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Von der Terrasse dieses Kaffeehauses schaue ich verschwommen auf das Leben. Ich sehe nur wenig von seiner Vielfalt, dichtgedrängt hier auf diesem Platz, deutlich sichtbar und mein. Eine leichte Benommenheit, wie bei einem Glas zuviel, enthüllt mir die Seele von Dingen. Außerhalb von mir geht in den Schritten der Vorübergehenden und der gezügelten Heftigkeit ihrer Bewegungen sichtbar und einmütig das Leben dahin. In diesem Augenblick, in dem meine Sinne gelähmt sind und mir alles etwas anderes zu sein scheint und meine Wahrnehmungen falsch, verworren und klar, breite ich reglos meine Schwingen aus wie ein imaginärer Kondor.

Und da ich ein Mann von Idealen bin, strebe ich vielleicht wirklich nicht mehr an, als hier zu sitzen, auf diesem Platz, an diesem Tisch, in diesem Kaffeehaus.


Alles ist so vergeblich wie ein Herumstochern in Asche und so vage wie der Augenblick, bevor der Morgen graut.

Und das Licht fällt so vollkommen und heiter auf die Dinge, vergoldet sie so prächtig mit traurig lächelnder Wirklichkeit! Das ganze Mysterium der Welt kommt herab zu mir, bis es vor meinen Augen Banalität und Straße wird.

Wie sich doch Alltag und Geheimnis berühren in unserer unmittelbaren Nähe! Hier, an der lichten Oberfläche dieses vielschichtigen menschlichen Lebens, lächelt die Zeit ungewiß auf den Lippen des Mysteriums! Wie modern dies alles klingt! Und im Grunde so alt, so geheimnisvoll, mit einem so anderen Sinn behaftet als dem, der in all dem leuchtet!


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