IV

Seine Furcht war begründet. Für Lydia, wie für die meisten anderen Menschen, hatte schon das Wort »Gift« einen schaurigen, mysteriösen Klang. Es verging eine geraume Weile, bis Fenton sie wieder beruhigen konnte. »Dann werde ich nicht. sterben?«

»Aber nein! Fühlst du dich wie eine todkranke Frau?«

»Behüte! Nein!« Nach einer Pause setzte sie hinzu: »Nur ein wenig indisponiert, weiter nichts.«

»Das kommt daher, weil der Giftmischer dir zu geringe Dosen in zu großen Zwischenräumen verabfolgt hat. Wenn du nur den Trank nimmst, den ich dir verschreibe, hast du nichts zu befürchten.«

Lydia fuhr sich mit der Hand an die Stirn. »Und diese -diese Pusteln .?«

»Werden vollständig verschwinden. Es sind die Symptome einer Arsenvergiftung.«

»Aber wer könnte denn danach trachten .?«

»Davon sprechen wir ein anderes Mal«, sagte er. »Zuerst müssen wir dich kurieren.«

Lydia, die sich im Überschwang der Freude und Erleichterung über eine so nebensächliche Person wie einen Mörder nicht den Kopf zerbrechen konnte, war völlig in den Anblick ihres Mannes versunken, und ihr ganzes Wesen beruhigte sich. Fenton versuchte, ihr in möglichst einfachen Worten das Gift und seine Wirkung zu erklären, obwohl er wußte, daß sie es nicht verstehen würde; selbst die Akademie der Wissenschaften würde es nicht verstehen. In der vergangenen Nacht hatte er bemerkt, daß Lydia eine sehr hübsche Figur hatte. In ihrem gegenwärtigen Bekleidungszustand trat diese Tatsache deutlich in Erscheinung.

»Diese Ammenmärchen«, sagte er, »von dem Blut einer Fledermaus, den Eingeweiden einer Kröte und anderen ekelhaften, aber völlig unschädlichen Substanzen erschienen allmählich lächerlich im Licht. im Licht.« Er hielt inne. »Verzeihung, was sagte ich doch noch?«

»Liebster«, versicherte ihm Lydia zärtlich, obwohl ein wenig rot im Gesicht, »du hattest nur Augen für .«

»Ja, fürwahr. Wahrhaftig. Ganz in Gedanken .« Fenton glitt vom Bettrand herunter.

»Ich empfinde es aber nicht als unangenehm«, sagte Lydia. Fenton machte eine letzte Anstrengung, väterlich zu sein. Er trat zum Kopfende des Bettes, beugte sich zu Lydia herab und küßte sie leicht auf die Lippen. Dann aber war es vorbei mit aller Selbstbeherrschung. Lydias Arme umschlangen leidenschaftlich seinen Hals oder vielmehr die vermaledeite Perücke. Er bog ihren Kopf zurück und küßte sie auf eine Weise, die sich wohl als innig bezeichnen ließ.

»Nick«, murmelte sie nach einer Weile dicht an seinem Mund. »Ja - ja?«

»Als du mir zuerst gebotest, mich niederzulegen, habe ich dieselben Gedanken gehabt wie Giles. Dann überlegte ich mir: hier?. so öffentlich?. wo so viele Leute in der Nähe sind?.«

»Ich weiß.«

»Soll unser wahres Rendezvous heute abend stattfinden?« Das war Unsinn - völliger Unsinn für eine Frau, die noch unter Vergiftungserscheinungen litt. Aber Fenton war auf dem besten Wege, den Kopf zu verlieren.

»Heute abend, Lydia, bist du vielleicht nicht in der richtigen Stimmung für so etwas.«

»Ich könnte dich lieben«, murmelte sie, »selbst wenn ich im Sterben läge. Liege ich etwa im Sterben?«

»Nein! In Dreiteufelsnamen nein!«

»Werde ich dann heute nacht deine Gesellschaft haben?«

»Ja!« Er schloß sie fest in die Arme. Und - so will es die Natur nun einmal - Lydias Haut erschien ihm nicht mehr im geringsten kalt oder klamm. Der Kuß hatte einen solchen Grad von Leidenschaftlichkeit erreicht, daß beide es für töricht und überflüssig hielten, das Rendezvous zu verschieben.

Giles war indessen eifrig bemüht, die Stellung im Flur zu halten, doch gerade in diesem Augenblick wurde die Tür aufgerissen, und Meg fegte ins Zimmer.

In Sir Nick brachen unmittelbar die alten Gefühle für sie durch. Fenton, wenn auch ein wenig aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht, kannte eine andere Empfindung. Es war der Zorn, der sein Augenlicht langsam verdunkelte.

