Kapitel 20
12. Mai, Landstraße, Nähe St.-Pierre-Du-Bois
Obwohl es bereits spät gewesen war, als sie endlich in ihrem Hotel ankamen, und die Nachtruhe deshalb sehr kurz, hatten sie sich schon im Morgengrauen in den Landrover gesetzt und fuhren nun mit einhundert Stundenkilometern durch den Wald zur Absperrung um den Vue d'Archiviste.
»Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät«, sagte Patrick. »Ich habe ein verdammt schlechtes Gefühl!«
»Ich bin ganz Ihrer Meinung«, sagte Peter.
Das Gatter kam in Sicht. Es war geschlossen und sah aus wie sonst auch. Als Patrick den Wagen kurz davor zum Stehen brachte, trat ein Ranger mit steifen Schritten auf sie zu und bedeutete ihnen, die Fensterscheibe herunterzulassen.
»Der Zutritt zum Gelände ist verboten. Bitte kehren Sie um.«
»Was soll das denn heißen?«, entrüstete sich Patrick. »Wir arbeiten hier!«
»Ich kann Sie nicht einlassen, Monsieur«, erwiderte der Bewaffnete. »Die Sperrung gilt auch für Sie.«
»Ich hatte es befürchtet«, sagte Peter halblaut.
»Das darf doch wohl nicht wahr sein!« Patrick stieg aus. »Ich möchte mit Ihrem Vorgesetzten sprechen!«
»Er ist nicht verfügbar. Bitte steigen Sie wieder ein und entfernen Sie Ihr Fahrzeug. Halten Sie unsere Einfahrt frei.«
»Ich lasse den Wagen hier stehen, solange es mir passt!«, sagte Patrick. »Sie können ihn ja selbst wegfahren.«
»Ich werde ihn abschleppen lassen, Monsieur.«
»Das werden Sie schön bleiben lassen, wenn Sie Ihren Job behalten wollen. Oder soll ich Sie Madame de Rosney einmal persönlich vorstellen?«
»Nicht nötig, Monsieur. Die Order ist direkt von ihr.«
»Wie bitte?!«
»Verlassen Sie jetzt auf der Stelle den Bereich der Absperrung, sonst muss ich Sie durch weitere Sicherheitskräfte entfernen lassen!«
»Wir sehen uns noch, Sie Vollidiot!« Patrick stieg ein und schlug wütend die Tür zu. »Sie hat uns ausgesperrt!« Er setzte schräg zurück, wendete und fuhr wieder los.
»Und was haben Sie jetzt vor?«, fragte Stefanie.
»Zurück zum Hotel«, antwortete er. »Sehen, ob unsere Unterlagen noch da sind, oder ob unsere Koffer schon auf der Straße stehen. Diese verdammte Kuh!« Er schlug auf das Lenkrad. »Mist!«
»Vielleicht hätten wir ihr noch zuvorkommen können, wenn wir gleich in der Nacht...«, sagte Peter.
»Ja, vielleicht. Andererseits hätten wir dann... Festhalten!« Patrick trat plötzlich auf die Bremse. Ein Mann mit einem Gewehr war auf die Straße getreten. Der Landrover kam kurz vor ihm mit stotternden Bremsen zum Stillstand. Es war der Förster, Fernand Levasseur.
»Ach, du Schande«, entfuhr es Patrick. »Der hat uns gerade noch gefehlt!« Entnervt ließ er das Fenster runter. »Was ist los?«
»Messieurs, ich muss dringend mit Ihnen sprechen! Es geht um Ihr Projekt!«
»Dafür haben wir keine Zeit. Entschuldigen Sie uns.« Patrick trat aufs Gas.
»Warten Sie! Hören Sie!« Levasseur hielt sich noch am Fenster fest. »Ich weiß von der Höhle! Und dass man Sie von ihr fern halten will!«
Patrick bremste wieder. »Was sagen Sie da?«
»Ich weiß, dass es nicht um Tollwut geht. Ich habe Ihre Höhle besucht, und ich weiß, weshalb Elaine de Rosney Sie hier fern halten will. Ich will Ihnen etwas zeigen!«
»Los, steigen Sie ein.«
»Fahren Sie den übernächsten Waldweg rechts rein«, sagte Levasseur, als er im Wagen saß.
»Was wissen Sie von der Höhle und von Elaine?«, fragte Peter.
»Ihre Rolle als Seuchenexperten haben Sie ziemlich miserabel gespielt. Es war also klar, dass ich mir ansehen musste, was am Berg wirklich vor sich geht. Ich bin oben gewesen und habe das Stahlschott gesehen, mit dem Sie die Höhle abgesperrt haben. Ich weiß, dass es um einen archäologischen Fund geht, der geheim gehalten und geschützt werden soll. Als wir uns das letzte Mal trafen, wollte ich Ihnen schon erklären, dass ich Sie unterstützen würde, aber Sie haben mich nicht ausreden lassen.«
»Wieso wollen Sie uns unterstützen?«
»Weil Bürgermeister Fauvel das Gebiet für die Erschließung freigeben will. Er will Straßen und Hotels bauen. Mir ist aber daran gelegen, dass es ein landschaftliches Schutzgebiet bleibt, und eine gesperrte wissenschaftliche Fundstätte passt dabei ganz in meine Pläne.«
»Also haben Sie uns nachspioniert?!«, fragte Patrick.
