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Ich sehe geträumte Landschaften so deutlich wie wirkliche. Beschäftige ich mich mit meinen Träumen, beschäftige ich mich mit etwas Wirklichem. Sehe ich das Leben vergehen, so träume ich etwas.
Irgendwer sagte von irgendwem, für ihn seien Traumgestalten so klar umrissen und greifbar wie Gestalten des wirklichen Lebens. Obgleich ich verstehe, daß man mir einen solchen Satz ohne weiteres zuschreiben könnte, trifft er dennoch nicht auf mich zu. Für mich sind Traumgestalten nicht identisch mit Gestalten des wirklichen Lebens. Sie bestehen neben ihnen. Jedes Leben – das der Träume wie das der Welt – besitzt seine eigene Wirklichkeit, ebenso wahr wie die andere und doch anders. Ebenso verhält es sich mit nahen und fernen Dingen. Traumgestalten sind mir näher, aber […]