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Ästhetik der Mutlosigkeit
Veröffentlichen – die Sozialisation seiner selbst. Welch unwürdiges Bedürfnis! Doch immerhin kein wirklicher Akt – der Verleger verdient, der Buchdrucker produziert. Der Vorzug der Inkohärenz zumindest.
Hat der Mensch das Alter geistiger Klarheit erreicht, ist er vor allem bemüht, sich als Handelnder und Denkender nach dem Bild seines Ideals zu formen. Da kein Ideal so sehr die gesamte Logik unserer Seelenaristokratie angesichts des Lärmens der äußerlichen […], der modernen Welt verkörpert wie das der Trägheit, sollte das Träge, das Inaktive unser Ideal sein. Belanglos? Vielleicht. Aber das wird nur diejenigen beunruhigen, für die alles Belanglose einen gewissen Reiz hat.