Nach einem kurzen Blick hinter die zurückgebundenen Bettvorhänge wandte Meg den Kopf zur Seite und schritt langsam durch das Zimmer zu den Fenstern, um zu überlegen, wie sie mit dieser Situation fertig werden sollte. Ihre Arme zitterten ein wenig. Lydia selbst spürte nicht die geringste Verlegenheit. Schon ehe Meg ihr einen Blick zuwarf, war es ihr gelungen, die Bettdecken so zu ordnen, daß sie noch weniger bekleidet zu sein schien, als es in Wirklichkeit der Fall war.

»Ihr wollt uns also beehren, Madam?« fragte Fenton in recht bissigem Ton.

»Meiner Treu, Ihr habt's erraten«, erwiderte Meg kühl. Die stolze Gestalt am Fenster wandte sich den beiden zu. Meg trug einen schwarzen Strohhut mit sehr breiter Krempe, die sie zwang, den Kopf hochzuhalten. Auf dieser nach hinten leicht aufgebogenen Krempe lag eine einzige goldene Feder. Noch nie hatte sich ihr schattenhaft weißer Teint so lebhaft von dem glänzendschwarzen Haar abgehoben.

Trotz des warmen Wetters trug sie einen kurzen schwarzen Pelzüberwurf, der ihr nur bis zum Ellbogen reichte. Er war nicht geschlossen und ließ ein sehr tief ausgeschnittenes Miedersehen. Ihr an der rechten Hüfte befestigtes Handtäschchen war mit Gold bestäubt und mit einem Kreis von Rubinen verziert. Beide Hände steckten in einem schwarzen Pelzmuff, wie es die Mode vorschrieb.

»Nick, Verehrtester«, sagte Meg von oben herab, »ich habe mir Eure Karosse für heute morgen bestellt. Ich weiß, Ihr werdet mir das nicht abschlagen.«

»Meint Ihr, Madam?«

Meg hatte offenbar beschlossen, so zu tun, als ob Lydia gar nicht existierte. Lydia gab ebenfalls vor, uninteressiert zu sein. Sie blickte mit verträumten Augen und einem leisen Lächeln vor sich hin. Doch Meg konnte es sich nicht versagen - es ging wider die menschliche Natur-, einen kurzen wütenden Blick auf sie zu werfen.

»Ich möchte wohl«, fuhr sie ungezwungen fort, »zur Neuen Börse fahren, um dort in den Arkaden zu spazieren und vielleicht ein paar Bagatellen zu kaufen. Liebster, ich bin ja so verschwenderisch. Doch werden zwanzig Guineen für heute genügen, denke ich.«

»Seid Ihr sicher, Madam?«

Sie warf ihm einen raschen Blick zu und sah, daß er mit gemessenen, drohenden Schritten auf sie zukam. Mit gespielter Heiterkeit ging sie vom Fenster weg und am Ankleidetisch vorbei auf die linke Wand zu. Mit zornumwölkter Stirn und zähneknirschend stellte er sich vor sie hin.

Hilflos spürte er einen schweren Druck auf seiner Brust; er konnte kaum atmen. Es war, als stülpte sich die schwarze Haube des Henkers über seinen Kopf. Sein Verstand verwirrte sich. Er kämpfte dagegen an, aber.

»Oh, pfui!« rief Meg, etwas ängstlich lachend. »Ihr seid doch gewiß nicht eifersüchtig auf diese armseligen Laffen in der Neuen Börse mit ihren flachsfarbenen Perücken, die mir mit verliebten Blicken folgen. Dem einen reiche ich -so - meine Mantille zum Halten, einem anderen - so -meinen Muff und einem dritten .« Meg brach ab. Sie hatte keine Zeit zu schreien oder sich zu rühren. Mit leisem Zischen wurde das Rapier aus der Scheide gerissen und glänzte matt in der trüben Beleuchtung. Seine Spitze ruhte auf Megs Körper, genau über der Mitte ihres Mieders. Eine Haaresbreite weniger, und die Spitze hätte sie nicht berührt; eine Haaresbreite mehr, und sie hätte ihre Haut geritzt.

»Ehe wir von etwas anderem sprechen«, ertönte eine heisere Stimme, »wollt Ihr gefälligst den Dolch fallen lassen, den Ihr in Eurem Muff tragt.«

»Dolch?« flüsterte Meg und hob die langen schwarzen Wimpern.