»Ganz richtig«, sagte der Förster, unbeeindruckt von Patricks verärgertem Tonfall. »Und mit Erfolg, Monsieur. Ich habe auf diese Weise herausgefunden, wer Ihre Auftraggeberin in Genf ist, und worum es in Ihrem Projekt geht. Und sogar noch mehr. Denn was Sie nicht wissen, ist, dass Madame de Rosney mitnichten für die Vereinten Nationen arbeitet. Sie ist dort weder bekannt, noch gehört die Telefonleitung, die Sie verwendet haben, der UN!«
»Wie bitte?!« Patrick drehte sich halb nach hinten um. »Wie war das?!«
»Was haben Sie herausgefunden?«, fragte Peter.
»Elaine de Rosney arbeitet für die Nuvotec Research and Development Corporation. Eine in der Schweiz ansässige Firma mit zahlreichen internationalen Töchtern. Sie verfügen über enge Kontakte zu CERN, und über Umwege zu diversen High-Tech-Unternehmen in Indien und Japan. Sie ist spezialisiert auf Forschung und Entwicklung im Bereich der Waffentechnologie und unterstützt alles, was sich hierfür einsetzen lässt, Robotronik, Atom- und Quantenphysik, Nanotechnologie, was Sie wollen.«
»Mir wird einiges klar...«, sagte Peter kopfschüttelnd.
»Verdammte Scheiße«, fluchte Patrick. »Jetzt haben wir richtig Ärger! Wer sind diese Nuvotec-Leute? Ich habe noch nie von diesem Unternehmen gehört.«
»Das ist nicht verwunderlich«, erklärte Levasseur. »Es ist eine amerikanische Firma, die sich bemüht, unauffällig zu bleiben. Haben Sie jemals vom Philadelphia-Experiment gehört?«
»Selbstverständlich. Wundert mich, dass Sie es kennen!«
»Ich habe erst gestern davon erfahren. Und dass damals schon Nuvotec beteiligt war. Die Firma ist genau genommen nichts anderes als eine ausgegliederte Abteilung der US Navy.«
»Also doch ein militärisches Geheimprojekt«, sagte Peter. »Himmel, wie blind waren wir?!«
»Fernand, wir müssen diese Höhle schützen!«
»Das ist mir vollkommen klar, deswegen will ich Ihnen doch auch helfen. Ein militärisches Sperrgebiet ist das Letzte, was ich hier haben möchte. Da vorne links und am Ende des Weges anhalten.«
»Es geht darüber hinaus, Fernand«, erklärte Peter. »Es geht um das, was sich in der Höhle befindet. Es darf auf keinen Fall in die falschen Hände geraten... Mehr kann ich Ihnen nicht sagen. Es ist quasi eine Waffe. Wer auch immer sie besitzt, könnte allmächtig werden!«
Der Förster sah ihn einen Augenblick an. Als er Peters ernstes Kopfschütteln sah, zuckte er schließlich mit den Schultern. »Wenn Sie es sagen. Mir geht es nur darum, das Gebiet zu schützen und die Menschen fern zu halten. Und ganz besonders das Militär. Ich zeige Ihnen einen versteckten Aufstieg zur Höhle.«
»Sehr gut!«, sagte Patrick.
»Aber was können wir da oben schon ausrichten?«, fragte Peter.
