Kapitel 7

30. April, Herrenbaus bei Morges, Schweiz

Neben dem Tintenfass aus Messing lag eine mit einer goldenen Spitze bestückte Gänsefeder auf einer kleinen hölzernen Ablage. Neben der ledernen Schreibunterlage ruhte der Arm eines Mannes in einem dunklen Jackett. Den weißen Hemdsärmel zierte ein kostbarer Manschettenknopf, auf dem Mittelfinger steckte ein schwerer rotgoldener Siegelring. Der Schreibtisch war krude aber mächtig, eine Antiquität, die vor einigen Jahrhunderten in einem Schloss gestanden haben mochte. Davor standen ein Mann und eine Frau, beide deutlich jünger als der Beringte.

»Wie schätzt ihr es ein, meine Freunde?«, fragte der Herr hinter dem Schreibtisch.

»Es ist die beste Gelegenheit seit langer Zeit. Ihr solltet weniger misstrauisch sein, Steffen«, antwortete die Frau.

»Ich denke ebenso wie Johanna«, warf der jüngere Mann ein. »Wir sollten nicht frühzeitig abbrechen.«

»Es ist in der Tat noch sehr früh«, stimmte der Herr zu, stand auf und strich sich über seinen weißen Bart, während er auf den Genfer See blickte. »Es sind mehr Menschen involviert als jemals zuvor. Die Gefahr ist somit auch größer als jemals zuvor.«

»Es sind aber auch gelehrtere Leute als jemals zuvor«, sagte Johanna.

»Sicher, sie werden immer gelehrter, aber sind sie auch intelligenter, weiser geworden?«

»Wenn wir sie auf den richtigen Weg bringen, können wir es herausfinden«, sagte der jüngere Mann. »Und uns bleibt noch genügend Zeit, abzubrechen.«

»Die ersten Schritte waren nicht sehr ermutigend. Und ihr wisst, wie es ist: Mit fortschreitender Zeit wird es immer schwieriger, alles ungeschehen zu machen. Ich hoffe, du behältst Recht, Joseph.« Steffen trat vom Fenster zurück. »Aber einverstanden. Damit ist die Entscheidung klar. Vielleicht bringen schon die nächsten Tage Gewissheit.«

2. Mai, Hôtel de la Grange, St.-Pierre-Du-Bois

»Es freut mich zu sehen, dass Ihr Appetit keinen Schaden genommen hat.« Peter war mit seinem Fisch bereits fertig, aber Patrick hatte sich eine zweite Hauptspeise bestellt und trank dazu auch bereits die zweite Flasche Rotwein. Einen schweren Domaine de Villemajou, der, wie er erklärte, angeblich wunderbar zu seinem deftigen Braten passte.

»Hat denn sonst etwas Schaden genommen?«, fragte er belustigt.

»Das müssen Sie mir sagen, es sieht jedenfalls nicht danach aus.«

»Abgesehen vom Hunger fühle ich mich wirklich gut erholt. Ist aber auch kein Wunder, wenn Sie mich zwei Tage am Stück schlafen lassen.«

»Sie hatten es tatsächlich nötig. Der Arzt konnte nichts weiter feststellen außer einer hochgradigen körperlichen und geistigen Erschöpfung.«

»Ich kann mir immer noch nicht erklären, wie Sie mich geweckt haben. Sie haben einen Akupressurpunkt benutzt?!? Wenn ich schon nicht an solchen Hokuspokus glaube, wie kommen Sie denn dazu?«

»Ein Versuch, aus der Not geboren. Ich hatte keine andere Wahl.«

»Wahrscheinlich hat es einfach nur verdammt wehgetan. Vielleicht bin ich deswegen aufgewacht.«

»Seien Sie nicht so undankbar, immerhin hat es funktioniert, und es stand nicht gut um Sie. Können Sie mir erklären, was Ihnen passiert ist?«

»Nein, wirklich nicht. Was den Unfall angeht, ist in meinem Schädel noch ein einziges Chaos.«

»Haben Sie denn irgendeine Erinnerung an den Vorfall? Was haben Sie gespürt?«

»Ich kann es nicht sagen, beim besten Willen. Wenn ich versuche, darüber nachzudenken, schweifen meine Gedanken ab, ich werde verwirrt und bekomme Kopfschmerzen. Ich hoffe, dass sich das in den nächsten Tagen legt. Sicher ist jedenfalls, dass wir diesen schwarzen Fleck meiden müssen!«

»Der Entdecker der Höhle ist ja angeblich noch immer umnachtet.«

»Das kann ich mir gut vorstellen. Ich würde gerne mal mit ihm sprechen und herausbekommen, was ihm genau passiert ist.« Er nahm einen Schluck Wein. »Wie haben Sie denn Ihre Zeit verbracht? Ist etwas passiert? Sind Sie vorangekommen?«

»Ich bin noch zweimal in der Höhle gewesen und habe die Inschriften studiert. Sie überdecken einander stellenweise, sind also nacheinander angebracht worden, vielleicht mit vielen Jahren Abstand. Mit einer präziseren Analyse könnte man vielleicht feststellen, wie viel Zeit zwischen den einzelnen Inschriften liegt.«

»Konnten Sie die Texte entziffern?«

»Ein paar lateinische Zeilen, ja. Sie scheinen aber in keinem sinnvollen Zusammenhang miteinander zu stehen.« Peter holte ein Notizbuch hervor, das er sich zugelegt hatte, um spontane Ideen, Fragen oder Erkenntnisse festzuhalten. »›Memento, homo, quia pulvis es, et in pulverem reverteris‹«, las er vor.

