der Türe zum Beratungssaal. Die Frau, die jetzt auf einmal die Schwester war, die uns verlassen wollte — das blendete so ineinander, wie's in Träumen geschieht —, streifte mit der Hand, mit schönen, schlanken Fingern, meinen Kragen, eine zärtliche Geste: Lebwohl. Wir waren, ich weiß nicht wie, Freundinnen. Sie war aber nicht zerstört, nicht wie die Menschen, die es heute noch gibt. Zerstörte Menschen sind ein elender Anblick. Sie war lebendig, sie war wach, sie hatte Ansprüche. Sie beschwerte sich. Der Traum ist aufgezeichnet, übrigens, ich rede nicht von Nebeln, ihr könnt, da ich ihn allen Subskribentinnen unserer wöchentlichen Sendungen und allen, die ihn sonst anfordern wollen, pherinfonisch schicken werde, jedes Wort überprüfen, das ich sage: Es wurde in dem ganzen Traum kein offenes Wort gesprochen, und doch war alles klar und deutlich. Ich wußte, und kann nicht sagen, woher, daß ich am Ziel einer langen Reise angelangt war, vielleicht in einer Zukunft, eher noch in einer absoluten Gegenwart, die zugleich eine von der wirklich erlebten Geschichte abweichende Vergangenheit war. Was gewesen ist, kann verschwinden. Was aber hätte sein können, kann uns niemand wegnehmen.«

«Abweichende Vergangenheit? Wovon, worin?«fragte eine Insektenkamera.

«Abweichend vom tatsächlichen Ablauf der Befreiung. Eine Vergangenheit, in der ich nicht aus meinem Elternhaus davongelaufen bin, um mich im Isottatempel vor dem zu verstecken, was kommen muß. Eine Vergangenheit der…«Sie brach ab, schüttelte den Kopf. Faßte sich, fuhr fort:»Die fremde Frau, das weiß ich, war eine Botin aus dem Bessern.«

Die Raben klackerten mit ihren Schnäbeln, wagten aber nicht, erneut zu spotten.



«Sie trug mir auf — in Bildern, Empfindungen mehr als mit Worten —, es zu finden, weiter nichts. Das Wetzelchen.«

«Was ist das denn? Das Wetzelchen? Wer kennt's, was soll's?«Mehrere Kameras zwitscherten durcheinander.

«Die Mitteilung ist beendet. Wer mich versteht, versteht mich. Das gilt auch für die, die noch gar nicht wissen, daß sie mich verstehen.«

«Was soll denn…«

«Ich danke euch.«

Abgeschirmt von ihren Schwestern, die wirkten, als wären sie bereit, notfalls in Verteidigung der ungreifbaren Sache zu sterben, zog sich Elektrizitas Pulsipher in den Tempel zurück, dessen Tore mit einem Krachen verschlossen wurden, das man in allen drei Städten hörte.

Es sollte bis zum Beginn des Krieges das letzte sein, was man von den Vestalinnen gehört hatte.

2. Audienzangst

Vor den Löwen selbst gerufen werden: eine anstrengende Ehre.

Gente waren dabei schon um den Verstand gekommen; wenige, die zurückkehrten, konnten schildern, was sie gesehen hatten.

Das Gesicht: Zwischen den schlängelnden Florungen der Mähne spukten Lichter wie Wasserläufe, leuchteten Augen wie Doppelsonnen, wurden Worte groß wie Donner, sah man riesenhafte Zähne.

Waren es zwei Augen, oder hatte er drei, oder war es nur eines, das aber alles sah?

Dmitri Stepanowitsch konnte sich, so sehr er es versuchte, für keine dieser einander ausschließenden Wahrnehmungen entscheiden. Weil er aber klug war, setzte er jedes Urteil aus und gab lieber acht auf das, was der Erwachte ihm zu sagen hatte.

«Wölfchen. Weit herumgekommen. Du bist von meinen Dienern der nützlichste, der freiste. Du dienst mir eigentlich gar nicht, deshalb machst du das so gut. Du schläfst mit meiner Tochter. Das hast du nicht gewußt? So ist sie. Ein neuer Name, Clea Dora statt Lasara, und schon… Natürlich, Wölfchen, wächst du mir auch damit sehr ans Herz. Ich weiß, wie's ist. Mich hat ihre Mutter reingelegt. Biester, mit Blütenmündern.«

Rauschen wie von Weltwasserfällen, und Hall.

Nicht jedes Wort, das der König sprach, fand der Wolf durchaus verständlich. Auch das, nahm er an, gehörte zu der Rechtsbeziehung, in welcher der Löwe und die übrigen Gente zueinander standen.

Das Bild des Löwen schüttelte sich, immaterielle Pollen stäubten als Wolken aus dem Fell. Der Wolf dachte: Dieser Staub hat Sprache. Dmitri hatte Angst, nahm sich aber zusammen.

Der König sagte:»Ich will dir erklären, was du für mich tun wirst. Das ist kein Wunsch und kein Befehl, sondern eine Tatsache. Du wirst, weil ich keine besseren Leute habe als dich, den Ozean überqueren. Das wirst du in einem Bathyskap machen, manchmal auch alleine schwimmend. Du wirst denen im Atlantik etwas von mir ausrichten. Sie müssen es hören. Denn unsere Beziehungen, ihre zu mir, meine zu ihnen, müssen sich verbessern. Sie sind nicht gut, seit der Zander tot ist.«

Der Mord an Westfahl Sophokles Gaeta war nie gesühnt worden, jedenfalls nicht öffentlich. Dmitri senkte den Kopf.

«Was sie erfahren sollen, wird sie stärker beeindrucken, wenn ich dich schicke, als wenn ich ihnen einfach Pherinfone sende. Am liebsten wäre ihnen natürlich, wenn Cyrus persönlich erschiene. Das tun wir nicht.«

Der Wolf erlaubte sich ein Lächeln. Er ist aufgeräumt heute, ein gutes Zeichen.

«Nach dem Besuch bei den Atlantikern wirst du deinen Weg fortsetzen, bis auf den Kontinent im Westen. Dort strebst du in den Norden weiter. Da wirst du einen alten Freund aufsuchen. Du weißt, daß alle meine Freunde deine Freunde sind?«

Die Frage war rhetorisch, Dmitri schwieg.

