141

Regenlandschaft


Mit jedem Regentropfen weint mein verfehltes Leben in der Natur. Etwas von meiner Unruhe liegt in diesem Wechselspiel von Regengetröpfel und Regenguß, mit dem sich die Tristesse des Tages zwecklos über die Erde ergießt.

Es regnet noch und noch. Meine Seele ist naß vom Regnen-Hören. So viel Regen … Mein Fleisch ist flüssig, wäßrig, rings um meine Wahrnehmung des Regens.

Eine beunruhigende Kälte legt ihre eisigen Hände um mein armes Herz. Die grauen […] Stunden ziehen sich in die Länge, ufern aus in der Zeit; die Augenblicke schleppen sich hin.

Dieser Regen!


Die Traufen speien immer wieder winzige Sturzbäche aus. Durch mein Bewußtsein, daß es Rohre gibt, strömt das Geräusch abfließenden Wassers. Träge, schluchzend schlägt er gegen die Scheiben, der Regen; […]

Eine kalte Hand drückt mir die Kehle zu, hindert mich, das Leben zu atmen. Alles in mir stirbt, selbst das Wissen, daß ich träumen kann! Körperlich geht es mir in keiner Weise gut. Alles Weiche, an das ich mich lehne, hat scharfe Kanten für meine Seele. Alle Blicke, in die ich blicke, sind dunkel in diesem erschöpften Tageslicht, geschaffen, darin ohne Schmerz zu sterben.


Загрузка...