»Aha«, meinte Patrick.

»›Erinnere dich, Mensch, dass du aus Staub bist, und dich in Staub zurückwandeln wirst.‹ Ist christlichen Ursprungs, die Worte Gottes zu Adam nach dem Sündenfall. Dann habe ich noch gefunden: ›Indocti discant et ament meminisse periti‹, was so viel heißt wie ›Die Ungelehrten sollen es studieren, und die Gelehrten sollen es lieben, sich zu erinnern.‹ Das hatte jemand in die Wand gekratzt.«

»Das Letzte bezieht sich vielleicht auf die anderen Inschriften in der Höhle?«, sagte Patrick.

»Ja, das könnte sein. Möchten Sie noch einen Nachtisch?«

»Nein, danke. Nur noch eine rauchen und dann einen Kaffee.« Er legte seine Serviette auf den Tisch, lehnte sich zurück und zündete sich eine Zigarette an. Peter nahm die Gelegenheit wahr, um seinerseits eine Pfeife zu stopfen.

»Ich bin dafür, dass wir uns aus Genf einen Sprachwissenschaftler bestellen, dann kommen wir hier wesentlich besser voran.«

»Wollen Sie sagen, Sie sind mit Ihrem Latein am Ende?« Patrick lachte über seinen eigenen Witz, aber Peter ließ sich nicht davon ablenken.

»Ich habe noch etwas anderes gefunden«, fuhr der Engländer fort. »Eine Zeichnung.« Er schob Patrick das Notizbuch über den Tisch und deutete auf eine Bleistiftzeichnung.

»Eine Blume? Und was bedeutet die Inschrift?«

»›Hoc sit exemplum discipulis‹ heißt ›Dies ist ein Beispiel den Lehrlingen‹, oder ›meinen Lehrlingen‹. Die Buchstaben C.R.C. sind vielleicht die Initialen des Verfassers.«

»Der Verfasser ist der Meinung, etwas – vielleicht die Höhle – sei ein gutes Vorbild, für seine Lehrlinge?!«

»Vielleicht...« Peter hatte seine Pfeife nun entzündet und hob lächelnd eine Augenbraue. »Wir werden es ja herausfinden. Die Blume ist nämlich eine Rose. Eine ganz besondere Rose, und ich weiß auch, wer sie gezeichnet hat.«

»Sie machen Scherze!«

»Beileibe nicht.«

»Und? Von wem ist sie?«

»Lassen Sie sich überraschen, ich habe bereits telefonisch ein Treffen organisiert. Wir müssen nach Paris fliegen. Fühlen Sie sich dazu in der Lage?«

»Sicher.« Patrick klopfte sich auf den Bauch. »Für mein Wohlbefinden ist erst mal gesorgt. Wann geht's los?«

»Wir fahren heute Nachmittag nach Béziers und nehmen von dort aus einen Flieger. Das Treffen ist bereits heute Abend. Rückreise ist morgen früh.«

»Sie haben schon alles organisiert, Peter?«

»Die Genfer ›Babylon Stiftung‹ macht's möglich«, scherzte Peter und erfreute sich am überraschten und anerkennenden Ausdruck auf Patricks Gesicht.

»Alle Achtung! Ich schlage vor, dass wir die Zeit nutzen, um ein Fax an Elaine aufzusetzen.«

»Welchen Inhalts?«

»Ich möchte von ihr den genauen Aufenthaltsort des Schäfers erfahren.«

»Einverstanden. Dann sollten wir bei der Gelegenheit gleich einen Linguisten oder besser einen Fachmann für Sprachen des Altertums bestellen.«

»Glauben Sie, Elaine kann jemand auftreiben, der Keilschrift, Hieroglyphen und Maya-Glyphen lesen kann? Vielleicht auch noch ein bisschen Hebräisch und Griechisch, wenn wir schon dabei sind?«

»Immerhin reichte ja auch eine Person, die weiß, wo sie die jeweiligen Übersetzungen auftreiben kann. Aber lassen Sie uns ruhig die Grenzen von Madame Kosten-spielen-keine-Rolle ausloten, nicht wahr?«

»Peter, Sie werden mir immer sympathischer.«

2. Mai, Brasserie La Tipia, rue de Rome, Paris

»Herr Professor Lavell! Es freut mich, Sie wiederzusehen!«

Ein Geschäftsmann Mitte fünfzig mit Krawatte und Anzug war an ihren Tisch getreten. Peter stand auf und reichte ihm die Hand.