»Der Griff ragt über Eure Hand hinaus, und Euer Daumen ruht auf der Klinge: er ist beim besten Willen nicht zu übersehen.«

»Oh, scheußlich! Wenn ich bedenke .«

»Entweder laßt Ihr den Dolch fallen oder ich steche zu. Ruhig Blut, Madam. Ihr könnt selbst wählen.«

Sir Nick würde nicht davor zurückschrecken. Das mußte Meg erkannt haben; denn sie ließ ihre grauen Augen umherwandern. Sir Nicks Daumen und Zeigefinger umschlossen den Degengriff fester, um die Spitze durch ihren Körper zu treiben, wahrend Fenton sich krampfhaft bemühte, den Arm zurückzuhalten. Mit kühler und etwas verächtlicher Miene zog Meg die rechte Hand aus dem Muff, und ein zierlicher venezianischer Dolch fiel klirrend auf den Fußboden neben dem Teppich. »Verbindlichsten Dank«, sagte der Mann in der Perücke, der in allen seinen Bewegungen so rasch und wendig war wie eine Katze, und senkte die Degenspitze. Dann bückte er sich, hob den Dolch auf und schleuderte ihn ans andere Ende des Zimmers. Während er sich aufrichtete, ließ er das Rapier wieder in die Scheide gleiten. »Und nun verratet mir einmal«, sagte er mit einem Blick auf die im Bett liegende Lydia, »wen von uns beiden Ihr zu erdolchen gedachtet.«

Meg legte ein Erstaunen an den Tag, das nicht geheuchelt war. »Nun, die Tochter des Rundkopfs. Wen denn sonst?« erwiderte sie und deutete auf das Bett. »Habe ich sie nicht in dieses Zimmer huschen sehen? Konnte ich mir nicht vorstellen, was hier vor sich ging? Manche Tat ist in meinen Augen kein Verbrechen.«

»Gott steh uns bei! Darin habt Ihr nicht so ganz unrecht.« Seine Stimme wurde sanfter. »Aber unternehmt nichts gegen meine Frau, Meg, und auch nichts gegen mich. Oder es wird Euch bitterlich gereuen. In der vergangenen Nacht habt Ihr eine niederträchtige Unwahrheit über meine Frau geäußert.«

Meg zuckte die Achseln und blickte verdutzt drein. »Wenn sie meinen Zwecken diente, warum nicht?« fragte sie. »Ich tue, was mir gefällt.«

»Wirklich? - Giles!«

Mit schreckensbleicher Miene, aus der aller Schabernack gewichen war, schlüpfte Giles ins Zimmer. »Zu dienen, gnädiger Herr?«

»Sorg dafür, daß Madam York das Geld bekommt, das sie verlangt.« Dann wandte er sich wieder an Meg. »Die Kutsche dürft Ihr benutzen, aber Ihr müßt sie zurückschicken. - Halt, einen Augenblick, Madam, ein Punkt wäre noch zu erwähnen.« Seine Finger krochen wieder zum Degengriff. »George Harwell und ich gehen zum Strand. Wenn ich Euch bei meiner Rückkehr hier noch vorfinde, wenn Ihr nicht mit all Euren Habseligkeiten für immer verschwunden seid, werde ich den Friedensrichter holen und Euch in den Kerker werfen lassen.«

Meg hob den Kopf unter dem schlappen Hutrand. »Und auf Grund welcher Anklage, bitte?«

»Das werdet Ihr noch früh genug erfahren. Aber es ist eine Sache, die Euch an den Galgen bringt, dessen kann ich Euch versichern. Nun geht!«

»Für immer? Das ist nicht Euer Ernst!«

Er hatte den Degen halb aus der Scheide gezogen. Meg starrte in sein finsteres, gedunsenes Gesicht und wich gegen die Wand zurück.

»Ich gebe Euch eine Minute«, sagte er, »und dann seid Ihr verschwunden.«

Meg ließ den schwarzen Pelzumhang von den Schultern gleiten und drapierte ihn über den Muff. Ihre glänzendweißen Schultern hoben sich aus den schwarzen Rüschen des scharlachrot und schwarz gestreiften Mieders. Während sie ihren Hut zurechtschob, schloß sie ein wenig die Augen und lächelte wieder, ohne die Lippen zu öffnen. Eine leichte Bewegung konnte verführen, eine Erinnerung wecken .

»Ist Euch bekannt«, fragte Meg, »daß Captain Duroc, der zum persönlichen Gefolge des französischen Königs gehört, schon eine Wohnung für mich in der Chancery Lane genommen hat? Die schönsten Räumlichkeiten in London? Und mich auf den Knien gebeten hat, wie sich das für einen Mann von Stand geziemt, mich von ihm unterhalten zu lassen?«

»Ich wünsche Captain Duroc recht viel Vergnügen mit Euch.«

»Nick!« schrie sie, als sie spürte, daß er seine Worte wirklich ernst meinte.

»Eine halbe Minute ist um!«

»Wenn Ihr mich unbedingt fortjagen wollt«, erklärte Meg in kühlem Ton, »so bin ich die letzte, die dagegen protestiert. Aber - heute schon?« Ihre Stimme wurde weicher. »Meiner Treu, ich benötige allein einen Tag, um meine Habe zusammenzupacken. Sir, wollt Ihr mich nicht noch eine Nacht unter Eurem Dache weilen lassen?«

»Ich. ich. nun! Eine weitere Nacht, das möcht' ich wohl schwören, wird keinen Schaden stiften.«

Hier richtete sich Lydia, die sich inzwischen in Fentons Schlafrock gehüllt hatte, kerzengerade im Bett auf. In ihrem Gesicht war ein neuer Ausdruck.

