»Aber konnte denn Katerina Iwanowna das alles wirklich mit so geringen Mitteln bestreiten, daß sie sogar noch ein Essen geben will?« fragte Raskolnikow, der hartnäckig an dem Gesprächsthema festhielt.

»Der Sarg ist ganz einfach ... alles ist einfach, so daß es nicht viel kostet. Katerina Iwanowna und ich haben es aus-gerechnet, und es bleibt uns noch etwas für das Essen ... Katerina Iwanowna möchte es so gern. Es geht doch nicht anders ... Für sie bedeutet es einen Trost ... sie ist ja so, Sie kennen sie doch ...«

»Ich verstehe, ich verstehe ...natürlich ... Was schauen Sie denn mein Zimmer so an? Auch Mama sagt, es sähe aus wie ein Sarg.«

»Sie haben uns gestern all Ihr Geld gegeben!« flüsterte Sonjetschka plötzlich erregt und rasch und schlug abermals die Augen nieder.

Ihre Lippen und ihr Kinn begannen aufs neue zu zucken. Sie war betroffen von der armseligen Umgebung Raskol-nikows, und diese Worte waren ihr plötzlich ganz von selbst entschlüpft. Alle schwiegen. Dunjetschkas Augen waren ganz hell geworden, und Pulcheria Alexandrowna sah Sonja ge-radezu freundlich an.

»Rodja«, sagte sie und stand auf, »wir werden selbstver-ständlich zusammen essen. Komm, Dunjetschka ... und du, Rodja, solltest ein wenig Spazierengehen und danach ausru-hen und dich niederlegen; und dann kommst du gleich zu uns ... Wir haben dich angestrengt, fürchte ich ...«

»Ja, ja, ich komme«, antwortete er, während er sich hastig erhob. »Ich habe übrigens jetzt noch etwas zu er-ledigen ...«

»Ja, eßt ihr denn wirklich nicht gemeinsam zu Mittag?« rief Rasumichin, der Raskolnikow verblüfft anstarrte. »Was hast du denn vor?«

»Ja, ja, ich komme, natürlich komme ich ... Aber du bleib doch noch eine Minute hier. Sie brauchen ihn doch jetzt nicht, Mama? Oder nehme ich ihn euch vielleicht weg?«

»Ach nein, nein! Aber Sie kommen doch auch zum Essen, Dmitrij Prokofjitsch, nicht wahr?«

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