«Der Freund, den du besuchen sollst… Er ist ein Vogel, oder vielleicht sogar wieder ein Mensch, man weiß das bei ihm nie. Ein Individuum in jedem Fall, dem ich seit einigen Jahrhunderten eng verbunden bin, allerdings zuletzt… nun, etwas einseitig. Er hat mit mir diese Welt geschaffen, die du bewohnst, die alle hier bewohnen.«

Er ließ das einwirken. Neues Wissen brummte wie von Oberlandleitungen, der Wolf verspürte ernsten Schauder.

«Er hat… sagen wir: große Macht. Nicht wie ich, aber… Es gibt ja zwei Arten von Mächtigen: Die einen kennt und fürchtet jeder, die andern kennen nur die, denen es… erlaubt ist. Nun, es gibt eine dritte, aber laß uns nicht von Ryuneke reden.«

Die Pause, die auf die Bemerkung folgte, war dem Wolf entschieden zu bedeutungsschwanger; er wollte das Gespräch in eine ergiebigere Richtung lenken:»Wie… wie gebraucht denn der… Freund im Nordwesten diese Macht?«

«Er läßt es bleiben. Er hat sich schon vor längerer Zeit entschlossen, nicht mehr… mitzuspielen. Vielleicht malt er mit Asche oder kramt im Bedauern. Was immer er treibt: Dafür ist keine Zeit mehr. Das wirst du ihm sagen.«

«Wird er das hören wollen?«Die Ohren des Wolfes waren geknickt; der Einwurf sollte nicht frech sein.

«Er wird's hören, das muß reichen. Dumm war er nie. Es geht für unsereins ja nie um das Gespenst der Ehre, immer nur um Geschäfte im Diesseits. Ich sehe leider voraus, daß wir mit dieser Welt, die er mit mir erschaffen hat, wenig Glück haben werden, in den nächsten paar Generationen. «Der Löwe brummte, das Geräusch klang, als käme es von einem Bären aus flüssigem Eisen.

«Eine schöne biblische Idee — ich weiß schon, das sagt dir wenig — spinnt, na, so wollten wir's: Der Wolf liegt beim Lamm und all das. Aber damit ist es aus, wenn diese… neuen Geschöpfe bei uns einfallen. Mein alter Freund weiß das wohl und resigniert vorab, wie öfter. So muß es wohl kommen, wenn man in jungen Jahren mit viel Enthusiasmus den falschen Dingen dient.«

«Was für Dinge waren das bei ihm?«

Ein tiefes Lachen, so, wie die Erde lachen würde, wenn sie könnte.

«Flausen… das einzelne Leben funktioniert ja nie so recht, also werfen wir uns aufs Große Ganze. Er dachte sich das so — hat er mir dargelegt, an einem langen Sommernachmittag, bei einer Bootsfahrt in… Berlin hieß das… eine Stadt, damals… er dachte, es möchte so sein, wie die Einzeller beim Schimmelschleimtier ein Pseudoplasmodium bilden, das war sein Vergleich. Wenn die Menschheit eines Tages zu sich käme, Emergenz, Selbstorganisation, Synergetik… aber alle die Langweiler standen niedriger als der Schleimpilz, den er so gern und oft zum Vergleich heranzog, wie hieß er noch? Dictyostelium discoideum. Nichtgleichgewichtsphasenübergänge… das hatte alles keine Chance im Angesicht der Trägheit in den Kommunikationen der Menschen. Rohr ohne Feuchtigkeit, Schilf ohne Wasser, Idee ohne Tat. Bis ich kam und ihn erlöste. So will ich ihn noch einmal wecken.«

«Als Freundschaftsdienst?«

«Ha! Ich will meine Namen abgeben, wenn ich jemals etwas Uneigennütziges treibe. Nein, ich brauche, Wölfchen, einfach seine Hilfe. Er soll mich dabei unterstützen, Feuerstellungen zu graben in der schweren Zeit, die kommt. Ich kann das nicht allein aushecken, und nicht mit Georgescu, mit Izquierda, mit meinen lieben Aedilen und Räten.«

«Aber mit dem Vogel«, sagte Dmitri.

Der Löwe schwieg.



Dmitri räusperte sich und ging geschwind zum Technischen und Logistischen über:»Wie werde ich vorbereitet? Wer baut das U-Boot, Izquierda?«

Kräuselschmunzeln aller Wände. Die große Stimme, amüsiert:»Du machst dir schwärmerische Vorstellungen davon, wieviel die Chefin selber regelt, Junge. Izquierda baut schon unsere Zeppeline und sorgt dafür, daß unsere Gummizüge pünktlich fahren. Die Bathysphäre ist fertig, darum haben sich andere gekümmert. Vergiß nicht: Ein Großteil deiner Reise führt dich über Land. Die drei Städte sind Stationen, dann Saudade, Acheron, die sieben Säulen, die Gegend um Accomplice, Gladsheim, Limbo, danach Bestiarium, wo alles angefangen hat, außerdem die kleine Furt, der große Damm, am Ende dann der Wall aus Knochen, wo du dich, wie ich weiß, auch in deiner… freien Zeit gern herumtreibst. Man wird dir heute noch die nötigen körperlichen Anpassungen einrichten.«

«Ich sollte vielleicht fliegen. Mit meinen eigenen Flügeln.«

Streng:»Sprich nicht mit mir, als wäre ich zu Geschenken aufgelegt. Ich mute dir keine unerträglichen Strapazen zu. Als die meisten Vielzeller noch vernunftlos waren, haben sie unterm Zwang ihrer Instinkte erheblich anstrengendere Reisen überlebt — Küstenseeschwalben…«, es klang, als erinnere er sich mit Wehmut,»Pendler zwischen dem nördlichen Polarkreis und Afrika, Australien und der Antarktis — vergessene Namen alle. Der Blauhai ist entlang seiner eigenen Geodätischen durch den Nordatlantik geschwommen, die Schildkröten der Karibik haben den Golfstrom begleitet, der Aal und die Languste konnten… nun, vorbei.«

«Ich werde meine Arbeit tun. Ich versuche nur zu verstehen, was…«

Der Löwe schnitt ihm das Wort ab, Dmitri Stepanowitsch duckte sich kaum merklich:»Wölfchen, ich muß mich nicht erklären. Ganz gewiß keinem Kind wie dir.«

Dmitri neigte den Kopf und schwieg.

Eine Weile plätscherte das Vergessen.

