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Ich vertrete die widersprüchlichsten Meinungen, die unterschiedlichsten Glaubensanschauungen. Daher denke, rede, handle ich nie … Für mich denkt, redet, handelt stets einer meiner Träume, in dem ich mich im entsprechenden Augenblick verkörpere. Ich rede, und ein Ich-Anderer spricht. Als wirklich mein empfinde ich einzig eine enorme Unfähigkeit, eine unermeßliche Leere, ein Unvermögen gegenüber allem, was Leben ist. Ich kenne keine Geste, die wirklichem Handeln entspräche […]
Ich habe nie gelernt zu existieren.
Ich erreiche alles, was ich will, sofern es in mir ist.
Ich wünschte mir, die Lektüre dieses Buches hinterließe bei Ihnen den Eindruck eines wollüstig durchlebten Alptraums.
Was einst moralisch war, ist heute für uns ästhetisch … Was sozial war, ist heute individuell …
Wozu die Dämmerung betrachten, wenn ich in mir die vielfältigsten Dämmerungen habe – einschließlich derer, die keine Dämmerung sind – und wenn ich sie nicht nur in mir betrachte, sondern ich selbst sie bin in meinem Innern?