»Und eins will ich Euch noch sagen«, fügte Meg hinzu, wobei ihr die Tränen über die Wangen liefen - Tränen, die man sogar für echt halten konnte. »Selbst wenn Ihr mich fortschickt, zu Captain Duroc oder einem anderen, so werden wir doch wieder zusammenkommen. In irgendeiner Weise gehören wir zusammen, auf Leben und Tod.«

Es folgte eine tiefe Stille,, während der Wind an den Fensterscheiben rüttelte und in den Baumkronen wühlte. Unerwartet änderte sich Sir Nicks Stimme.

»Mary!« sagte diese Stimme. »Ist es möglich, daß -»So gewann Fenton, der wieder den Sargdeckel über einen grausigen Inhalt hinunterzwang, abermals die Herrschaft und behielt sie auch. Er sah mit seinen eigenen Augen und mit seinem eigenen Verstand. Doch im Augenblick durfte er nicht lockerlassen. Diese Frau Meg - selbst wenn es Mary wäre, was er anzweifelte - , mußte das Haus morgen verlassen; sonst würde ihr Einfluß alles vernichten. »Eure Zeit ist um«, mahnte er schroff. »Nun geht!« Er rasselte ein wenig mit dem Degen.

Meg, die offenbar zu dem Schluß gelangte, daß weiteres Reden zu gefährlich sei, stürzte an ihm vorbei. Mitten im Zimmer blieb sie stehen und richtete sich auf, während sie sich den Pelzbehang um den Hals legte und ihren Hut mit der goldenen Feder von neuem zurechtschob.

Sie war im Begriff, etwas zu sagen, überlegte es sich aber anders. Würdevoll und mit einem gewaltigen Rauschen von steifen Unterröcken fegte sie aus dem Zimmer.

Nur jemand in der trüben Passage draußen hätte ihren veränderten Gesichtsausdruck und ihr verhaltenes Lächeln sehen können. Obwohl er ein wenig schwankte, blieb Fenton fest auf seinen Füßen stehen.

Zweimal hatte er Sir Nick besiegt. Was aber würde geschehen, wenn die andere Seele an Macht gewann? Mechanisch ließ Fenton das Schwert wieder in die Scheide gleiten. Er war völlig in Schweiß gebadet und von dem Ringen erschöpft. Hinzu kam die Anstrengung, die ihm seine Rolle auferlegte. Mit möglichst festen Schritten ging er auf Lydia zu. »Lydia«, sagte er demütig, »du mußt mir verzeihen, daß ich dich vergessen habe, während ich mich mit. deiner Base beschäftigte.«

Lydia betrachtete ihn mit anbetenden Blicken, was ihn sehr in Verlegenheit setzte.

»Daß du mich vergessen hast?« wiederholte sie. »Liebes Herz, bei der Gelegenheit hast du doch gerade an mich gedacht!« Ihre breiten, feuchten Lippen zitterten. »Wird sie diesmal gehen, diese Kreatur? Bestehst du wirklich und wahrhaftig darauf?«

»Sie wird gehen«, antwortete Fenton mit ruhiger Überzeugung. Selbst Giles, der seine schreckliche Furcht abgelegt hatte, aber dennoch ernst und schweigsam blieb, spürte diese feste Überzeugung in einem Mann, dessen Launen er nicht verstehen konnte.

»Nun müssen wir deine Krankheit studieren .«

»Welch ein Aufheben«, rief Lydia, »über eine solche Bagatelle!«

Aber es war keine Bagatelle. Wenn er nicht den Lauf der Geschichte zu ändern vermochte, würde diese Frau in knapp einem Monat an einer großen Dosis von Arsenik sterben. Seine eigene Frau - oder war sie nicht seine Frau? Ja, aber natürlich! Sonst hätte die ganze Tragikomödie weder Sinn noch Verstand. Sein heftiges Verlangen, sie zu beschützen, legte sich wie ein schirmender Schild um sie.

»Nun besinne dich, Lydia. Wann hast du zum erstenmal unter diesen starken Magenschmerzen mit anschließendem Erbrechen gelitten? Sollen wir sagen, vor etwa drei Wochen?«

Lydia zählte langsam an den Fingern nach. »Stimmt! Bis auf einen Tag!«

»Was nimmst du gewöhnlich an Essen und Trinken zu dir?«

»Als ich zum erstenmal nach dem Essen Schmerzen hatte, begab ich mich eilends auf mein Zimmer und verriegelte die Tür. Später duldete ich nicht einmal die Gegenwart meiner Kammerzofe, wenn es mir schlecht erging. Es sollte niemand darum wissen«, flüsterte Lydia. »Ich hielt alles geheim.«

»Aber nach den ersten Schmerzen .?«

»Habe ich mich nicht mehr unten zu Tische gesetzt. Ich konnte nur noch eine Schale mit Sektmolke zu mir nehmen, die mir meine Kammerzofe pünktlich jeden Mittag heraufbrachte. Selbst nach der Sektmolke mußte ich mich häufig vor Schmerzen krümmen. Oh, es war schauderhaft!«

Zum erstenmal spiegelten sich Schmerz und Einsamkeit in Lydias Zügen.

