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Ästhetik der Mutlosigkeit
Da wir dem Leben keine Schönheit abzuringen vermögen, sollten wir zumindest versuchen, unserem Unvermögen Schönheit abzuringen. Verwandeln wir unser Scheitern in einen Sieg, in etwas Positives, Erhabenes, mit Säulen, Würde und unserer geistigen Zustimmung!
Auch wenn das Leben uns [nicht] mehr gegeben hat als eine Gefängniszelle, sollten wir versuchen, diese auszuschmücken, und wenn es nur mit den Schatten unserer Träume ist, ihren bunten Zeichnungen, mit denen wir unser Vergessen eingraben in die stillstehende Äußerlichkeit der Mauern.
Wie alle Träumer habe ich stets gefühlt, daß ich zum Erschaffen berufen bin. Da ich niemals vermochte, eine Anstrengung zu unternehmen oder ein Vorhaben in die Tat umzusetzen, war erschaffen für mich stets gleichbedeutend mit träumen, wollen oder sehnen und handeln mit dem Träumen vom Handeln, zu dem ich so gerne fähig gewesen wäre.