»Also ich weiß genau, was ich da ausrichte! Ich schnappe mir unsere erlauchte Madame Kosten-spielen-keine-Rolle, und dann werde ich ihr gehörig in den Hintern treten!«
»Patrick!«, sagte Peter. »Was soll denn das? Sie wissen ganz genau, dass das Unsinn ist!«
»Ja, ja, aber vielleicht haben wir ja eine Chance, zu sehen, was da gerade abläuft, irgendetwas, was uns weiterhilft...«
»Ich halte das auch für eine gute Idee«, sagte Stefanie, »es ist mit Sicherheit besser, als untätig zu bleiben und klein beizugeben.«
»Vielleicht haben wir ja eine Möglichkeit, die Höhle noch einmal zu betreten«, überlegte nun Peter. »Wenn sie so mächtig ist, wie wir glauben, dann eröffnet sie uns vielleicht auch eine Lösung, vermittelt uns einen Wissensvorteil?«
»Genial, Peter!«, rief Patrick aus. »Das ist sogar noch besser! Also los, aussteigen! Fernand, wo geht es entlang?«
»Wo sind wir hier eigentlich?«, fragte Peter, nachdem sie sich eine Weile durch das dichter werdende Unterholz gearbeitet hatten. »Wie kommen wir an der Absperrung vorbei? Das ganze Gelände ist doch umzäunt.«
»Nicht ganz«, erklärte der Förster, der sein Gewehr inzwischen an einem Riemen über der Schulter trug. »Wir nähern uns dem Berg von der Rückseite. Dort gibt es eine ungeschützte Steilwand.«
»Eine Steilwand? Und wie sollen wir da hochkommen?«
»Keine Sorge, Herr Professor. Es gibt dort einen versteckten Aufstieg. Und Sie haben alle festes Schuhwerk, das sollte genügen.«
Das Gelände wurde immer unwegsamer. Große Felsen und Reste umgestürzter Bäume behinderten zunehmend das Vorankommen. Mehr als einmal mussten sie einander helfen. Peter war als Erster außer Puste. Er beugte sich vornüber und stützte sich auf seine Oberschenkel, während die anderen warteten.
»Ist das da hinten die Steilwand?«, fragte er schließlich und deutete auf eine graue Gesteinsformation, die zwischen den Bäumen zu erkennen war.
»Ja, wir haben sie gleich erreicht. Kommen Sie zurecht, oder sollen wir noch einen Augenblick warten?«
»Ich möchte lieber so schnell es geht in den Schutz der Bergwand«, warf Patrick ein. »Hier kann man uns leicht sehen.«
Peter nickte zustimmend, und sie brachen wieder auf. Als sie in den Schatten der Felswand traten, wurde es unversehens kühl. Die Nacht schien hier noch nicht richtig gewichen zu sein, und hinzu kam die Feuchtigkeit des Waldes, der noch von den Regenfällen der letzten Nacht getränkt war.
»Halt! Wer ist da?«, hallte plötzlich eine Stimme durch den Wald.
Augenblicklich duckten sich die Forscher hinter einen Felsen.
»Verdammt, einer der Ranger!«, zischte Patrick.
»Er kann uns nicht gesehen haben«, flüsterte der Förster.
»Kommen Sie heraus!«, rief der Ranger. »Dies ist Sperrgelände!«
»Unten bleiben...«, raunte der Förster.
»Ich habe Sie gesehen! Ich werde einen Warnschuss abgeben, wenn Sie nicht hervortreten!«
»Unten bleiben... er kann uns unmöglich sehen...«
»Ich zähle bis drei! Eins!«
»Vielleicht sieht er uns ja doch?«, fragte Peter gepresst.
»Zwei!«
»Ruhig bleiben...«
»Drei!« Ein Schuss hallte durch den Wald. Ein gutes Stück von ihnen entfernt hörten sie das Geschoss an einem Stein abprallen und zur Seite pfeifen. Im gleichen Augenblick brach etwas aus dem Gehölz und sprang mit lautem Geraschel davon.
»Ein Reh«, flüsterte der Förster und deutete zur Seite, wo man nur noch einen braunen Schatten zwischen den Bäumen verschwinden sah. »Sehen Sie? Er hat bloß ein Reh gesehen!«
»Kommen Sie jetzt sofort heraus!«, hörten sie erneut die Stimme des Rangers.
Peter änderte seine Position, um durch eine Lücke zwischen den Felsen zu sehen. »Der meint wirklich uns! Ich kann ihn nur nicht sehen!«
»Peter!«, zischte Patrick. »Ducken Sie sich wieder!«
»Ich kann Sie sehen! Das ist die letzte Warnung!«
»Verdammt«, meinte Patrick. »Was machen wir denn jetzt? Der wird doch nicht...«
In diesem Augenblick explodierte wieder ein Schuss, und Peter wurde zur Seite gerissen.«God!«, rief er aus und krümmte sich vor Schmerzen am Boden. Die Kugel hatte ihn in die Schulter getroffen. Er presste eine Hand auf die Wunde, und zwischen seinen Fingern trat bereits Blut hervor.
Stefanie beugte sich über ihn und versuchte, ihn zu beruhigen. Währenddessen schob der Förster sein Gewehr durch den Felsschlitz.
»Fernand!«, rief Patrick. »Was machen Sie da, zum Teufel?«
»Wollen Sie, dass er noch mal schießt oder Verstärkung holt?« Nur einen Wimpernschlag später drückte er ab. »Treffer.«
»Was, Treffer? Haben Sie den Mann erschossen?!?« Patrick packte den Förster am Arm. »Sind Sie nicht ganz bei Trost? Wir sind doch hier nicht im Krieg!«
»Ach nein?« Levasseur riss sich los und starrte Patrick an. »Und was, glauben Sie, sollte das da werden?« Er deutete auf den blutenden Peter. Stefanie bemühte sich, mit ihrem Gürtel und ihrem Pullover einen Druckverband an Peters Schulter zu befestigen. »Meinen Sie, der hat absichtlich danebengeschossen? Und was glauben Sie, hätte er als Nächstes mit uns gemacht? Diese Leute sind vom Militär, vergessen Sie das nicht!«
Patrick schwieg.