»Lydia, worauf hast du diese Unpäßlichkeit zurückgeführt?«

Sie blickte vage drein.

»Oh . ich dachte, es sei der Tod. Dauernd sterben Menschen, und wer kann sagen, warum?« Lydia zögerte und schien mit sich zu ringen. »Nein, Gott möge mir verzeihen, ich will es nicht ableugnen, sondern die volle Wahrheit sprechen. Fürwahr, einige Male habe ich tatsächlich an Gift gedacht. Aber ich nahm an, du stecktest dahinter, liebes Herz, und daher, mein Gemahl, konnte ich nichts sagen.«

Fenton ballte die Hände und wandte sich ab.

Lydia legte sein Verhalten falsch aus und rief verzweifelt: »Gott möge mir verzeihen! Was habe ich nur getan? Nick, Nick!« Sie hämmerte mit ihren zarten Händen auf die Bettdecke. »Ich schwör's, ich habe nur ein paarmal diesen Verdacht gehegt, als ich unter Vapeurs litt und töricht war. Nun aber weiß ich, daß dem nicht so ist. Oh, ich habe dir schon so viel Leids getan!« Mit einem beruhigenden Lächeln wandte er sich ihr wieder zu.

»Du hast mir Leids getan?« fragte er, während er sie leicht auf die Lippen küßte. »Das wirst du mir tun, wenn du meinen Fragen ausweichst. Hast du während deiner Unpäßlichkeit außer dieser täglichen Sektmolke noch irgend etwas anderes gegessen oder getrunken?«

Lydia dachte nach.

»Nur den Gerstentrank. Aber der ist in einer großen Glasflasche, aus der alle trinken.«

»Und wie wird diese Sektmolke zubereitet?«

»Vier Eier werden kräftig in einer Schale geschlagen und dann in eine andere Schale gegossen, die ein Viertelliter Milch und vier Stücke Hutzucker enthält. Dann wird eine halbe Flasche Sekt hinzugefügt. Sonst nichts.«

Von Zorn erfüllt, bückte sich Fenton und hob Megs Dolch vom Boden. Eine Zeitlang wägte er ihn in seiner Hand. »Giles!«

»Zu dienen, gnädiger Herr?«

»Ich glaube, du kennst unser >Geheimnis<, nicht wahr?«

»Ihr geruhtet, es mir zu enthüllen, Sir, als Ihr gestern die Entdeckung machtet, daß .«

»Schon gut!« sagte Fenton. »Du wirst jetzt das Küchenpersonal versammeln, und zwar alle, die mit der Zubereitung dieser Sektmolke etwas zu tun haben oder auf dem Wege nach oben damit in Berührung gekommen sein mochten. Versammele sie in - in meinem Studierzimmer.«

Giles verneigte sich, immer noch gesetzt und ohne jede Spur von Dreistigkeit.

»Sag ihnen«, fuhr Fenton fort, »daß ihre Gebieterin mit Arsenik vergiftet worden ist und ich bald erscheinen werde. Zweifellos wird es ein großes Geheul und Gekreische geben .«

»Geheul und Gekreische?« echote Giles. »Bei Gott, Sir! Es wird mehr Lärm geben als im Schauspielhaus, wenn beim Auftreten der Hexen die Trompeten schmettern. Dieser Bagage«, setzte der oberste Diener hinzu, »muß tüchtig das Fell gegerbt werden mit einer guten Neunschwänzigen Katze. Aber ich werde sie mir schon vorknöpfen. Seid ohne Sorge!«

Die Tür schloß sich hinter ihm, ehe Fenton Einspruch erheben konnte.

Lydia, die Giles offenbar kein großes Vertrauen schenkte, kniete immer noch Fenton gegenüber auf der Bettkante, aber ihre blauen Augen lachten jetzt.

»Ich wußte es ja!« meinte sie. »Oh, ich war dessen sicher, als wir genau vor«, hier schaute sie ihm in die Augen, »drei Jahren, einem Monat und vier Tagen heirateten.«

»Was wußtest du, mein Lieb?«

»Komm hierher, ich will dir ein Geheimnis ins Ohr flüstern. Nein, näher! Viel näher!«

Gehorsam lüftete Fenton das Haar seiner Perücke. Im nächsten Augenblick spielte Lydia einen solchen Schabernack mit seinem Ohr, daß er aufsprang, obwohl die Attacke nicht allzu unangenehm war.

»Ein niedriger Trick«, schalt Fenton, obwohl er sich das Lachen nicht verbeißen konnte. Zum Spaß drohte er ihr mit dem Dolch, den er immer noch in der Rechten hielt. »Und wo hast du den gelernt?«

»Du selbst hast ihn mich doch gelehrt«, erwiderte Lydia ein wenig erstaunt.

