Kapitel 20.

Phase zwei, dachte der Hashishin, während er durch den dunklen Tunnel marschierte.

Die Fackel in seiner Hand war überflüssig, das wusste er. Er trug sie nur um der Wirkung willen. Die Wirkung war alles. Furcht, so hatte er gelernt, war seine Verbündete. Furcht lähmt schneller und zuverlässiger als jedes Kriegsgerät.

Nirgendwo in der Passage gab es einen Spiegel, in dem er seine Verkleidung hätte bewundern können, doch nach den Schatten seines wehenden Umhangs zu urteilen, stimmte alles bis ins Detail. Sich unauffällig in die Menge zu mischen war Teil des Plans. Teil der Verderbtheit der Verschwörung. Nicht in seinen kühnsten Träumen hätte er erwartet, dass er diese Rolle würde übernehmen dürfen.

Zwei Wochen zuvor hätte er die Aufgabe, die er am anderen Ende des Tunnels durchzuführen hatte, als unmöglich zurückgewiesen. Ein Höllenfahrtskommando. Russisches Roulette mit gefüllten Kammern. Doch Janus hatte die Definition des Wortes »unmöglich« verändert.

Janus hatte dem Hashishin im Verlauf der letzten beiden Wochen eine Menge Geheimnisse anvertraut. dieser Tunnel hier war eines davon. Uralt und doch immer noch in gutem Zustand.

Je näher der Hashishin seinen Feinden kam, desto mehr dachte er über die Frage nach, ob das, was ihn erwartete, genauso leicht werden würde, wie Janus es versprochen hatte. Janus hatte ihm versichert, dass jemand auf der anderen Seite alle notwendigen Vorkehrungen treffen würde. Jemand auf der anderen Seite. Unvorstellbar! Je länger er darüber nachdachte, desto überzeugter war er, dass alles tatsächlich ein Kinderspiel

würde.

»Wahad... tintain... thalatha... arbaa...«, sagte er leise auf Arabisch vor sich hin, während er sich dem Ende näherte. »Eins... zwei... drei... vier.«

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