»Darf ich vorstellen: Patrick Nevreux, Ingenieur und Archäologe, wir arbeiten zusammen. Dies ist Sebastian Hoquet, Bankier und erster Ansprechpartner für unser Anliegen.«

Sebastian setzte sich und bestellte mit einem Wink einen Kaffee. Dann wandte er sich Peter zu und lächelte ihn an.

»Wir haben uns so lange nicht gesehen, Herr Professor. Ich habe Ihre Veröffentlichungen mit Begeisterung verfolgt. Eine Schande, dass das Echo Ihnen und Ihren Forschungen nicht gerecht wird.«

»Ich schätze, es ist nur eine Sache des Zeitpunkts. Es geht ja nichts verloren.«

»Und nun arbeiten Sie schon wieder an etwas Neuem? Was ist der Grund für Ihre Eile?«

»Wir haben eine Zeichnung gefunden und möchten wissen, in welchem Zusammenhang sie mit der Loge steht.«

Sebastian lachte auf. »Sie wissen doch, dass ich im Zusammenhang mit unserer Loge an mein Schweigegelübde gebunden bin?«

»Das weiß ich wohl. Aber es ist doch einen Versuch wert, nicht wahr?«

»Ja, sicherlich. Um was für eine Zeichnung handelt es sich denn, und wo haben Sie sie gefunden?«

Peter überreichte dem Mann eine Kopie der Rose mitsamt der Inschrift. Der sah sich das Papier nur kurz an, da entglitt ihm für einen kurzen Moment die Kontrolle über seine Gesichtszüge. Es war nur ein flüchtiger Augenblick, dann hatte er seine Fassung wiedererlangt.

»Wo haben Sie das her, Herr Professor?«

»Es kommt Ihnen bekannt vor?«

»Sie müssen mir sagen, wo Sie diese Grafik kopiert haben!«

»Ich würde Ihnen gerne helfen, Monsieur Hoquet, aber ich fürchte, wir müssen uns in der Mitte des Weges treffen. Ich arbeite an einem Projekt mit höchster Geheimhaltung. Nichts darf nach außen dringen. Sagen Sie mir doch, was der Grund für Ihre Aufregung ist.«

Der Bankier schien sich etwas zu entspannen, hielt das Blatt aber weiter fest. »Ich bin seit vier Jahren nicht mehr Großmeister. Den jetzigen Kurs der Loge bestimmt nun Renée Colladon. Der Großmeister legt fest, was gesagt werden darf und was nicht. Er ist für das Bild in der Öffentlichkeit verantwortlich. Wir müssen ein Treffen mit Renée vereinbaren...« Er hielt einen Augenblick inne und dachte nach. Dann stand er plötzlich auf. »Ich muss ein paar Telefonate erledigen. Haben Sie heute Abend noch Zeit? Wäre es Ihnen recht, wenn ich Sie im Hotel anrufe und dort abhole?«

»Das ist kein Problem. Wir sind im Méridien. Hinterlassen Sie eine Nachricht für uns. Und bitte lassen Sie das Blatt hier.«

Als der Mann das Restaurant verlassen hatte, war es an Patrick, Fragen zu stellen.

»Der hatte es ja ganz schön eilig. Woher kennen Sie ihn, und von welcher Loge haben Sie gesprochen?«

»Ich habe ihn im Zuge früherer Recherchen kennen gelernt. Damals war er Großmeister der ›Bruderschaft der Wahren Erben von Kreuz und Rose‹, einer einflussreichen Freimaurerloge. Ihr Emblem ähnelt dem aus der Höhle auffallend. Er wird uns sagen können, wie es in die Höhle kommt und was die Inschrift bedeutet.«

»Was haben Sie mit solchen Sekten zu tun, Peter? Das hätte ich Ihnen nicht zugetraut...«

»Keine Sekte. Es sind Freimaurer, oder sagen Sie meinetwegen eine Geheimgesellschaft, aber es ist keine religiöse Vereinigung. Sie verfolgen harmlose soziale Ziele wie Brüderlichkeit, Verständnis und so weiter. Eines ihrer zentralen Statuten schreibt sogar die Unterlassung von jeglichen Diskussionen über Religion oder Politik während ihrer Treffen vor.«

»Das heißt noch lange nicht, dass sie keine Sekte sind. Freimaurer sind doch die mit den Schürzen und Zylindern, die sich in dunklen Kellern beim Kerzenschein die Hände reichen.«

»Ihr profundes Halbwissen entzückt mich. Ich gebe zu, dass viele ihrer Symboliken, Riten und Traditionen religiös wirken. Tatsächlich hat das alles einen äußerst interessanten kulturhistorischen Ursprung, und zwar im 18. Jahrhundert.«

»Na gut, wenn Sie es sagen, Herr Professor. Solange Sie mir nicht mit New Age oder anderem Okkultismus anfangen!«

Peter seufzte. »Das eine hat zwar nichts mit dem anderen zu tun, aber ich weiß, was Sie meinen. Nein, keine Sorge. Okkultismus ist mit ziemlicher Sicherheit das Letzte, wofür ich empfänglich bin.«

Sebastian Hoquet holte sie um 23 Uhr am Hotel ab. Sie stiegen in seinen Wagen und fuhren über den Autobahnring hinaus in die Vororte von Paris.