»Ich kenne hundert davon. Aber jetzt spreche ich im Ernst.«

Ihre Augen nahmen einen nachdenklichen Ausdruck an, und ihre Stimme wurde feierlich. »Nick, ich möchte dir heute etwas sagen, weil du jetzt so verwandelt bist, Nick, ich - ich habe vor unserer Heirat mit meinem Vater über dich gesprochen. Er haßte dich, das gebe ich zu. Weißt du, was ich über dich gesagt habe?«

»Nein, Lydia! Ich möchte lieber, daß du .«

Doch Lydia sprach frei und stolz heraus, ohne zu spüren, wie grotesk ihre Worte klingen mußten.

»>Sanft wie ein Diener Gottes<, sagte ich, >doch kühn und beherzt wie einer von Cromwells Eisernen Dragonern.<« Es entstand eine Pause. Und abermals hämmerte die schwarze Seele scharf gegen den Sargdeckel.

Ein größeres Pech hätte dieses unglückliche Liebespaar nicht befallen können. Denn in dem Bürgerkrieg vor mehr als dreißig Jahren, in dem Kavaliere, die Anhänger des Königs, gegen die Rundköpfe Cromwells kämpften, hatte es keinen leidenschaftlicheren Royali-sten gegeben als Sir Nicks Großvater und dann seinen Vater. Und Professor Fenton war ein ebenso draufgängerischer Royalist wie seine alten Namensvettern. Jedesmal, wenn er mit einem Kollegen diskutierte, der Rundkopf-Ansichten vertrat, erhitzte er sich.

»Solcher Komplimente bin ich nicht würdig«, bemerkte eine allzu höfliche Stimme. »Wenn du wenigstens gesagt hättest: >So kühn und beherzt wie ein Kavalier .<«

Furcht trat plötzlich in Lydias Augen.

»Nein, nicht weiter!« bettelte sie, während sie ihr Gesicht mit den Händen verhüllte. »Oh, Gott verzeihe mir! Noch ein Wort, und alles ist wieder ruiniert!«

»Wieso, Mylady!«

Erschöpft ließ sich Lydia in die Kissen fallen, wobei sie den rechten Arm ausstreckte und den Kopf darauflegte. Es war, als wäre sie halb gestorben.

»Nick«, sprach sie mit gedämpfter Stimme, »warum hast du den Wunsch gehabt, mich zu heiraten?«

»Weil ich dich liebte.«

»Das hatte ich geglaubt und gehofft. Und doch braucht in diesem siechen Hause nur ein kurzes Wort zu fallen über jemanden, den zu lieben, zu ehren und zu bewundern ich aufgezogen bin, und im selben Augenblick ergehst du dich in höhnischen Sticheleien. Selbst der große Oliver .»

»Der große Oliver«, flüsterte er, während seine Linke den unteren Bettpfosten und seine Rechte den Griff des Dolches umklammerte. »Meinst du etwa - Cromwell?«

Er sprach den Namen mit einer so zermalmenden Feindseligkeit aus, als konzentrierte sich sein ganzer Haß auf dieses eine Wort. »Ich bin in dem Jahr geboren«, sagte Sir Nick, »als deine verehrten Rundköpfe König Charles dem Ersten das Haupt abschlugen. An jenem Januartag, so hat man mir erzählt, schneite es ein wenig, aber man hatte das Schafott vor dem Fenster des Bankettsaals vom Schnee gesäubert. Der König ging zu Fuß vom St.-James-Palast durch den Park, dann durch die Passage im Holbein Gate und die langen Räume des Whitehall-Palastes bis zu dem Fenster, vor dem das Schafott stand. Dort hat man ihn dann enthauptet.« Sir Nick - es mag auch Fenton selbst gewesen sein -, schöpfte tief Atem.

»Nie ist ein Mann so tapfer gestorben. Nie ist ein Mann so wahrhaft königlich einhergeschritten, obgleich sie ihn anspien und ihm Tabakrauch ins Gesicht bliesen.« Sir Nick wirbelte herum und stieß den Dolch bis zum Heft in den Bettpfosten, so haarscharf, daß kein Holzstückchen absplitterte. »Tod und Verdammnis über die Rundköpfe und ihre ganze Brut!«

Lydia fuhr in die Höhe, wobei ihr der Schlafrock von den Schultern glitt. Im Grunde ihres Herzens hatte sie kein besonderes Interesse für Politik.