Als der Wolf schon dachte, die Audienz sei grußlos beendet, und überlegte, wie er formell korrekt den Raum verlassen konnte, sagte die Stimme, seltsam milde, ganz versonnen:»Nicht nur… für Tiere war es damals gräßlich, auch für uns… die wir erst… Tiere werden würden.«

Dmitri war nicht wohl in seinem Fell, aber er ließ es sich nicht anmerken und versuchte statt dessen, sich Clea Dora vorzustellen, wie sie badete. Die Stimme redete von Schwerverständlichem, ganz Altem:»Im ICE, immer unterwegs zum Meistbietenden. Ich hätte Künstler werden mögen — transgene Hasen, Mäuse, die im Dunkeln leuchten, solche Sachen. Es hat nicht sollen sein, ich war… eine vat rat im Grunde, hired hand des… biochemisch-industriellen Komplexes. Und dann… eines Nachmittags… ich hatte gerade eine SMS gekriegt, daß ein Kollege, den ich mochte, bei einem dieser Anschläge gegen unsere Einrichtungen gestorben war, die sich zu der Zeit häuften, und saß… in der ersten Klasse, Hannover Frankfurt, umgeben von jungen Bundeswehrsoldaten, in der jungen Maiensonne, und mein iPhone… ja, ich hatte da monatelang das Werk drauf, diese Elektrosymphonie von der Verrückten, die wir damals gern gehört haben, ihr, warte, ich weiß es noch: ihr Opus acht, und dazu las ich in einem Romänchen, einem Zukunftsfetzen über versteckte Sterne und Frauen und… was nicht alles… da hatte ich, wie soll ich's sagen, meine Epiphanie: Vergib ihnen und geh deiner Wege. Sie können unsere Labors zerschlagen, und die können grölen, diese Rekruten im Zug, und der Tod kann den Kollegen holen, aber die Musik… die Musik ist ein Tierchen, das man nicht fangen kann, größer, schneller, nicht einzuholen, einfach ge… und ich dachte: Diese Sorte Tierchen müssen wir werden, die belebte Welt endlich wirklich unsere machen — daß sie, verstehst du, Wölfchen, völlig künstlich ist, daß für diese gewalttätigen Naturburschen und die kleinen Pfaffen, die all diese Gewalt rechtfertigen, kein Platz mehr bleibt, nicht für die grauen Aschenbechergesichter der Kontrolleure, nicht für die kleinen Mißgünstigen, deren… Aber erstens kommt es anders und zweitens Entropie. Rigo Baladur, auch keine schlechte Perspektive. Ah, aber die Verrückte… wie sie uns alle aus unserem Selbstmitleid gezogen hat, heiliger Atem… so ein kostbares, erzböses Wesen! Was hätte ich nur ohne sie gemacht… und diese Unarten, die sie hatte — es gab da denselben Hang zu ausagierten Wortspielen wie bei, ich weiß nicht, Duchamp oder… sie hatte eine Stimmgabel, die nahm sie dann vom Tisch, schlug damit gegen irgendwas und hielt sie hoch, wenn man etwas gesagt hat, dem sie beipflichten konnte, und dann ließ sie die Stimmgabel schwingen und sagte: ›stimmt!‹ — die schönen Zeiten…«

«Eure Tochter…«Der Wolf fand, es sei an der Zeit, ein eigenes Anliegen loszuwerden, wenn der Löwe schon so gesprächig wurde. Der wollte nichts davon hören:»Tochter, Possen. Blutsverwandtschaft ist eine Geisteskrankheit. So hat sie's gelehrt, unsere… Jetzt geh. Deine Befehle liest du in deinen Handflächen, morgen früh, sie werden gerade zusammengeschrieben.«

«Der Adressat meiner Botschaft…«, setzte der Wolf zaghaft dazu an, noch einmal nachzufragen. Der König fiel ihm ins Wort, ohne daß erkennbar gewesen wäre, ob sich das, was er sagte, auf die angefangene Frage seines Kuriers bezog:»Aber die Lähmung verurteilt die Gelähmte, die Lüge wird zum Gefängnis der Lügnerin, und das feige Herz stirbt am eigenen Gift.«

Dmitri dachte, voll Angst und Ehrfurcht: Wahrscheinlich ist er verrückt, und das womöglich schon länger, als es mich gibt.

Alter Hall grollte:»Geh, sag ich.«

Der Löwe mußte es kein drittes Mal sagen.

3. Helfen statt barer Münze

«Das alles interessiert mich längst nicht mehr«, sagte das Glas Whisky, das ein Fuchs gewesen war, zur Libelle Philomena, die es bestellt hatte.»Die einzige Ökonomie, die mich noch kümmert, mein Schatz, ist die informationelle. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit. Nimm nur meine drei Helden, die ich mir ausgedacht habe. Da laufen sie also jetzt herum, als Sinnbild selbdritt der Ziele der zweiten Generation nach der Befreiung.«

«Ziele, böh!«maulte die Libelle. Der Whisky kicherte:»Schon recht, es gibt gar keine. Aber die Masche verfängt. Alle reden von meinen Helden, viel mehr als von den blöden Fischen im Torus von Borbruck und dem krepierten Fisch, mehr sogar als von der Tochter des Löwen.«

«Du hast gut philosophieren«, sirrte die Libelle.»Aber bei uns, mein Lieber, kommt allmählich sogar das Wertgesetz zurück. Kriegswirtschaft, Wiedereinführung der alten Laster. Eins muß man dir lassen: Es trägt sich eben genau so zu, wie du immer befürchtet hast. Sie…«, die Libelle schüttelte sich und schaute tief ins Glas,»…sie zahlen wieder Löhne, sie setzen wieder Preise fest und machen bald auch wieder Profite. Izzy hat die Krallen drin.«

«Na!«mahnte die Flüssigkeit.

«Gut, dann eben Izquierda. Sie sagt, es geht nicht anders, es müsse akkumuliert werden. Es gibt… diesen Affen, Stanz heißt er, der war sogar kurz im ersten Löwenrat, da hat er…«, der Satz verlor sich im Trübsinn.



Die Gipfel gleißten draußen wie eben erst erschaffen; die Aussicht von der Restaurantplattform auf dem höchsten Berg der Erde war ungeheuer.

