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Ob mich bekümmert, daß niemand liest, was ich schreibe? Ich schreibe, um mich vom Leben abzulenken, und ich veröffentliche, weil dies zur Spielregel gehört. Wenn morgen meine gesamten Aufzeichnungen verlorengingen, würde mich dies schmerzen, doch ich glaube, weniger heftig und wahnsinnig, als man vielleicht annimmt, da in alldem mein ganzes Leben liegt. Es ist nicht anders als mit einer Mutter, die ihr Kind verloren hat: Nach einigen Monaten ist sie wieder da [?] und dieselbe wie zuvor. Die große Erde, die alle Toten aufnimmt, nähme auch – weniger mütterlich – diese beschriebenen Blätter auf. Alles ist ohne Bedeutung, und ich bin sicher, daß so manche, wenn sie das Leben betrachteten, nicht viel Geduld aufbrachten für dieses noch immer wache Kind, sondern sich nach jener Ruhe sehnten, die sich einstellte, sobald das Kind im Bett war.


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