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Vom Traum und für den Traum leben, das Universum auseinandernehmen und wieder zusammensetzen – gedankenverloren wie in den Augenblicken, in denen wir träumen; und dies in dem bewußten Bewußtsein der Nutzlosigkeit und […] dieses Tuns. Das Leben mit ganzem Körper ignorieren, sich mit allen Sinnen aus der Wirklichkeit verlieren, der Liebe mit ganzer Seele entsagen. Die Krüge, die wir zum Brunnen tragen, mit nutzlosem Sand füllen und leeren, um sie wieder zu füllen und wieder zu leeren, umsonst, umsonster, am umsonstesten.

Girlanden binden und, sobald sie gebunden sind, lösen, gründlich, ganz und gar.

Farben nehmen und auf der Palette mischen, ohne eine Leinwand zum Bemalen vor uns. Stein bestellen und, ohne Bildhauer zu sein, mit dem Meißel ohne Meißel behauen. Aus allem eine Absurdität machen und unsere fruchtlosen Stunden zu nichtigen vervollkommnen. Versteck spielen mit unserem Bewußtsein zu leben.

Hören, wie die Stunden uns sagen, daß wir mit einem erfreuten, ungläubigen Lächeln existieren. Sehen, wie Zeit die Welt malt, und das Gemälde nicht nur für unwahr halten, sondern auch für hohl.

In widersprüchlichen Sätzen denken und dabei laut von Lauten sprechen, die keine Laute sind, und von Farben, die keine Farben sind. Sagen – und es verstehen, was ohnehin unmöglich ist –, daß wir das Bewußtsein haben, kein Bewußtsein zu haben, und daß wir nicht sind, was wir sind. Dies alles mit einem verborgenen, paradoxen Sinn erklären, der den Dingen, ihrer anderen, göttlichen Seite vielleicht innewohnt, und dieser Erklärung nicht allzuviel Glauben schenken, um nicht auf sie verzichten zu müssen …

All unsere Träume vom Sprechen in nichtiges Schweigen meißeln. All unsere Gedanken an ein Handeln in Reglosigkeit erstarren lassen.

Und über all dem hängt, fern wie ein ungetrübter, blauer Himmel, der Schrecken zu leben.


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