«Ach, vergiß den Rat«, sagte Ryuneke,»vergiß das alles. Bedauerliche Effekte der notwendigen Militarisierung. Das kommt doch nicht von diesem Affen und den anderen, die mit ihren rührenden Mitteln versuchen, eine Bourgeoisie zu bilden. Ich würde mir ärgere Gedanken machen wegen der Rationierung. Mangel, das ist kein gutes Zeichen. Wir leben wirklich wieder in einer Vorkriegszeit. Das stinkt.«

«Die Affen…«

«Hör mal, ich bin doch auf dem laufenden«, sagte die Flüssigkeit, indem sie Botenstoffe von ihrer Oberfläche aus in den Einzugsbereich der Geruchssensoren der Libelle diffundieren ließ.»Ich kriege jederzeit mit, was…«

«Was denn, was kriegst du mit?«Die Libelle wurde pampig.»Was dir dein Dingsbums Arroyo erzählt?«

«Sdhütz.«

«Wurst. Erstattet er dir brav Bericht, ja?«

«Du hast ihn nie leiden können, ich weiß. «Die Libelle bekam ein Bild übermittelt, auf dem Ryuneke lächelte, langmütig und mit kokettem Augenaufschlag seiner schweren Lider.»Das kommt nur daher, daß seine Tugenden nicht deine sind.«

«Er ist loyal, das stimmt«, sagte die Libelle. Sie war stolz darauf, daß der alte Fuchs nie eine begabtere Verräterin erzogen hatte als sie selbst.»Aber du mußt zugeben, daß das wahrhaft Besorgniserregende…«

«Papperlapapp. Nimm den denkenden Mais. Nimm die Saatkörner dafür. Das Zeug wird von den Dachsen angebaut, richtig? Die Affen haben bei Hof einen Plan eingebracht, für den selbst ich mich geschämt hätte — die jüngeren Aedile, die sich der Alte neuerdings hält, aber auch einige Alte wie Georgescu und der zwielichtige Wolf, die haben ordentlich gestaunt. Denn als man alles nachgerechnet hatte, wurde deutlich, daß nach diesem Vorschlag der Preis für eine Tonne denkenden Mais — der ja, vergiß das nicht, am Ende in den Höhlen fürs große Geheimprojekt des Löwen zum Einsatz kommen soll — die Parallelrechner, die Riesennetzwerke — daß also der Preis fürs Endprodukt fast in gleicher Höhe liegt wie eine Tonne Saatgut, unbehandelt, wobei eine Tonne denkender Mais dann auch noch einer Tonne Setzlings-Modularfiltermaterial gleichgesetzt wird. Was sind das, also ich bitte dich, für unmögliche Rechnungen? Als deine… Izzy… sich so weit im Griff hatte, mit, ha, fester Stimme einzuwenden, daß der Preis für eine Tonne Setzlingsfilterkörner ja wohl viel höher sein müsse als der Preis für eine Tonne Rohmais, wovon im übrigen doch auch die Börsenkurse an den Börsen der drei Städte zeugen — ja, siehst du, wir, das heißt in diesem Fall: der Löwe und seine Subsidien, handeln nämlich sogar wieder im großen Maßstab, und ich höre, er läßt Lebensmittel an diesen Amazonasgott schicken, gegen Kautschuk und Rauchholz, während wir zugleich einer bewaffneten Konfrontation von Weltkriegsausmaß mit dem sauberen Handelspartner entgegengehen — also, wo war ich, die Verfasser des glorreichen Vorschlags, die Affen, vor denen du dich so sehr fürchtest, weil du, um auch das gleich abzukürzen, simpelste Angst vor der Rache der Verwandten des Menschen wegen der Sache mit den Händen hast, nichts anderes bedeutet dein Alarmismus — siehst du, die nun wußten auf dieses Argument, das Fuchs, Fledermaus und Dächsin dann doch immerhin eingefallen ist, schlicht nichts Einleuchtendes zu antworten. Gar nichts. Haben wir uns wohl verrechnet, har har. Infolgedessen sah sich, wenn ich Sdhütz Arroyo richtig verstehe, der Hof genötigt, die Chose selbst in die Tatzen zu nehmen, die Preise für den Computermais per fiat zu senken und für andere Güter, das Setzlingszeug et cetera, spornstreichs zu erhöhen. Wenn das nicht lustig ist und nicht die ganze Hilflosigkeit offenbart, in die wir uns reinwurmen, dann weiß ich auch nicht. Da darf man sich doch nicht fürchten, da muß man sich doch freuen, über soviel Dilettantismus.«



«Du sagst mir«, erwiderte die Libelle spitz,»daß die nichts anderes machen, als was du auch gemacht hättest, wenn auch ohne Plan. Und daß du also keineswegs die Absicht hast, meiner dringlichen Bitte zu folgen und offiziell zurückzukehren in unser… Diesseits. Noch nicht, jedenfalls. Nicht, bevor die Katastrophe nicht erntereif ist. Du willst sie wursteln lassen, bis es brennt. Und dann den Eimer Löschwasser sehr teuer anbieten.«

«Das, Philomena, hab ich nicht gesagt. Das kannst du mir nicht anhängen. Was willst du? Ich komm schon wieder, mach dich nicht mopsig. Aber wann und wo, das mußt du mir überlassen. Vertrau mir, ich habe tatsächlich einen Plan.«

«Wenn du nur nicht immer so verdammt deterministisch wärst«, sagte die Libelle angriffslustig.»Im Gegenteil. Wenn ich weniger sprunghaft und nicht so originell wäre, müßte ich aufhören, mich zu überraschen, und dann gäbe es«, der Tonfall mündete in eine Kadenz, die anzeigte, daß das nun Folgende das letzte Wort war, das der Fuchs für diesmal zu äußern gedachte,»schon überhaupt gar keinen Grund mehr für mich, in irgendeiner Form, ob nun grob- oder feinstofflich, weiterzuexistieren.«

Es zischte, als der Schnaps verdampfte.

4. Ob die Warnung des Königs berechtigt war

«Biester, mit Blütenmündern«: Konnte man es treffender sagen? War es nicht pure Selbstbestrafung, an dieser Liebschaft festzuhalten, jetzt, da Lasara entdeckt war? Dmitri Stepanowitsch hätte knurren mögen, wenn ihn das nicht zu sehr an den alten Wolf erinnert hätte, der er nicht länger sein mochte.

Streitigkeiten:»Und du findest den gut, den Schmieraffen? Mit seinem Gekrakel, als wär's von Menschenhand? Na in drei Gottes Namen…«, dieser Tonfall, woher kam das Meckernde auf einmal, das Kieksen, die vollendete Anzüglichkeit in Lasaras Rede? Und warum? Nur weil Dmitri ab und zu den Affen Stanz besuchte, weil er Bilder bei ihm kaufte, als Geldanlagen und aus neuer Neigung zur Kunst?