»Es war nicht einfach, ein Treffen zu organisieren«, erklärte er. »Heute Abend ist eigentlich eine reguläre Zusammenkunft im Tempel. Aber der Großmeister ist zugegen. Leider ist es nicht möglich, einfach draußen zu warten. Wir werden also gemeinsam der Begrüßungszeremonie beiwohnen und uns dann mit ihm zusammen zurückziehen.«

»Wenn wir dort komische Sachen singen oder essen müssen«, warf Patrick ein, »dann wüsste ich das gerne vorher, um mich rechtzeitig auszuklinken.«

»Sie brauchen keine Bedenken zu haben, Monsieur.« Sebastian wies auf eine Schachtel auf dem Rücksitz. »Da drin finden Sie schwarze Kapuzen und Schürzen. Die werden wir alle tragen. Sie folgen mir und tun das, was ich mache oder was ich Ihnen sage. Ansonsten schweigen Sie einfach.«

»Schwarze Kapuzen und Schürzen! Ich habe es geahnt. Haben Sie das schon mal gemacht, Peter?«

»Ich habe davon gehört.«

»Ah. Sehr beruhigend...« Patrick klang nicht überzeugt. Er packte die Schürzen aus und begutachtete sie. Sie waren aus sehr dünnem weißem Lammleder gefertigt und wurden offenbar um die Hüfte gebunden, um den Schoß zu bedecken. Er schüttelte den Kopf.

Sie kamen in ein ruhiges Viertel. Hinter den Bäumen der Allee und den alten Mauern verbargen sich noble Villen. Sebastian hielt vor einem großen schmiedeeisernen Tor, direkt neben einem kleinen Pfosten mit Lautsprecher. Er ließ das Fenster herunter und sprach einige unverständliche Worte in die Anlage. Kurz darauf glitt das Tor beiseite, und der Wagen fuhr hinein. Die Auffahrt war breit, mit Kopfsteinpflaster ausgelegt und unbeleuchtet. Das gesamte Grundstück lag im Dunklen und wurde nur von den Autoscheinwerfern bruchstückhaft erhellt. Kurz hinter dem Tor lenkte Sebastian den Wagen in eine Art Parkbucht. Er zog zwei schwarze Tücher aus dem Handschuhfach, stieg aus und verhängte die Nummernschilder. Dann fuhren sie weiter. Die gewundene und mit hohen Rhododendronbüschen gesäumte Zufahrt führte sie hinter einer Biegung auf eine weite Fläche, die von einer imposanten Villa überragt wurde. Auf dem Platz davor parkten bereits rund zwei Dutzend Autos, alle mit verhüllten Nummernschildern.

»Ist das hier ein Treffen der Anonymen Alkoholiker?«, fragte Patrick.

Mit einem merklich verärgerten Gesichtsausdruck drehte sich Sebastian zu ihm um.

»Ich hoffe, Sie können Ihre Zunge ab sofort im Zaum halten, Monsieur. Die Treffen der Loge sind immer anonym. Kein Mitglied kennt die Identität der anderen. Auf diese Weise legen wir unsere Befangenheiten und Eitelkeiten ab und konzentrieren uns auf unsere Worte und Taten.«

»Ah! Oh!«

»Ich muss Sie jetzt bitten, die Kapuzen aufzusetzen und sich eine Schürze umzubinden.«

»Wenn alle anonym sind, woher kennen Sie den Namen Ihres Großgurus?« Patrick machte nicht den Eindruck, als wolle er sich das Wort verbieten lassen, aber Sebastian hatte offensichtlich entschieden, nicht weiter auf ihn einzugehen.

»Wir benutzen selbstverständlich nicht unsere wahren Namen«, antwortete er.