»Außerdem bin ich von Rechts wegen für dieses Gebiet zuständig. Was Nuvotec hier veranstaltet, ist keine offizielle oder genehmigte UN-Absperrung. Dabei handelt es sich um unerlaubtes Eindringen und den illegalen Einsatz von Schusswaffen. Dagegen ist das, was gerade passiert ist, ein Jagdunfall. Ist das klar?«
»Ja«, sagte Patrick. »Sie haben wohl Recht.«
»Wie geht es ihm?«, fragte der Förster und wandte sich an Stefanie. »Lassen Sie mich seine Verletzung sehen.«
»Es geht«, brachte Peter hervor. »Es brennt nur wie verrückt.«
»Es ist ein Streifschuss«, erklärte Stefanie. »Am Muskel, es blutet ziemlich stark. Der Druckverband reicht erst einmal, aber Sie dürfen Ihren Arm nicht bewegen.«
»Sollen wir Sie zu einem Arzt fahren?«, fragte der Förster.
»Nein!«, sagte Peter. »Dafür haben wir keine Zeit. Wir müssen zur Höhle. Es geht schon.«
»Er hat Recht«, sagte Patrick. »Wir müssen uns beeilen. Oder benötigt er zum Aufstieg beide Arme?«
»Nicht zum Klettern«, erklärte Levasseur. »Aber wir werden ihn ordentlich stützen müssen.«
»Also gut«, sagte Peter und stand mit wackeligen Beinen auf. »Weiter geht's!«
Der Förster führte sie an der Steilwand entlang und zu jenem unscheinbaren Spalt, durch den er selbst erst vor wenigen Tagen gestiegen war. Ständig sahen sie sich dabei um, immer auf der Hut, nicht noch einmal entdeckt zu werden. Doch der Wald blieb ruhig, und als sie sich durch den Spalt gezwängt und den dahinter verborgen liegenden, breiteren Teil der Kluft erreicht hatten, fühlten sie sich wieder etwas sicherer.
Peter spürte, wie sich etwas in ihm ausbreitete, ohne dass er dagegen ankämpfen konnte. Er lehnte sich einen Augenblick an die Felswand und atmete tief durch. Kalter Schweiß brach aus ihm heraus, er zitterte.
»Peter«, sagte Stefanie. »Sie sehen aus wie eine Leiche! Setzen Sie sich einen Augenblick hin!«
»Hat er zu viel Blut verloren?«, fragte Patrick.
»Nein«, sagte Stefanie. »Das kann nicht sein. Wahrscheinlich der Schock.«
In diesem Augenblick beugte sich Peter abrupt nach vorn und erbrach sich unter Krämpfen. Als er wieder aufsah, reichte ihm Stefanie ein Taschentuch. Er wischte sich den Mund ab und atmete einige Male tief durch. »Es geht gleich wieder«, sagte er halblaut.
Es dauerte mehrere Minuten, bis seine Übelkeit verging. Er fragte sich, ob Patrick ihn wohl jetzt für einen ausgesprochenen Schlappschwanz hielt, und ob es normal war, dass man nach einem Streifschuss gleich einen Kreislaufzusammenbruch bekam und sich übergeben musste.
»Wir können weiter«, sagte er schließlich.
»Sind Sie sicher?«
»Ja, bestimmt. Es wird schon gehen.«
So setzten sie ihren Weg fort. Wie der Förster versprochen hatte, war es nicht nötig, zu klettern, dennoch war der mit Geröll übersäte, stetig ansteigende Untergrund so unwegsam, dass sie Peter stützen mussten und nur sehr langsam vorankamen. Eine gute Stunde und mehrere Verschnaufpausen später, erreichten sie einen steinernen Vorsprung, der wie ein schmaler Sims an der Felswand entlangführte.
»Dieser Weg führt zur Vorderseite des Berges und kommt oberhalb des Höhleneingangs heraus«, erklärte der Förster. »An einigen Stellen wird er sehr schmal, also immer dicht an der Wand halten!«
»Man wird uns von unten sehen können«, sagte Patrick.
»Richtig. Deswegen ab jetzt leise und ganz langsam! Und immer den Wald unter uns absuchen.«
Angeführt vom Förster, beschritten sie den Pfad. Als Zweiter folgte Patrick, dann Peter und schließlich Stefanie. Ihre Aufmerksamkeit war besonders darauf gerichtet, dass der Engländer vor ihr nicht das Gleichgewicht verlor. Mehrfach blieben sie auf sein Zeichen hin stehen und pressten sich so gut es ging an den Felshang, während Levasseur um eine Ecke herum oder in die Tiefe spähte. Aber es war niemand zu sehen, keine Spur irgendeiner Aktivität auszumachen.