Die Bilder kamen in ein Lagerhaus unterhalb der westlichen Stützstreben des Benzolrings, eine feste Adresse hatte Dmitri schließlich nirgends auf der Welt.

Das Lynxchen: Jetzt, da er wußte, daß es einmal ein Löwenjunges gewesen war, fand er's vor allem vorlaut und verzogen. Es war alles da, was ihm die bessere Gesellschaft der drei Städte schon immer widerlich gemacht hatte — die witzig gemeinten kleinen Phrasen:»und übrigenstens«,»hol's der Dachs«, die fehlerhaften Redewendungen (»in drei Gottes Namen«, sie glaubte wohl wirklich, daß das so hieß; sehr oft kollidierten Wendungen aus der Langeweile bei ihr zu Malapropismen), auch die blöde Manier des Dauerwiderspruchs: Kein Gespräch, dachte Dmitri entnervt, darf bei diesen Gente der besseren Herkunft je klären, was man voneinander will, keins darf Einigkeit herstellen wollen, um zum Handeln überzuleiten, jedes muß in der unernst indirekten, passiv aggressiven Kritik von etwas nicht einmal Ausgesprochenem, in der immer neuern Erwiderung auf eine Erwiderung sich erschöpfen, ein Zeugnis der Emanzipation von allen irgend nachvollziehbaren Absichten.

«Nein, weißt du, Schatz, ich finde…«, das war hundertmal mehr von oben herab gesagt, als wenn der Löwe ihn» Wölfchen «nannte. Schlechter Tanz: Zwei führen, niemand folgt, indem eins dem andern sofort, wenn dieses einen Schritt gemacht hat, auf die Pfoten tappt.



Dmitri sah dem Affen zu, wie der eine Kohlezeichnung fertigte: Erst wurden die schweren Massen per Schatten erschaffen. Dann entstand Schicht um Schicht, per weißer Höhung, die Genauigkeit und Präsenz eines Leibs. So, wie der arbeitet, dachte der Wolf, müßte man leben.



Er machte sich bereit zum Aufbruch; Dmitri war jetzt dankbar für die Mission.

«Also es dient dir als Vermögensspeicher«, spöttelte Clea Dora, die enttarnte Lasara.»Das Affengeschmier da.«

«So was brauchst du nicht, ich weiß. Dein Reichtum ist, daß du geboren wurdest.«

«Werd nicht so«, zog sie ihn auf, fast vorsichtig jetzt.

Diese Vorsicht kam zu spät.

Er wandte sich ab, sah aus dem Fenster ins Weite, wo es Arbeit für ihn gab.

Der Affe fuhr fort mit dem Malen, als wären sein Sammler und dessen vornehme Freundin gar nicht bei ihm.

Dann wieder wußte sie so vieles, was Dmitri auch wissen wollte, daß er einfach nicht von ihr lassen konnte — aus der Geschichte und der Vorgeschichte vor allem, aus der Langeweile. Die letzte Schlacht etwa, in der die Menschen noch organisierten Widerstand geleistet hatten, konnte sie beschreiben, als ob sie dabei gewesen wäre — die steinernen Riesen, als welche die Menschen, gerüstet mit großen grauen Körperpanzern (»das Modell hieß ›Mann og kvinne‹, es hätte sie sogar auf dem Ground Zero einer Nuklearexplosion geschützt«), in einer Gegend namens» Vigeland «herumgestampft waren, Dachse getötet hatten und Festungen errichtet, schilderte sie so lebhaft, daß er sie beinah sehen konnte, daß er den Geruch von Öl und Feuer wahrnahm, den ganzen volatilen Gemischdampf, den der Boden von Vigeland ausgedünstet hatte, bevor die Perrhobakter aus Izquierdas Laboratorien jene schweren Rüstungen dann geknackt hatten.

Sehr mochte er auch die Literatur, die sie ihm rezitierte, die er in ihren Blicken aus ihrem Kopf herauslesen durfte,»lectorem delectando pariterque monendo«, Dichtungen der Überwundenen,»therfore do you my rimes keep better measure, And seeke to please, that now is counted wisemens threasure«, und wie sie ihm vorsang vom Rosenroman, von Ferrante Pallavicino, von Ezra Pound, von Guido Cavalcanti, von Liane de Pougy, von Jiji Zhenjing, von» the secret transmissions state that by using one human being to supplement another, one naturally obtains the true essence«, von Al-Tifashi, von Zoé Valdés, von Ernest Dowson, Maxime Du Camp, Rainer Maria Gerhardt, den kleinen Mädchen des Herrn Vladimir Nabokov und den großen Mädchen des Herrn Henry Miller, von den Mores schließlich, aus denen das alles gewachsen war:»Wie, sexuelle Orientierung? Also ehm das hieße ja praktisch«, Dmitri kratzte sich am Kopf, mit allen Krallen seiner Rechten,»eine Münze werfen und ab da nur noch mit denen, die wie man selber sind oder gerade anders oder wie?«

«Naaa«, sagte Lasara gedehnt und streckte sich, daß er gleich wieder ihre Streckbank sein wollte,»es ging ihnen eben nichts über die primären Geschlechtsmerkmale als Orientierungshilfen in Sachen: Wer bin ich.«

«Also Schwanz und Muschi — das war's dann schon? Das verstanden die unter Sex? Sag mal, haben die einander denn nicht geküßt?«

5. Freunde

Was den Ruhm der drei Helden in Wahrheit begründete, waren nicht ihre Taten, nicht die Berichte von ihren Fahrten und den Wundern, die sie sahen. Man liebte sie, weil sie zusammenhielten. Daß sie eine Einheit von Mut und Witz bildeten, daß sie alleine gar nicht denkbar waren, das machte die Legende aus.

Hecate, Huan-Ti und Anubis: Wer einen dieser Namen nannte, mußte die andern nennen.

Es paßte, weil sie einander ergänzten: Hecate war eine starke Tinkerstute mit gelber Mähne, geschecktem Leib und festen Füßen, Huan-Ti ein weißer Tiger mit furchtbarem Brüllen sowie einer Vorliebe für lange Nächte und träge Tage, Anubis ein Frettchen aus dem Süden, das grobe Lieder wußte, schlechte Scherze und beste Auswege aus beinah jeder Lage. Sie hatten sich in Kapseits kennengelernt, wo Huan-Ti es als Veranstalter exklusiver Sportspiele und Organisatorin von Wetten zu Vermögen gebracht hatte.