»Na klar, hätte ich auch selber draufkommen können.«

»Patrick, ich bitte Sie«, beschwichtigte Peter. »Wir brauchen dieses Treffen.«

»Ist schon gut. Ich hoffe nur, es fotografiert mich keiner in diesem Aufzug.« Er sah Peter durch die Sehschlitze der Kapuze an. Seine Stimme klang etwas gedämpft. »Was für eine Schlagzeile: Patrick Nevreux der Fetischist und seine geheimen sexuellen Obsessionen.«

Sebastian führte sie zum Eingang, wo ihnen geöffnet wurde. Der Mann war ebenfalls mit Kapuze und Schürze bekleidet. Dass es ein Mann war, konnte man zumindest aufgrund seiner Statur annehmen. Er sprach Sebastian in einer fremden Sprache an, woraufhin Sebastian ihm lange und umständlich die Hand schüttelte, auf seine Begleiter deutete und in derselben unverständlichen Weise antwortete. Sie wurden eingelassen und gingen durch einige mit Kerzen beleuchtete Flure in einen größeren leeren Raum, wo schon andere Vermummte standen. Sie unterschieden sich wenig voneinander, bis auf die Tatsache, dass die Schürzen zum Teil mit Stickereien versehen, andere hingegen schlicht waren.

»Was war das für eine Sprache?«, flüsterte Patrick seinem Kollegen ins Ohr.

»Ich würde vermuten, dass es Hebräisch war«, zischte Peter zurück.

»Hebräisch?!? Sind die nicht ganz dicht?«

»Ich erkläre es Ihnen später, Patrick.«

Sie mussten nicht lange warten. Peter hatte die Anwesenden, die sich zum Teil halblaut auf Französisch unterhielten, gezählt und war zu dem Schluss gekommen, dass ihre Anzahl in etwa der der parkenden Autos entsprach, als eine Bewegung durch die Wartenden ging. Am Ende des Raums schwangen die Flügel einer schweren Holztür unter leisem Knarren auf, und es wurde deutlich, dass nun der Eintritt in die eigentlichen Logenräume und die Begrüßungszeremonie kurz bevorstanden.

Nacheinander und mit würdevollem Schritt traten sie in einen fremdartigen, sehr hohen, steinernen Raum, den man fast als Halle bezeichnen konnte. Zwei mächtige Säulen säumten den Eingang und bildeten gleichsam ein Portal. Die Säule zu ihrer Linken schien aus weißem Marmor gefertigt und war bis in etwa drei Meter Höhe mit Bronze beschlagen, die mit hebräischen Schriftzeichen bedeckt war. Die rechte Säule bestand aus einem schwarzen Gestein und war spiegelbildlich zur anderen Säule mit Messing verziert. Sie war mit Hieroglyphen und einer ibisköpfigen Gottheit bemalt. Den steinernen Boden bedeckte ein großflächiges, zweifarbiges Mosaik. Es schien eine Art Emblem zu sein. Eine im Kreis angebrachte hebräische Inschrift umgab die Darstellung eines Zirkels, eines Winkelmaßes und eines Steinquaders mit darauf liegender Maurerkelle. Die Logenmitglieder stellten sich im Halbkreis am Rande des Mosaiks auf, während Sebastian seinen Begleitern bedeutete, hinter ihm in einer zweiten Reihe zu bleiben und sich ruhig zu verhalten. Nun hoben die Mitglieder zu einem tiefen, eintönigen Summen an, das nach einer Weile zu größerer Lautstärke anschwoll und schließlich abrupt abbrach. Stille legte sich über die Anwesenden, und kurz darauf war das leise Geräusch einer sich öffnenden Tür zu hören. Am jenseitigen, im Dunklen liegenden Ende der Halle trat ein Vermummter mit einer Altarkerze durch eine unauffällige Tür in den Raum. Wie die anderen trug er Kapuze und Schürze, zudem zierte ihn eine Kette mit einer metallisch glänzenden Brustplatte, in der sich die Flamme spiegelte.

Sebastian beugte sich ein wenig nach hinten und gab Peter und Patrick zu verstehen, dass es sich hierbei um eine wichtige Person handle, ganz offenbar den Großmeister.

Der Mann trat auf ein Stehpult zu und entzündete dort einen siebenarmigen Leuchter. Nun wurde sichtbar, dass hinter dem Stehpult ein freistehender, steinerner Bogen stand. Im Schlussstein des Bogens prangte ein goldener Davidstern.

Der Großmeister hob seine Arme, woraufhin die anderen erneut zu ihrem Summton ansetzten. Als er abgeklungen war, traten zwei weitere Vermummte durch die Tür in die Halle. In ihrer Mitte führten sie eine dritte Person mit sich. Diese war jedoch völlig anders gekleidet und wirkte wie ein Gefangener. Ein einfaches helles Leinenhemd und eine ebenso einfache Hose bedeckten seinen ansonsten anscheinend nackten Körper. Die bloßen Füße steckten in primitiven Schlappen, seine Augen waren mit einem schwarzen Tuch verbunden, um den Hals hing ihm ein kurzes Seil mit Henkersknoten. In völliger Stille führten die beiden den Mann in die Mitte des Mosaikkreises, drehten ihn dort einige Male und verharrten schließlich, als er dem Großmeister wieder direkt gegenüberstand. Nun löste sich jemand aus dem Halbkreis der Anwesenden und ging zum Pult. Der Großmeister trat daraufhin beiseite und verließ die Halle durch die noch offen stehende Tür.