»Anscheinend sind sie noch alle im Lager«, sagte Patrick. »Wir haben eine gute Chance, unbemerkt in die Höhle zu kommen!«
»Sie ist jetzt direkt unter uns«, erklärte Levasseur. »Sehen Sie: Dort ist das Seil für den Aufstieg. Da vorne können wir runter.«
Unter den Anweisungen des Försters kletterten sie auf den Absatz, der sich nur wenige Meter unter ihnen befand. Für Peter, der sich nur mit einer Hand abstützen und festhalten konnte, war es eine schweißtreibende Angelegenheit, die seine volle Konzentration erforderte. Er fühlte sich wie eine Fliege im Spinnennetz, nahezu hilflos und offensichtlich schutzlos allen Blicken ausgeliefert. Unter ihm gab ihm Patrick Hilfestellung, während Stefanie über ihm darauf bedacht war, ihn zur Not festhalten zu können. Als er schließlich mit beiden Beinen auf dem Absatz vor dem Höhleneingang stand, war ihm klar, dass er diesen Weg niemals zurückgehen könnte.
»Das Stahltor ist verriegelt«, erklärte Levasseur, der in der Zwischenzeit den Eingang untersucht hatte.
»Das macht nichts, wir haben einen Schlüssel dafür«, sagte Patrick. Er ging zum Schott, fummelte herum, nur, um einige Augenblicke später seinen Sicherheitsschlüssel wütend auf den Boden zu werfen. »So ein Dreck!«, fluchte er.
»Man kann doch nicht innerhalb von einer Nacht mal eben dieses Schloss austauschen«, meinte Peter mit Blick auf die massive Konstruktion.
»Nein, aber den verdammten Code, der im Schloss gespeichert ist«, sagte Patrick. »Wir leben leider im einundzwanzigsten Jahrhundert.«
»Keine Bewegung!«, ertönte plötzlich eine Stimme von unten. Sie sahen auf die Lichtung am Fuß des Hanges unter ihnen. Dort standen zwei Ranger, die ihre Waffen auf sie richteten. »Kommen Sie sofort herunter! Und Sie, legen Sie Ihr Gewehr dort auf den Boden!«
Die Forscher sahen sich an. »Sieht schlecht aus«, meinte Patrick. »Wir könnten uns vielleicht hier verschanzen...«
»Ich für meinen Teil habe genug«, widersprach Peter. »Wenn Sie die Belagerung und das Gemetzel von Montségur nachspielen möchten, dann ohne mich.«
»Er hat Recht«, sagte der Förster. »Ich schätze, das war's.«
»Das fürchte ich auch«, sagte Stefanie. »Gehen wir runter.«
Der Förster legte sein Gewehr mit langsamen, deutlich sichtbaren Bewegungen auf den Boden und begann, am Seil den Hang hinunterzusteigen. Die anderen folgten ihm, wobei Stefanie wieder den Abschluss bildete und auf den verletzten Peter achtete, der sich nur mit einer Hand am Seil festhalten konnte und entsprechend langsam war. Immer wieder musste er kurz verweilen. Seine Hand und die Muskeln semes gesunden Arms brannten vor Anstrengung, aber es gab keine andere Möglichkeit. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor, bis er endlich wieder ebenen Boden unter den Füßen hatte.
Die beiden Ranger waren in der Zwischenzeit einige Schritte näher gekommen, die Waffen noch immer auf sie gerichtet.
»Legen Sie die Hände auf den Kopf!«, befahl einer von ihnen.
»Ich kann einen Arm nicht heben!«, rief Peter und wandte ihnen die Seite mit seinem Verband zu.
»Dann heben Sie nur den anderen. Aber keine merkwürdigen Bewegungen!«
Sie taten, was man von ihnen verlangte, und die Ranger traten an sie heran. Peter fiel auf, dass sich die Männer von den Rangern aus dem Lager deutlich unterschieden. Während Letztere irgendwie immer wie aus einem Guss gewirkt hatten – natürlich! Militär! –, sahen diese beiden ganz anders aus. Unrasiert, lange Haare,... und sie trugen auch nicht dieselben Gewehre... Das waren keine Ranger!
In diesem Augenblick preschte ein weißer Landrover aus dem Wald und auf die Lichtung. Er schien aus dem Lager zu kommen. Als er bremste, öffneten sich die Türen auf der ihnen abgewandten Seite. »Waffen fallen lassen!«, war eine laute Stimme zu vernehmen.
Die Männer, die die Forscher in Schach hielten, sahen sich einen Augenblick lang irritiert an. Dann liefen sie zur Seite fort und eröffneten dabei das Feuer auf den Wagen. Neben dem täuschend harmlos klingenden Tackern ihrer halbautomatischen Waffen hörte man das metallische Klatschen, mit dem die Geschosse Löcher in das Autoblech schlugen.
