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Metaphorisch gesprochen kenne ich das Gefühl, zu viel gegessen zu haben. Ich kenne es mit meinen Sinnen, nicht mit meinem Magen. Es gibt Tage, an denen hat etwas in mir zu viel gegessen. Dann bin ich im Körper schwer und in der Bewegung unbeholfen und verspüre den Wunsch, mich nicht von der Stelle zu rühren.

Doch bei solchen Gelegenheiten pflegt sich – gleichsam als lästiges Ereignis – ein Rest erloschener Einbildungskraft aus meiner ungestörten Schläfrigkeit zu erheben. Ich schmiede Pläne aus dem Fundus der Unkenntnis, baue Dinge auf dem Fundament von Hypothesen und bin geblendet von all dem, was nie geschehen wird.

In solch befremdlichen Stunden gerät mir nicht nur mein materielles, sondern auch mein moralisches Leben zu einem reinen Anhängsel – ich vernachlässige den Gedanken an die Pflicht, aber auch den Gedanken an das Sein, und das gesamte Universum ermüdet mich physisch. Ich schlafe, was ich kenne, und träume so intensiv und gleichmäßig, daß es mich in den Augen schmerzt. Ja, in diesen Stunden weiß ich mehr über mich, als ich je wußte, und bin ganz allein alle Mittagsruhen aller Bettler unter den Bäumen des Landgutes eines Herrn Niemand.


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