Sebastian fasste Peter an der Schulter und machte ein Zeichen mit der Hand. Er deutete auf die kleine Tür, damit sie dem Großmeister folgten, und hielt dann den Finger an die Lippen. Schweigend verließen sie die Versammlung und betraten schließlich einen schmalen Gang.

»Was haben die mit dem Typen vor?«, drängte Patrick.

»Das ist nur ein Initiationsritus«, antwortete Peter gedämpft.

»Na, hoffentlich haben Sie Recht!«

Der Gang führte sie an unzähligen Türen und Abzweigungen vorbei und in eine Art geräumiges Büro, das sehr altertümlich wirkte. Der Großmeister saß hinter dem Tisch in einem Polsterstuhl mit übermäßig hoher Lehne und erwartete sie bereits.

»Setzen Sie sich, bitte.« Es war die Stimme einer Frau. »Ich bin Renée Colladon. Es freut mich, Sie kennen zu lernen, Herr Professor Lavell, und auch Sie, Monsieur Nevreux. Bruder Sebastian hat Sie verbotenerweise als Lehrlinge in den Tempel gebracht, doch er tat dies mit meiner ausdrücklichen Zustimmung, denn Suchende sind Sie dennoch. Sie suchen Antworten.«

»Wir bedanken uns für Ihre Bereitschaft, sich mit uns zu treffen«, sagte Peter. »Weshalb durften wir den Tempel an einem Tag wie diesem betreten?«

»Es sollte Ihnen deutlich machen, wie viel sich Ihren Blicken täglich entzieht, wie weit Sie jederzeit von der Wahrheit entfernt sein können.«

»Es zeigt auch«, sagte Patrick, »wie viele andere Menschen täglich weit von der Wahrheit entfernt sind.«

Renée sah Patrick einen eisigen Augenblick schweigend an, und Peter befürchtete, dass die Frau jeden Moment aus der Haut fahren könnte, doch dem war nicht so. Ihr Tonfall schien bestenfalls leicht erregt, aber nicht verärgert.

»Es fällt Ihnen leicht, so zu sprechen, und es fällt mir leicht, es zu akzeptieren, denn Sie suchen. So wie wir alle das Licht erstreben. Sie haben es Ihrer besonderen Beziehung zu uns zu verdanken, dass Sie jetzt hier sein können, doch muss ich Sie warnen. Viele Antworten sind nicht für raue Steine bestimmt, wie wir die Nicht-Eingeweihten nennen. Als Außenstehende wird Ihnen die Innere Hütte – das letzte Geheimnis – immer verborgen bleiben, wenn Ihre Frage darauf abzielt.«

»Mich würde interessieren«, sagte Patrick, »warum Sie sich auf Hebräisch unterhalten. Wenn es Hebräisch ist.«

Renée beugte sich weiter vor, den Blick noch immer auf Patrick geheftet. »Ich sehe, dass Sie nicht im Mindesten mit unserer Geschichte vertraut sind.«

»Nein, ich habe mich noch nie für die Freimaurerei interessiert. Und ich habe auch noch nie so ein Schürzchen getragen.«

»Wir Freimaurer sind auf der Suche und im ständigen Bestreben, uns selbst sittlich zu veredeln, wie wir auch einen rohen Stein bearbeiten, um aus ihm ein prunkvolles Gebäude zu Ehren des Allmächtigen zu errichten. Die Maurer waren seit altersher die ungesalbten Eingeweihten. Wir haben Dome und Kathedralen errichtet, die Pyramiden der Pharaonen und den Tempel zu Jerusalem. Unser größtes Bauwerk Ihm zu Ehren jedoch erzürnte Ihn, und er strafte die Menschheit dafür. Sie wissen, wovon ich spreche?«

Patrick schüttelte den Kopf.

»Es war der Turmbau zu Babel«, fuhr die Frau fort. »Und Gott verwirrte die Menschen, und keiner verstand mehr die Sprache des anderen. Es war die babylonische Sprachverwirrung.«

»Und deswegen sprecht ihr jetzt Hebräisch?«

»Hebräisch ist die Sprache Gottes, und in ihr liegt die Kraft, Dinge zu erschaffen. Indem Adam in der Sprache Gottes den Dingen Namen gab, wurden sie wahr. In den wahren Namen der Dinge wohnt somit ihre ureigene schöpferische Kraft. Mit Hilfe der Kabbala gelingt es uns, dieser Wahrheit der Dinge auf die Spur zu kommen, und wir können unsere Gespräche mit Gott in der Ursprache wieder aufnehmen. Natürlich bleibt es ein ständiges Ringen nach unerreichbarer Vollkommenheit.«

»Was ist die Kabbala?«, fragte Patrick.