Das war während der schweren Jahre der frühen Kriegsvorbereitungen gewesen, während der Pherinfonsperre und des Transkontinentalembargos für Pflanzen wie für alles andere Lebendige, das keine Sprache hatte. Diese Anordnungen sollten das Einsickern von Spionen Katahomenleandraleals verhindern; Wirtschaft, Politik und Kultur in den drei Städten wurden dadurch sehr verändert.

Damals waren die drei Helden bis in die frühen Morgenstunden zusammen um die Häuser gezogen und hatten so viel lustigen Krawall gemacht wie überhaupt möglich. Bei der Gelegenheit hatte sie schließlich ein Nektarvogel, der für Ryunekes weitverzweigte Weltpherinfonnachrichten- und Unterhaltungsgruppe arbeitete, als proaktive Reporter verpflichtet. Die unmöglichen Situationen, in die sich die drei brachten, kamen auch Ryuneke selbst bald quirlig genug vor, um damit alle Gente zu zerstreuen.

In Borbruck, Landers, Kapseits wuchs mit jedem neuen Streich der Helden ihre Gefolgschaft: Besäufnisse, Sexualausschweifungen, Schlägereien, sogar ein paar unfreundliche Begegnungen mit der Dachsenwacht gehörten dazu.



Endlich, als, wie Anubis sagte,»die Stadt komplett verkommen und vom alten Glanz kein Fetzchen mehr übrig «war, hatte Hecate vorgeschlagen, man könne sich doch zwecks Verjüngung, Weitung der Perspektive und gepflegter Zeittotschlägerei auf eine gemeinsame Weltreise begeben.

«Tja, was heißt Welt — ein bißchen übern Rand des zivilisierten Tierreichs raus, dahin, wo nicht nur Gente leben, sondern auch das Volk haust, das keine Sprache hat.«

Ryunekes Nachrichten- und Unterhaltungsgruppe erklärte sich bereit, das Unternehmen mit baren und logistischen Mitteln zu unterstützen:»Wir können alle ein bißchen Abwechslung gebrauchen, knapp, wie die Annehmlichkeiten geworden sind«, ließ der Fuchs verlauten. Er spielte auf die Wirtschaftslage an; die Energieguthaben, die Umleitung von Ressourcen in immer neue Fonds für das, was Izquierda und ihr rasch weiter anwachsender Stab (von 30000 Gente war zuletzt die Rede) im Präferenzgebirge trieben.



Hecate, Huan-Ti und Anubis brachen auf; suchten und fanden Abenteuer, von denen Lieder, Filme und die bildende Kunst der Gente noch lange berichten sollten.

Sie setzten auf Schiffen übers kleine Meer und durchquerten Wüsten auf der kontinentalen Wallstatt, die während der Langeweile» Afrika «geheißen hatte.

Dort machten sie, an einem langen Nachmittag im Herbst des sechsten Jahres nach Einführung der zweiten Kommandowirtschaft in den drei Städten seit der Befreiung, ihre wichtigste und unheimlichste Entdeckung.

«Hier sind sie hergekommen, vor soundsoviel Tausenden von Jahren«, sagte Hecate und scharrte mit dem Fuß im Sand, in Sichtweite einer Wasserstelle, über einem schattigen Tal.

«Und haben dann Naturparks draus gemacht, später. Tourismus. Wollten, was wir hier wollen: Löwen und Giraffen anschauen, die keine Sprache hatten.«

«Gibt's immer noch, stimmt«, sagte Anubis.»Cyrus Iemelian Adrian Vinicius Golden, möge er alt werden wie Dreck, ist natürlich sentimental. Beziehungsweise sentimental natürlich, ihr wißt schon. Er läßt den Vernunftlosen ihre… wie hieß das in der Langeweile? Reservierungen?«

«Reservate«, wußte Hecate.

Huan-Ti gähnte lang und sagte dann:»Immerhin, wenig Menschenscheiße, kann man dankbar sein.«

Es war keine Metapher — am Rand der drei Städte fand man inzwischen, seit die Gente ihre Abfälle nicht mehr in die suburbanen Elendsgürtel kippten, sondern in großem Umfang wiederverwerteten, nur noch Müll, Ausscheidungsprodukte oder Leichen der letzen Versteckten mit den verkrüppelten Händen.

Sie waren in Katakomben und einsturzgefährdeten Ruinen von Bauwerken untergekrochen, die zu Siedlungen gehörten, welche der Löwe nicht der Aufnahme in eine seiner Megastädte für würdig befunden hatte.

Menschenscheiße: Der also hatten die drei Helden, neben der zunehmenden Krisentristesse, entkommen wollen, um ihre Tatzen, Hufe, ihr Fell an einer interessanteren Wirklichkeit zu reiben.

Huan-Tis Bemerkung regte Anubis, der immer gern alles genau wissen wollte, dazu an, in den Spitzenfasern eines Grasbüschels nach der präzisen Zahl der überlebenden Vorfahren zu riechen. Es gab hier, im brütenden Land, nur wenige codierte Wissensadern, die man anzapfen konnte, aber die gelben Schafte und die in Duftporen eingedrehten Indizes verrieten dem Marder, daß er sich das richtige Gewächs ausgesucht hatte: Wie viele Menschen, fragte er, gibt es noch auf der weiten Wallstatt, die Afrika geheißen hat?

«Ein paar hunderttausend«, erwiderten die nichtlokalen Speicher.

Das Frettchen wollte dieses beruhigende Wissen gerade mit seinen Gefährten teilen, als der weiße Tiger» psst «machte und den andern ein stummes Zeichen blinzelte: Schaut, drüben!



Sein Kopf nickte in Richtung der selbstvergessenen und weltlosen Cousins und Cousinen des Königs.

Die auf einer weizengelben Anhöhe ausruhende Löwengroßfamilie dachte sichtlich an nichts Böses. Eine sehr schöne Löwin, wohl die Erwählte des abwesenden Alphatiers, ging von der wohlig ausgestreckten Haltung großer Ruhe eben in ein gespanntes Lauern über, das von einer Witterung herrührte, die sie aufgenommen hatte.

«Beute! Jetzt wird's lustig!«zwinkerte Hecate, die froh war, daß sie mit ihren Freunden im Gegenwind stand und überdies im Schutz zweier ausladender Pantherbäume.