»Hast du mich geheiratet«, erkundigte sie sich, »weil du dich in der Schenke zum Windhund gerühmt hattest, daß du >die Rundkopf-Maid zähmen< würdest?«

»Nein.«

»So ist es mir aber zu Ohren gekommen, Nick.«

»Dann, in Gottes Namen, glaub doch, was du willst!«

»Nun, du hast sie nicht gezähmt«, bemerkte Lydia unsicher. »Mein Großvater war ein Königsmörder, wie Meg, deine Geliebte, gestern nacht betonte. Ich war ein junges Ding zur Zeit der Restauration, und man nahm mich nicht mit, um zu sehen, wie er gehenkt, gereckt und gevierteilt wurde und man seine Eingeweide ins Feuer warf. Aber wie ich vernommen habe, ist auch er tapfer gestorben. Deinetwegen habe ich mich von meiner Familie losgesagt, Nick. Das ist indessen von geringer Bedeutung! Aber warum und zu welchem Zweck soll ich denn leben, wenn du nichts mehr für mich empfindest?«

Dies muß aufhören, dachte Fenton verzweifelt. So geht es nicht weiter.

Er war neben dem Bett auf die Knie gesunken und umklammerte mit den Händen die Bettkante. Er wußte, daß er Sir Nick besiegen konnte, weil er noch auf den Kampf eingestellt war und für Lydia eine tiefe Zuneigung empfand. Es war ein kurzer, aber dafür um so härterer Kampf. Einmal, so schien es ihm, hob sich ein dürrer Arm aus dem Sarg und griff ihm direkt ans Herz. »Hilf mir, Lydia«, sagte er und streckte die Hände nach ihr aus. »Hilf mir!«

Obwohl sie diese Bitte nicht verstand, preßte sie seine Hände an die Brust und sah mit Freuden, daß der warme Schimmer wieder in seine Augen zurückkehrte.

»Lydia«, ließ sich Fentons keuchende Stimme hören, »es gibt gewisse Dinge, die ich nicht erklären kann. Wenn du dir vorstellen könntest. ach nein, lieber nicht. Aber manchmal bin ich nicht Herr über mich selbst, auch wenn ich keinen Tropfen Wein oder Schnaps getrunken habe. Bleibe bei mir .«

»Wünsche ich mir etwas anderes?«

».und rufe mir zu: >Geh zurück!! Geh zurück!<, wenn dieser sinnlose Zorn mich wieder packt. Es wird nicht wieder vorkommen, ich schwör's, wenn du da bist. Und merke dir dies, teuerstes Herz«, fügte er sanft hinzu, »was haben wir beide, du und ich, mit den alten Händeln unserer Großväter zu tun? Sie sind wie weggeblasen. Selbst ihre Degen und Pistolen haben sich geändert. Ein Rundkopf wird ebenso respektiert wie ein Angehöriger der englischen Staatskirche. Und also sage ich sogar von Oliver: möge seine standhafte alte Seele in Frieden ruhen.«

»Dann - mit Gott für König Charles!« flüsterte Lydia leidenschaftlich und warf sich Fenton schluchzend an die Brust. Danach herrschte, wenn auch nicht Einverständnis, so doch Frieden. »Wenn ich noch eine Frage stellen dürfte«, sagte Lydia. »Nein, es ist keine, die deinen Zorn erregt. Warum mischst du dich eigentlich in diese sogenannte Politik, die ich nicht verstehe und von der die Männer soviel Geschrei machen?«

Fenton streichelte ihr weiches, hellbraunes Haar. »Tue ich das? Ich hatte es ganz vergessen«, erwiderte er zerstreut und spürte, wie Lydia stutzte. »Nun«, fügte er hinzu, »wenn ich mich einmenge, so geschieht es, weil dieselbe alte Tragödie sich wiederholt.«

»Inwiefern?«

»Als der Sohn des alten Monarchen - König Charles der Zweite - aus der Verbannung zurückkehrte, um seine Herrschaft anzutreten, ging eine Zeitlang alles gut. Nach und nach aber zeigte das Parlament seine Krallen. Genau wie unter Charles dem Ersten, ging es um Geld und Religion. >Keine Papisterei! Keine Papisterei!< lautete der große Schrei.«

»Still!« sagte Lydia flüsternd und blickte ängstlich über ihre Schulter. »Wer kann wissen, ob nicht ein Papist in Hörweite ist?«

Das Lächeln, das über Fentons Gesicht glitt, entging ihr.

»Dann will ich leise reden, aber doch meine Ansicht äußern. Soll ich kein Vertrauen haben zu diesen Männern -es wäre mir lieber, wenn du sie Katholiken hießest -, die Gold und Lebensblut spendeten, um den Vater des Königs zu schützen? Die mit heiterer Miene ihre Häuser in Flammen aufgehen sahen, wenn sie nur dem Helm eines Rundkopfs eins auswischen konnten? Wenn ich nicht zufällig zur anglikanischen Kirche gehörte, könnte ich ebenfalls ein Katholik sein.«

»Nun, mein Herr und Gebieter, jetzt hat's Euch wieder erwischt!« plapperte Lydia und preßte ihn fest an sich. »Geht zurück!« rief sie. »Geht zurück!«

»Sieh mir ins Auge, süßes Mädchen, und sage mir, ob ich nicht Herr meiner selbst bin.«

»Fürwahr, du - du scheinst dich in der Gewalt zu haben. Aber darf ich etwas sagen?«

»Das sei dir gestattet. Von ganzem Herzen.«

»Der König, dieser Arme«, meinte Lydia, »ist ein Schwächling .«

Wiederum sah sie nicht das breite Lächeln, das über Fentons Gesicht huschte.