»Runter!«, rief Levasseur und warf sich auf den Boden. Die anderen folgten seinem Beispiel.
Einer der beiden Männer erreichte gerade eine Gruppe Bäume, um dahinter Deckung zu suchen, als er plötzlich einen halben Meter zur Seite geschleudert wurde. Das Geschehen lief vor Peters Augen wie in Zeitlupe ab: Er sah, wie der Mann von einer unsichtbaren Wucht getroffen den Boden für einen Augenblick unter den Füßen verlor, wie sich der Kopf zur Seite neigte und ein dunkelroter Sprühregen auf der anderen Seite des Schädels herausschoss. Wie in einer grausamen Inszenierung von Schrödingers Katzenexperiment, nahm Peter jenen undefinierbaren, endlosen Zeitpunkt wahr, in dem der Mann auf der Schwelle zwischen Leben und Tod zu verharren schien, wie sein Herz noch pumpte, seine Nerven und Muskeln noch arbeiteten; er hing wie eingefroren in der Luft, umklammerte dabei seine Waffe. Und dann schlug der Körper wie ein Klumpen Schlachtfleisch zu Boden. Peter wandte den Blick ab.
»Bleiben Sie bloß alle liegen«, raunte der Förster.
Der andere Mann schien die rettenden Bäume erreicht zu haben, denn von ihm war keine Spur zu sehen.
Einen Augenblick lang blieb es ruhig.
»Was waren das für Leute?«, fragte Peter.
»Ich schätze, das waren die angekündigten Söldner von Fauvel«, meinte Patrick.
»Wie sind die durch die Absperrung gekommen?«, fragte Peter.
In diesem Moment wurde der Wagen erneut unter Beschuss genommen. Diesmal war das Feuer aus mehreren Richtungen des umliegenden Waldes zu hören. Ganz offensichtlich hatte der Bürgermeister mehr als nur zwei Söldner angeheuert.
Zwei weitere Geländewagen kamen nun aus dem Wald und bildeten mit dem ersten einen Wall. Wieder öffneten sich Türen, und diesmal strömten jeweils sechs Männer heraus und verteilten sich.
»Stellen Sie das Feuer ein!«, war kurz darauf eine Stimme über Megafon aus Richtung der Autos zu hören. »Wir gewähren Ihnen freien Abzug, wenn Sie das Feuer einstellen und hervortreten!«
Als Antwort wurden nun auch die neu angekommenen Wagen mit Salven bedeckt. Glassplitter prasselten auf den Boden, Reifen wurden zerfetzt.
Plötzlich ertönte ein Fauchen, und über die Lichtung flog ein kolossales Geschoss. Unverhältnismäßig langsam für seine Größe, zog es von den Wagen kommend eine Spur aus Rauch hinter sich her und verschwand zwischen den gegenüberliegenden Bäumen. Kurz darauf folgten ein Blitz und eine ohrenbetäubende Detonation. Ein Hagel aus Erdreich und Holzsplittern prasselte nieder.
Dann war es plötzlich ruhig. Niemand schoss mehr. »Kommen Sie jetzt heraus! Mit erhobenen Händen!«, ertönte wieder die Stimme aus dem Megafon.
Zwischen den Bäumen erschienen nach und nach etwa zehn Männer und traten auf die Lichtung. Sie waren jetzt unbewaffnet und ergaben sich.
Gleichzeitig kamen nun auch die Ranger hinter den demolierten Wagen hervor, ihre Waffen im Anschlag. Es waren nicht wesentlich mehr Mann, aber ganz offenbar deutlich besser ausgerüstet.
»Ich denke, wir können jetzt aufstehen«, sagte Patrick. Sie erhoben sich. Stefanie kam dabei Peter zu Hilfe, der große Mühe hatte. Sie sah, dass an einigen Stellen Blut durch seinen Verband gedrungen war. Er hatte sich einfach zu viel bewegt.
Noch während sich die Parteien auf der Lichtung gegenüberstanden, kam ein weiterer Wagen angefahren. Es war ein neuer, dunkelblauer Grand Cherokee, und er trug auch nicht die gefälschte Aufschrift der Gesundheitsbehörde. Er fuhr an den durchlöcherten Wracks vorbei und hielt nur wenige Meter von den Forschern entfernt. Ihm entstieg Elaine de Rosney.
Sie sah verändert aus. Anders als in Genf, trug sie nun robuste Stiefel, Jeans und eine schwarze Windjacke. Ihr strenger Blick überflog die Gesichter der Anwesenden, bevor sie sich an einen der Ranger wandte.