Das Frettchen flüsterte einen seiner zu Hause so beliebten Sprüche:»Hier passiert gleich was, und das meiste, was passiert, trägt sich ja bekanntlich in Form von Ereignissen zu.«

Huan-Ti, dessen grüne Augen weiter und schärfer blickten als die kastanienfarbenen der Tinkerstute und die silbernen des kauernden Anubis, war der erste, der erkannte, was die Löwin geweckt hatte: Drei schwere füllige Büffel und ein staksendes Kälbchen, die keine Ahnung von der Gegenwart der Jäger drüben zu haben schienen, näherten sich in ruhigem Trott dem kleinen See.

Sie kamen übern Hügelkamm, direkt auf die Löwen zu, aufs Verderben.

In seinen Muskeln spürte das kräftige Pferd, an das die Freunde sich jetzt enger schmiegten, daß sich etwas Subtiles verändert hatte; daß hier jetzt Trommeln pumpender Herzen die Zeit maßen, nicht mehr die gemächlich durchs Gras ziehenden Winde.

Die Löwen liefen los.



Die Büffel erschraken, wandten die Köpfe, bockten.

Ihr Laufschritt geriet aus dem Rhythmus. Der massigste floh vorneweg, schlug sich ins hohe dürre Gras, war gleich verschwunden. Die beiden andern erwachsenen, scheuend und wirr, Kopf an Kopf, wichen hinterm Wasser zum flachen Durchgang zwischen zwei Hügeln aus. Das Kälbchen aber fiel zurück und wurde von einer der jüngeren Schwestern der ersten Löwin angegangen, hart gerammt und umgestoßen. Es stolperte, trat kraftlos aus, kippte nach links und fiel ins Wasser. Gleich waren zwei weitere Löwinnen über ihm, auf ihm, an seinem Hals, an seiner Flanke.

Brackiges Seewasser spritzte, da war schon Blut.

«Dicke Haut«, hoffte Hecate,»da frißt man sich nicht so schnell durch.«

Rost zwischen Grün: Was geschah? Das Frettchen versuchte, den Blick schärfer einzustellen. Das Beißen und Tatzenhauen wütete im Schatten eines Strauchs, der mitten ins Wasser hing. Zwei der Löwinnen lehnten sich auf den gefallenen Leib wie Zaungäste über eine Absperrung.

Die drei Freunde wußten nicht, ob das Opfer noch lebte. Jetzt versuchten die Jägerinnen, das Kalb aus dem Wasser zu ziehen, man sah bloß den Hinterleib, etwas schlug hoch. Seit wann hat ein Kalb so einen breiten, ledrigen Schwanz? Nein, es war nicht das Kalb.

Es war etwas Neues, und gleich waren's drei davon.



«Seht ihr das? Du dicke Pisse! Ein Krokodil?«Der Körper, der sich von hinten ins zappelnde Büffelchen verbiß und gegen den die Löwinnen sichtlich große Kraft aufwenden mußten, war glatt und weiß und hatte oben Nesseln, die wimmelten wie Anemonenstummelzungen.

«Kriegst du das spektroskopisch aufgelöst?«fragte der weiße Tiger die Stute. Hecate zögerte und schaute lang. Dann wisperte sie, mit pfeifendem Atem:»Da ist 'ne ganz schnelle… Chemie im… irgendwelche extremen Reaktionen, Verbrennungen, soviel ist sicher, aber ob…«

«Es brennt. Schau, wie das Kälbchen tritt! Die Nesseln… die Dinger im See, die brennen. Das müssen Nemato… dingbums sein, wie bei Quallen oder…«

«Aber die Angreifer sind… das ist nicht biegsam, nicht wie… das ist gepanzert! Verrückter Mist!«



Tieftönend, breit wie die Wallstatt selbst, rumpelte hinter den Hügeln ein Ton, bald lauter als das klatschende Wasser, das Brüllen und Morden.

Es war die Rettung fürs Kälbchen: Die Büffel kehrten zurück, in gestrecktem Galopp, nicht eine Handvoll wie vorhin, sondern eine Armee, eine ganze Herde, die breiten Hörnerbögen wie Waffen aufgestellt auf den wulstigen Stirnen.

Die Löwinnen ließen augenblicklich von ihrem Opfer ab. Zwei wurden gestoßen, erst dann flohen sie, zwei andere rannten gleich davon, eines der Raubtiere wäre fast zertrampelt worden und rettete sich mit einem Satz ins Gras. Die Erscheinung im Teich, das dreifache, nesselnde, glatt Gepanzerte, hatte das Kälbchen freigegeben, als die Hufe der Büffel die Erde hatten erbeben lassen. Das Kälbchen, angeschlagen und benommen, aber am Leben, wurde von der wogenden dunkelbraunen Masse der Verwandten aufgenommen.

Die Löwen waren verschwunden.

Erst Stunden später wich die Erleichterung der drei Zuschauer, die den glücklichen Ausgang aufgezeichnet und mit dem Rest der Szene sofort nach Hause abgestrahlt hatten, der Frage, die Anubis stellte:»Was war das eigentlich, im Wasser?«

Man erkundete das Gelände, beschrieb einen großen Kreis, erst von der Wasserstelle weg und dann zurück.

Keine Spuren.

«Wir können nicht sicher sein«, sagte Anubis, als Huan-Ti seine rechte Vorderpfote in den Teich getaucht hatte und dort mit sämtlichen Sonden keine Spuren von Leben oberhalb der Kleinfischstufe fand,»daß sie nicht in der Zwischenzeit den Teich verlassen haben, was immer das für…Wesen waren.«

«Du meinst Amphibien? Reptilien?«

«Polemoamphi…«, setzte Anubis an, er tat sich gern groß mit seinen angeblichen guten Beziehungen zu Izquierdas Leuten und mit dem geheimem Wissen, das sie ihm gelegentlich verrieten.

«So 'n Stichwort hat gefehlt«, knurrte Huan-Ti. Hecate legte den edlen Kopf schief und sagte:»Vielleicht hat er recht. Vielleicht waren diese… lackierten Tonscherben… mit Beißmaul und Nesseln, die wir vorhin gesehen haben, wirklich diese Kampfgeschöpfe. Diese Diener von…«

«Katahomenleandraleal«, trumpfte das Frettchen auf. Seine Nase glänzte informiert.

«Die hätte ich mir anders vorgestellt. Und übrigens, wo sind sie hin? Noch eins: Was tun sie hier unten, am abgelegensten Zipfel der Welt?«fragte der Tiger.»Vielleicht sind's Manöver. Kriegsvorbereitungen. Invasionsspiele. Landungstests«, sagte Hecate.

Darauf schwiegen alle eine ungemütliche Minute lang.

«Ich hab's jedenfalls in sämtlichen Spektra aufgezeichnet«, meldete Anubis endlich.

