alles durchsuchen! sagte er sich immer wieder, während er sich beeilte, nach Hause zu kommen. Diese Banditen! Sie ver-dächtigen mich!
Die Furcht von vorhin packte ihn plötzlich wieder am gan-zen Leib, vom Kopf bis zu den Füßen.
Wie aber, wenn schon eine Haussuchung war? wenn ich die Leute zu Hause antreffe?
Doch da war schon sein Zimmer. Nichts und niemand; niemand war dagewesen. Sogar Nastasja hatte nichts ange-rührt. Aber du lieber Gott! Wie hatte er nur all die Sachen in diesem Loch unter der Tapete lassen können!
Er lief in die Ecke, griff unter die Tapete, zog das ganze Zeug heraus und stopfte es sich in die Taschen. Insgesamt waren es acht Gegenstände: zwei Schächtelchen mit Ohrrin-gen oder etwas Ähnlichem – er sah es nicht genau an –, vier kleine Etuis aus Saffianleder, eine Kette, die einfach in Zeitungspapier eingewickelt war, und schließlich noch irgend etwas, das ebenfalls in Zeitungspapier eingewickelt war, an-scheinend ein Orden ...
Er steckte das alles in verschiedene Taschen, in den Mantel und in die übriggebliebene rechte Hosentasche, wobei er sich Mühe gab, alles so zu verstauen, daß es möglichst wenig auf-fiel. Auch den Geldbeutel steckte er zu sich. Hierauf verließ er das Zimmer und ließ die Tür diesmal weit offenstehen.
Er ging rasch und festen Schrittes, und obgleich er sich am ganzen Körper wie zerschlagen fühlte, war er bei vollem Bewußtsein. Er fürchtete, daß er verfolgt würde; er fürch-tete, daß in einer halben Stunde, vielleicht schon in einer Viertelstunde die Weisung ergehen würde, ihn zu beobachten; daher mußte er um jeden Preis noch rechtzeitig alle Spuren beseitigen. Er mußte damit fertigwerden, solange er noch irgendwie bei Kräften war und noch einen Rest von Denk-vermögen besaß ... Wohin sollte er gehen?
Das war schon lange entschieden: alles in einen Kanal
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