»Was ist hier los?«
»Während wir diese vier Personen aufhalten wollten, sind wir von diesen Männern angegriffen worden, Madame.«
»Wer ist das? Wo kommen sie her, und was wollen sie?«
»Das wissen wir noch nicht, Madame. Wir wollen sie im Lager befragen.«
»Einverstanden. Machen Sie sich mit Ihren Männern und diesem Gesindel auf den Rückweg. Die vier Forscher bleiben hier.«
»Möchten Sie jemand als Unterstützung hier behalten?«
»Das ist nicht nötig. Gehen Sie.«
»Auf geht's!«, rief der Ranger zu den anderen. »Ihr habt es gehört! Marsch, marsch!«
Sie setzten sich in Bewegung, und nach wenigen Momenten standen die Forscher mit Elaine allein auf der Lichtung. Sie zog eine Pistole aus der Tasche.
»Warum haben Sie sich nicht fern gehalten?«, fragte sie. »War es nicht deutlich genug? Ich hoffe, ich habe keinen Ärger von Ihnen zu erwarten!«
»Ärger?!«, entfuhr es Patrick. »Sie haben noch etwas ganz anderes von uns zu erwarten! Was spielen Sie hier eigentlich?«
»Monsieur Nevreux, wie ungestüm. Ich habe Ihnen das Projekt gegeben, und jetzt nehme ich es Ihnen wieder. Gerade für Sie sollte das doch keine neue Erfahrung sein.«
»Wissen Sie überhaupt, um was es hier geht?!«, fragte nun Peter. »Das hier ist der größte Fund der Menschheit!«
»Aber ja doch, das ist offensichtlich. Und ich danke Ihnen für Ihre Arbeit. Allen beiden. Sie werden Ihr vereinbartes Honorar bereits überwiesen auf Ihren Konten finden. Aber was Sie angeht, Frau Krüger, jetzt stehen wir uns also gegenüber. Können Sie mir bitte erklären, wer Sie sind? Ich habe Sie nicht engagiert! Und in meiner Firma kennt Sie auch niemand.«
»Ich habe mich selbst engagiert, Madame«, antwortete Stefanie. »Und bisher hat es dem Projekt nicht geschadet.«
Elaine sah sie einen Moment lang an, wollte etwas sagen, überlegte es sich dann aber anders und wandte sich an den Förster. »Und wer sind Sie?«
»Das ist D'Artagnan, unser vierter Musketier«, sagte Patrick.
»Sie halten sich wohl für witzig«, entgegnete Elaine.
»Ich bin der Förster des Bezirks«, antwortete Levasseur.
»Nun denn«, sagte Elaine, »somit stehen hier also alle Menschen, die das wahre Geheimnis der Höhle kennen... was für ein seltener Kreis. Und so wird er nie wieder zusammentreffen. Denn wie Sie sich schon gedacht haben, werde ich die Höhle in meine Verantwortung nehmen. Und wie sagt man: Verantwortung ist unteilbar. Sie vier werden also weder mit der Höhle noch mit mir je wieder etwas zu tun haben.« Sie lächelte die anderen an. »Jetzt, wo es so weit ist, kann ich es Ihnen ja auch sagen, damit Sie nicht mit ungelösten Rätseln nach Hause gehen müssen: Ich wusste natürlich von Anfang an, dass wir hier auf das Archiv des Wissens der Templer gestoßen waren. Ich habe die Legenden und Geschichten darum schon lange recherchiert. Ich weiß, welche göttliche Macht es verleihen kann! Ich wollte bloß wissen, wie man hineinkommt. Dank Ihrer Spürnasen haben Sie diese Nuss in Rekordzeit geknackt.«
»Dann kennen Sie auch den ›Kreis von Montségur‹?«, fragte Peter.
»Das Symbol auf dem Boden?«, antwortete Elaine. »Natürlich. Es ist ja nichts anderes als der symbolische Plan der Kaverne. Und um das zu wissen, muss ich noch nicht einmal dringewesen sein.«
Peter sah zu Patrick hinüber, der nicht mit der Wimper zuckte, dem aber sicher ebenfalls nicht entgangen war, dass Elaine damit offenbar nur die halbe Wahrheit kannte.
»Nun, genug geplaudert. Ich werde jetzt in die Höhle gehen, und ich muss natürlich dafür sorgen, dass Sie keine Dummheiten anstellen werden. Deswegen werde ich Sie mit in den Durchgang nehmen. Das Sanatorium Henry Taloir ist bereits auf neue Gäste vorbereitet. Für irgendetwas muss Ihr Honorar ja auch verwendet werden. Und was Sie angeht, Frau Krüger, von Ihnen muss ich mich jetzt schon verabschieden.«
Sie drückte ab. Stefanie wurde nach hinten geschleudert, fiel zu Boden und blieb regungslos liegen.
»NEIN!«, schrie Patrick und wollte losspringen, doch Elaine presste ihm die Pistole gegen den Bauch. »Lassen Sie das«, sagte sie.