»Und läßt sich leicht«, beharrte Lydia, »von lüsternen Frauen leiten. Königin Catherine von Braganza ist eine Papistin. Die Frau, die den König am meisten beherrscht -nenne man sie Louise de Keroualle, Madam Carwell oder Herzogin von Portsmouth -, ist eine französische Papistin und Spionin. Des Königs Bruder, so geht das Gerücht, ist auch ein Papist geworden. Steckt nichts Böses hinter alledem?«

Fenton hob mit dem Finger ihr Kinn hoch.

»Da dir so viel bekannt ist, weißt du auch, was die sogenannten Freunde des Königs - der Rat an seinem eigenen Tisch - kürzlich getan haben?«

»Nick, ich verstehe nicht viel von der Politik. Nur du und ich .«

»Sie sind von ihm abgesprungen, Lydia, oder drauf und dran, es zu tun. Mylord Shaftesbury, der kleine Mann mit dem Abszeß in der Seite, desertierte vor zwei Jahren, obwohl er immer noch am Ratstisch sitzt, weil er sich für zu mächtig hält, um entlassen zu werden. Seine Gnaden, der Herzog von Buckingham, ein fähiger Mann trotz mancher Torheiten, ist ebenfalls abtrünnig geworden. Es gibt noch andere Mitglieder des Hochadels, die >Nieder mit den Papisten< kreischen, aber es sind keine großen Geister. Shaftesbury und Buckingham haben den Green-Ribbon-Klub gegründet, der ein grünes Band als Rosette trägt und in der Schenke zum >Königshaupt< tagt. Ihre Partei kannst du nach Belieben die Oppositionspartei oder die Landpartei oder die Verräterpartei nennen. Aber sie greifen nicht offen an wie die alten Rundköpfe. Nein, beileibe nicht! Sie halten es mit anderen Methoden: sie bedienen sich der Flüsterkampagne, um London innerhalb von vierundzwanzig Stunden mit Gerüchten zu überschwemmen; sie verteilen Flugschriften und beschäftigen Aufwiegler, und für den, der anderer Meinung ist, existiert das kleine Messer. Methoden, die ein rechtschaffener Mann als niedrig und gemein bezeichnen würde. Noch eins will ich dir sagen, und dann bin ich fertig. Wir befinden uns in einer Ruhepause vor der größten politischen Schlacht aller Zeiten. Drei weitere Jahre, und dann .«

Es klopfte leise an die Tür, und Giles erschien im Zimmer. »Das Viehzeug ist eingepfercht, Sir«, meldete Giles mit einem kleinen bösen Zug um den Mund, der verriet, daß er Macht gekostet und genossen hatte. »Sie erwarten Eure Gnaden im Studierzimmer.«

»Sind sie ruhig, Giles?«

»Jetzt außerordentlich, Sir.«

Lydia hatte sich ans Kopfende des Bettes verzogen, wo sie im Schutz der zurückgebundenen Bettvorhänge in die Ärmel ihres Kleides schlüpfte und ihr Mieder in Ordnung brachte, während sie Fenton verliebt ansah. Eine von Lydias Bemerkungen wollte ihm nicht aus dem Sinn, sondern drehte sich wie ein Messer in seinem Herzen um.

»Sanft wie ein Diener Gottes, doch kühn und beherzt wie ein Eiserner Dragoner.«

»Oh, Gott«, betete er im stillen, »wenn ein vertrockneter alter Kauz im Körper eines Jünglings diesen Erwartungen nur gerecht werden könnte!« Aber er wußte, daß es aussichtslos war. »Wenn Ihr mit Eurer Toilette fertig seid«, sagte er zu Lydia, »schlage ich vor, daß Ihr in Euer Gemach zurückkehrt. Erwähntet Ihr nicht, es sei ein Riegel innen an der Tür?«

»Ja, ein starker Riegel aus Holz. Aber .«

»Riegelt Euch ein und öffnet niemandem die Tür, außer wenn Ihr meine Stimme hört. Heute sollt Ihr fasten und nur solche Getränke zu Euch nehmen, die ich verordne.« In Giles' Zügen zeigte sich Furcht.

»Aber nein, Sir«, spöttelte er, jedoch nicht überzeugend, »Ihr denkt doch nicht etwa .«

»Doch, ich denke, Naseweis. Ein Monstrum lebt in diesem Hause, ekelhafter und tödlicher als ein Keller mit Kloakenwässern. Ich werde es aufspüren - unverzüglich.«

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