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Notizen zu einer Lebensregel


Es nötig haben, andere zu beherrschen, heißt andere nötig haben. Der Vorgesetzte ist ein Abhängiger.


Seine Persönlichkeit erweitern, ohne ihr etwas Fremdes hinzuzufügen – weder von anderen etwas erbitten noch anderen befehlen, aber die anderen sein, wenn man andere braucht.


Unsere Bedürfnisse auf ein Minimum herabsetzen, damit wir in nichts von anderen abhängen.


Absolut ist dieses Leben gewiß unmöglich. Relativ jedoch ist es das nicht.


Nehmen wir den Prinzipal eines Büros. Er sollte in der Lage sein, ohne andere auszukommen; er sollte auf der Schreibmaschine schreiben, seine Buchführung erledigen und das Büro kehren können. Daher sollte er von anderen nur aus zeitersparenden Gründen abhängen und nicht aus mangelnder Kompetenz. Er sollte dem Lehrling sagen: »Bring diesen Brief zur Post«, da er mit einem Gang zur Post nicht unnütz Zeit vertun will und nicht etwa, weil er nicht weiß, wo das Postamt ist. Und zu einem Angestellten sollte er sagen: »Gehen Sie da und da hin und erledigen diese Angelegenheit«, weil er mit ihrer Erledigung selbst keine Zeit verlieren will und nicht, weil er nicht weiß, wie man dies tut.


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