Blitzschnell drehte er sich zur Seite und schlug dabei Elaines Hand nach oben. Ein Schuss löste sich und pfiff an seinem Ohr vorbei. Noch einmal schlug er nach ihrem Handgelenk, und dieses Mal schmetterte er die Pistole aus ihrer Hand. Ohne sich weiter um die Frau zu kümmern, stürzte er auf Stefanie zu und kniete sich neben sie. »Mon dieu!«, brachte er hervor und streichelte ihr Gesicht. Unter ihr bildete sich bereits eine Blutlache.
Peter stand noch immer fassungslos da, während Levasseur Elaines Pistole aus einer Pfütze fischte, sie begutachtete und hektisch versuchte, den Schlamm aus der Mündung zu schütteln. Schließlich warf er sie jedoch frustriert weg.
Patrick sah zu ihm herüber. Er hatte Tränen in den Augen. »Suchen Sie eine der Waffen, die die Söldner im Wald gelassen haben! Und schießen Sie diese verdammte Hure über den Haufen!«
Levasseur rannte zum Waldrand.
Peter sah sich um.
Elaine de Rosney war in Richtung des Berghangs weggerannt und befand sich bereits auf halber Höhe des Aufstiegs.
»Shit!«, rief er. »Patrick! Wir kriegen sie nicht rechtzeitig! Laufen Sie ihr hinterher! Ich kann es nicht!«
Patrick wollte gerade etwas erwidern, als Stefanie ihre Augen aufschlug. Patrick schrak zurück.
»Ich kümmere mich darum«, sagte sie mit ruhiger Stimme und erhob sich.
Fassungslos und unfähig, sich zu rühren, starrte Patrick Stefanie nach. Sie war aufgestanden und lief mit großen Schritten zum Hang.
»Aber sie ist tot!«, brachte Patrick schließlich atemlos hervor.
»Das kann einfach nicht sein...«, sagte Peter und sah Stefanie entgeistert zu, wie sie am Seil hinaufkletterte, als sei nichts geschehen. In der Zwischenzeit hatte Elaine das Gewehr des Försters aufgehoben und machte sich gerade an der Stahltür zu schaffen.
»Ich hab eine!«, hörten sie Levasseur aus dem Wald rufen, und kurz darauf kam er mit einer der Waffen auf die Lichtung gerannt. Doch in diesem Augenblick verschwand Elaine bereits aus dem Sichtfeld.
»Was ist denn das?!«, fragte der Förster ungläubig, als er Stefanie entdeckte.
»Ich habe keine Ahnung...«, sagte Patrick. Dann verschwand sie ebenfalls in der Höhle.
Die drei Männer blieben allein auf der Lichtung zurück, starrten nach oben und ahnten nicht, was passieren würde.
Sie erwarteten, Rufe zu hören, Schüsse oder Geschrei, aber es blieb ruhig. Eine unheimliche Stille umfing sie.
Weder Wald noch Wind machten irgendein Geräusch.
Sie hörten sich atmen, hörten das Blut in ihren Ohren pulsieren.
Und plötzlich geschah es.
Flirrende, ringförmige Wellen bildeten sich in der Luft vor dem Berghang, und plötzlich schoss gleißendes blaues Licht aus dem Fels. Eine unsagbare Kraft hatte sich ihren Weg ins Freie gebrochen. Nur einen Lidschlag später erreichte die Männer das Toben einer gewaltigen Explosion, die Druckwelle schlug ihnen mit voller Wucht entgegen und schleuderte sie rückwärts zu Boden. Hoch über ihnen sahen sie das aus der Verankerung gerissene Stahlschott wie eine Spielkarte durch die Luft wirbeln.
Der Boden unter ihnen vibrierte, der ganze Berg vor ihnen zitterte und grollte. Dann bewegte er sich, schien sich in der Mitte ein Stück nach vorne zu beugen. Geröll löste sich.
»Los, weg hier!«, rief Patrick. Er sprang auf, riss Peter am gesunden Arm hoch, und sie stürmten über die Lichtung in Richtung der Wagen und der Bäume.
Das Rumoren im Berg hinter ihnen wurde lauter, und mit einem Ruck sackte der gesamte Hang in sich zusammen. Durch das plötzliche Gewicht und den Aufschlag wurden Gesteinstrümmer nach allen Seiten weggesprengt, schossen wie Kanonenkugeln durch den Wald und mähten die Bäume in ihrer Flugbahn nieder.
Während hinter ihnen der Vue d'Archiviste in sich zusammenstürzte und die Lichtung mit einer meterhohen Gerölllawine überflutet wurde, flohen die drei Männer durch den Wald, einzig, um ihr Leben zu retten und sich in Sicherheit zu bringen. Erst allmählich kam ihnen zu Bewusstsein, dass dort hinter ihnen nun jedes Schriftzeichen, jedes Rätsel und auch jedes Leben unter Millionen Tonnen Gestein zu Staub zermahlen worden war.