Seine Hinterretinalkamera besaß mehrere Tage Speicher.»Ich schick's den Dachsen, wenn euch das beruhigt.«

Die Freunde machten keinerlei Versuch, ihm das auszureden.



So konnte wenige Tage später die Fledermaus Izquierda das Material in ihrer Höhle sichten.

Als sie damit fertig war, sagte sie einen Satz, mit dem ein neuer Abschnitt der Gentegeschichte begann:»Das sind weder Krebse, noch Krokodile, noch Amphibien. Wir brauchen eine neue Nomenklatur, Kinder. Ich sag euch, was das ist. Das sind Keramikaner.«

6. Strömung

«Entartete Materie.«

«Und wie kann ein lebendiger Organismus die…«

«Verstrichen zu einer Art Salbe«, erläuterte der Anglerfisch Carl Tamerlanski, der so ziemlich das Abscheulichste war, was Dmitri Stepanowitsch Sebassus je gesehen hatte.

Er mußte glauben, was ihm erzählt wurde, auch wenn's nicht plausibel klang. Hier kannte er sich nicht aus, in solchen Dingen galt allein das Wort der Ansässigen im tiefsten Ozeangraben, auf halber Strecke seiner langen Reise. Wenn es die Technologien zur Druckanpassung und Schwerkraftkorrektur nicht gegeben hätte, die ihm der Angler im gigantischen Buckyball überm Vulkanschacht erklärte, dann wäre er selbst, trotz Kiemen, bereits tot; zerquetscht von dieser schweren Hölle.

«Wir können«, extemporierte der Fisch, und sein Maul klappte dabei noch eine Spur blasierter auf und zu, als sein Gesichtsausdruck ohnehin dreinschaute,»inzwischen praktisch jedes Gas wie eine Flüssigkeit, sagen wir: wie Wasser behandeln. Unsere weitestentwickelten Prototypen wären imstande, in der Atmosphäre des Saturn den dortigen Extremzuständen Widerstand zu leisten. Gravkalibrierungsgürtel wie der, den Sie tragen, halten selbst dem Sturm im roten Auge des Jupiter stand.«



Dmitri wünschte sich zurück in seine Bathyspähre, zurück zum Ozeanrücken, wo er mit heiteren Delphinschulen geplaudert hatte, oder auf den Kontinentalabhang, wo er Walen begegnet war, die seine Leidenschaft für Rätsel teilten. Ach, überallhin, nur nicht in die Gesellschaft dieses Ungeheuers und seiner Leibwache, die aus scheußlichen Seeratten und stier vor sich hin glotzenden Sechskiemenhaien bestand. Der Löwe aber hatte ihn beauftragt, die Experimente der Tiefseeatlantiker persönlich in Augenschein zu nehmen.

«Hasardeursphysik«: Es galt, die Gerüchte zu erhärten oder zu widerlegen, die in den Metropolen umgingen. Deshalb fragte Dmitri, gequält wassertretend:»Darf ich rein? In den Innenraum der Kugel?«Der Buckyball, größer als der Isottatempel von Kapseits, loderte unheimlich aus tausend Zellen. Etwas von der Angst, die Menschen der späten Langeweile beim Wort» Radioaktivität «empfunden haben mochten, machte dem Wolf zu schaffen.



Tamerlanskis Leuchtorgan funzelte elektrisch, als der den Kopf schüttelte:»Wir dürfen selbst nur nach jahrelanger Bewährung bei… sensiblen Außenarbeiten hinein. Was da drinnen los ist… manche, die es erlebt haben, behaupten, es könne sich nicht anders anfühlen, auf der Oberfläche eines Sterns spazierenzugehen. «Der Wolf dachte ans Aquarium unterm Benzolring und daran, daß die Fische seit je zu Imponierartefakten neigten. Sollten sie.

Er richtete eine weitere Frage seines Herrn aus:»Stimmt es, daß ihr mehrere von diesen Bällen baut? Tiefer im Graben, immer nah an Vulkanen?«

«Das ist also zu euch gedrungen, daß wir Spindizzies konstruieren.«

«Spin…«

«Fliegende Städte. Die eines Tages, vielleicht bald schon, die leeren Abstände zwischen den Planeten und endlich sogar zwischen den weit auseinanderliegenden stellaren Körpern…«

Der Wolf rümpfte die Nase.

Der Widerling da hätte ihm mit demselben Gehabe eine Kampagne zur Entvölkerung der Weltmeere verkauft — ja, sehen Sie, man müßte sie alle auslöschen, die Küstenmakaken und Schlammspringer im Flachgewässer, und dann im Riesenbecken selbst die ollen Langusten, Clownsfische und Quallen, alles, was nicht von der Evolution kraft immenser Häßlichkeit und kompakter Biestigkeit wie ich fürs Überleben bis in unbestimmte Zeiten ausersehen ist, gewiß doch, man hat die Gifte bereits entwickelt und hält sie vorrätig, genau wie die Bomben, einen großen Park voll Waffen, eingelagert in Korallenstöcken…



In Wirklichkeit quasselte Tamerlanski aufgedreht von» zwei Sorten, der naheliegenden und der baryonischen. Wir haben beide erfolgreich synthetisiert. Die erste Sorte, die im Innern von weißen Zwergen vermutet wird, ebenso wie die zweite, die wahrscheinlich in Neutronensternen entsteht. Das Ausschlußprinzip muß man sich dabei als…«Die hirnlosen Haie in seiner Entourage trugen während des Vortrags Visagen zur Schau, die Dmitri gern gebissen hätte.

Der Wolf vermutete, daß in ihnen durchaus etwas vorging: Fiebriges, Tödliches, das sie dauernd mit instinkthafter Zerstörungswut zu überschwemmen drohte, ihren Hunger nach Blut anstachelte.

In der Hinterhut der kleinen Schwimmkolonne wiegten sich Blasenartige, deren sachte Bewegung Dmitri spöttisch, ja unverschämt vorkam.

Ich will hier weg, verflucht! Ist das jetzt Platzangst, Tiefenkoller?

Der Wolf beschloß, sein autonomes Hörhirn speichern zu lassen, womit der Angeber ihn vollquasselte. Sollte der Löwe den Matsch doch später aus seinem Gehirn popeln.

Ich hätte bei Lynxchen bleiben sollen und seßhaft werden, so sieht's aus.

«Verstehen Sie?«fragte das Monster.

«Sicher«, log Dmitri Stepanowitsch,»faszinierend.«

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