»Lassen Sie uns jetzt nicht zu sehr in Details gehen«, mischte sich Peter ein. »Tatsächlich haben wir andere Fragen.«

Renée lachte kurz auf. »Ihre Zielstrebigkeit ist bekannt, Professor Lavell. Gerne würde ich die Diskussion mit Ihnen vertiefen, Monsieur Nevreux, aber ich spüre, dass ich Sie zu einem anderen Zeitpunkt wiedersehen werde, wenn Sie Ihre wahren Fragen stellen. Der Professor hat Recht, heute sind Sie aus einem anderen Grund hier. Sie haben eine Zeichnung entdeckt, und diese verlangt nach einer Antwort.«

»In der Tat.« Peter reichte die Kopie über den Tisch. »Von wem stammt diese Zeichnung, und was bedeutet sie?«

Renée nahm das Blatt entgegen und betrachtete es eingehend. Durch ihre Kapuze war es nicht möglich, ihren Gesichtsausdruck zu erkennen, aber für einen Moment herrschte angespanntes Schweigen.

»Es ist eine Rose«, sagte der Großmeister schließlich.

»Ja«, sagte Peter.

»Haben Sie die Zeichnung aus einem Buch?«

»Nein, wie kommen Sie darauf?«

»Der lateinische Spruch bezieht sich auf etwas, womöglich auf einen Text oder ein Buch, aus dem er stammt. Woher ist die Zeichnung?«

»Ich darf es nicht sagen. Wir müssen zunächst ihre Bedeutung ermessen. Es handelt sich um ein geheimes Forschungsprojekt, wie ich Monsieur Hoquet bereits mitteilte.«

»Was für eine tiefere Bedeutung sollte in einer Rose liegen?«

»Vielleicht dieselbe Bedeutung, die im Emblem Ihrer Loge liegt. Ist es nicht auch eine mit Kreuz und Herz versehene Rose? Wenn ich mich recht erinnere, stimmt sogar die Anzahl der Blütenblätter mit der Ihren überein...«

Renée lehnte sich zurück und schob das Blatt scheinbar desinteressiert über den Tisch zurück. »Die Ähnlichkeit mag verblüffend sein, aber vielleicht ist sie rein zufällig? Ich wüsste nicht, welche Beziehung es geben sollte.« Sie machte eine Handbewegung. »Vielleicht, wenn ich wüsste, woher diese Rose stammt, aber so...«

»›Dies ist ein Beispiel meinen Lehrlingen‹... Was sagen Ihnen die Buchstaben C.R.C. am Ende des Spruchs?«, fragte Peter.

»Ich maße mir nicht an, darüber zu spekulieren, Herr Professor.«

»Interessanterweise war Bruder Sebastian hier«, Patrick deutete auf den vermummten Bankier, »der Meinung, dass wir uns ganz dringend deswegen mit Ihnen treffen sollten.«

Die Frau reagierte nicht, bis auf eine Bewegung, die vielleicht ein Schulterzucken andeutete.

»Ich glaube, wir haben alles erfahren, was es zu wissen gibt«, lenkte Peter ein. »Ich möchte nicht unhöflich erscheinen, wir bedanken uns vielmals für dieses außerordentliche Treffen, doch unser Flug geht sehr früh. Wir sollten uns nun zurück ins Hotel begeben.«

»Die Freude war ganz meinerseits, Messieurs, und es tut mir außerordentlich leid, Ihnen nicht helfen zu können. Wir sollten natürlich in Verbindung bleiben, für den Fall, dass Sie sich in der Lage sehen, Näheres über den Fundort erzählen zu dürfen.«

»Das sehe ich auch so«, verabschiedete sich Peter und deutete Patrick an, dass sie nun ohne weitere Fragen gehen sollten. »Vielleicht fällt Ihnen ja auch noch etwas ein.«

»Bruder Sebastian wird Sie hinausführen«, sagte der Großmeister. »Ich wünsche Ihnen eine gute Rückfahrt.«

Sie wechselten kaum ein Wort, während Sebastian sie durch die dunklen Vororte fuhr, durch finstere Alleen und vorbei an gespenstischen alten Häusern sowie spärlich beleuchteten Wohnblocks, die ihnen auf der Herfahrt weit weniger trostlos vorgekommen waren.

»Sie müssen entschuldigen«, sagte Sebastian, als er sie am Hotel absetzte, »dass der Abend nicht so erfolgreich verlaufen ist.«

»Ich bitte Sie!«, erwiderte Peter. »Für mich war es äußerst aufschlussreich. Vielen Dank, dass Sie es möglich gemacht haben.«

Als sie allein waren, gingen sie in die Bar des Hotels und setzten sich abseits von anderen Gästen in eine Sitzecke. Peter stopfte sich seine Pfeife.

