Ratschläge für unglücklich verheiratete Frauen (III)



Meine lieben Schülerinnen, so ihr denn getreu meine Ratschläge befolgt, wünsche ich euch wieder und immer wieder ausgiebigste Wollust mit dem, und nicht durch das Agieren des animalischen Mannes, an den Kirche oder Staat euch mit Bauch und Namen gebunden hat.

Um aufzufliegen, stößt sich der Vogel mit den Füßen vom Boden ab. Möge dieses Bild euch, meine Tochter, immerfort an das einzige geistige Gebot erinnern.

Eine lasterhafte Kokotte sein, ohne den Ehemann zu betrügen, nicht einmal mit einem Blick – das ist der Gipfel der Wollust, so es euch denn gelingt.

Kokotte im Inneren sein, den Ehemann im Innern betrügen, in der Umarmung, ihn küssen mit Küssen, die ihm nicht zugedacht sind – ja, ihr überlegenen Frauen, o meine geheimnisvollen Kopfwesen –, das ist wahre Wollust.

Warum erteile ich diese Ratschläge nicht auch Männern? Weil der Mann einer anderen Gattung angehört. Sofern er denn unterlegen ist, empfehle ich ihm, sich so vieler Frauen wie möglich zu bedienen: er möge dies tun und sich meiner Verachtung sicher sein, wenn […]. Der überlegene Mann hingegen braucht keine Frau. Seine Wollust bedarf keiner sexuellen Inbesitznahme. Eine Frau aber, selbst eine überlegene, könnte dies nie für sich geltend machen. Die Frau ist zutiefst sexuell.


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