»Was halten Sie von der Frau, Patrick?«

»Sie redet verworrenes Zeug, aber sie weiß etwas.«

»Ja, das denke ich auch. Ich bin mir sogar ziemlich sicher. Aber es hatte überhaupt keinen Zweck, länger dazubleiben. Sie wird sich noch mal bei uns melden, aus diesem Grund habe ich Sebastian unsere Faxnummer gegeben.«

»Was macht Sie so sicher? Meiner Meinung nach hatte die Frau eindeutig einen leichten Schaden. Und was soll Kabbala sein?«

»Was mich so sicher macht... nun, ich kenne Sebastian sehr gut, er hat sich verraten. Die Zeichnung ist auf alle Fälle von äußerster Bedeutung für die Bruderschaft. Das kann er beurteilen, da er als Großmeister jahrelang die wichtigsten Angelegenheiten der Loge betreut und geleitet hat. Nun kann er sich nicht über den neuen Großmeister hinwegsetzen, deswegen darf er nicht selber sprechen. Aber allein die Tatsache, dass man uns in den Tempel gelassen hat, zeigt die Wichtigkeit, die uns der Großmeister beimisst. Und das nur aufgrund der Erzählung Sebastians. Nun möchte sie um Informationen feilschen. Ich vermute, das Geheimnis betrifft den Kern der Loge selbst, daher das große Interesse und ihre Verstocktheit.«

»Und jetzt wollen Sie warten, dass ihr doch noch etwas ›einfällt‹?«

»Ja. Wenn sie recherchiert, wird unsere Faxnummer sie nach Genf führen, da uns ja alles von dort weitergeleitet wird. Aber dort wird sie auf Granit stoßen, da können wir uns auf Elaine verlassen. Es wird ihr also gar nichts anderes übrig bleiben, als sich noch mal zu melden.«

»Ob es etwas mit der Sprachverwirrung zu tun hat, von der sie erzählt hat?«

»Wie meinen Sie das?« Peter blies den Pfeifenrauch gemächlich zur Decke und sah Patrick von der Seite an.

»Na ja, einerseits finden wir eine merkwürdige multilinguale Höhle, und das Projekt heißt sogar ›Babylon Projekt‹. Andererseits faselt die geheimnisvolle Hebräerin ebenfalls etwas von Sprachverwirrung. Wir zeigen ihr eine Zeichnung aus der Höhle, und plötzlich wird sie ganz nervös. Sind die Sprachen der Zusammenhang?«

»Also, die Höhle hat mit Sicherheit nichts mit der babylonischen Sprachverwirrung zu tun, wenn es das ist, was Sie meinen. Die Sage um den Turmbau zu Babel, worauf sich ja auch Renée in der Abstammung ihrer Freimaurerloge beruft, ist eine Legende, die wahrscheinlich die alten Zikkurats der sumerischen Stadt Ur zum Vorbild hat. Das Reich der Sumerer ging schließlich unter, und das Gebiet wurde in den folgenden Jahrhunderten Schmelztiegel von Wüstenvölkern, Kriegern und Nomaden, alle mit völlig unterschiedlichen Sprachen. Das alles in dem Zeitraum zwei- bis dreitausend vor Christus. Das Vorhandensein von Latein in der Höhle spricht aber dafür, dass diese mindestens zweitausend Jahre jünger ist. Einen direkten Zusammenhang kann es also nicht geben.«

Patrick zündete sich eine Zigarette an. »Das ist mir schon klar. Die Höhle hat bestimmt nichts mit Babylon zu tun, aber die Loge vielleicht auch nicht. Was ich sagen will, ist: Vielleicht hat man die Babylon-Legende später hinzugedichtet, weil sie schön ins Bild passte, und in Wirklichkeit geht es um diese Höhle.« Patrick ereiferte sich zusehends. »Vielleicht war C.R.C. der Gründer der Loge und hat die Höhle seinerzeit selber bemalt. Vielleicht wollte er seinen Jüngern oder Lehrlingen oder wem auch immer ein besonderes Geheimnis hinterlassen, und die verschwörerische Renée hält sich für eine Nachfolgerin. Leider hat man vergessen, wo die Höhle lag, und so wurde aus der Höhle der Schriften der Turmbau zu Babel. Passt ja auch besser zu Maurern.«

»Ja, das klingt durchaus plausibel. Ich habe keine Scheu vor ungewöhnlichen Zusammenhängen, aber eine Abstammungsgeschichte, die sich auf eine fünftausend Jahre alte Legende beruft, sollte man mindestens für fragwürdig, wenn nicht wahnwitzig halten.« Er benutzte ein kleines Stahlutensil, um die Glut seiner Pfeife nachzustopfen. »Wenn wir wüssten, wie alt die Malereien sind, könnten wir Ihre Theorie besser abwägen.«

»Und wir müssten die Texte kennen«, fügte Patrick hinzu. »Wenn es um ein Geheimnis geht, steht das ja vielleicht in den Texten.«

»Ja, es wird immer wichtiger, dass wir jemand dazubekommen, der uns beim Übersetzen helfen kann.«


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