»Ja, auch das.«
»Hat man Sie da manchmal verprügelt?«
»Das ist vorgekommen. Warum?«
»Nun, weil Sie da die Leute doch zum Duell hätten for-dern können ... und weil es überhaupt auffrischt.«
»Ich möchte Ihnen nicht widersprechen, und außerdem bin ich kein Meister im Philosophieren. Ich will Ihnen gestehen, daß ich hauptsächlich der Frauen wegen nach Petersburg ge-kommen bin.«
»Nachdem Sie eben erst Marfa Petrowna beerdigt hatten?«
»Nun ja«, entgegnete Swidrigailow und lächelte mit be-zwingender Offenheit. »Was ist dabei? Sie scheinen etwas Schlechtes daran zu finden, daß ich so von den Frauen spreche?«
»Das heißt, Sie fragen, ob ich am Laster etwas Schlechtes finde?«
»Am Laster? Darauf wollen Sie hinaus? Da muß ich Ihnen, was die Frauen angeht, zuerst einmal ganz im allgemeinen antworten; wissen Sie, ich bin gerade zum Schwatzen aufge-legt. Sagen Sie mir, weshalb sollte ich mich zurückhalten? Wo-zu die Frauen aufgeben, wenn ich so für sie schwärme? Es ist doch wenigstens eine Beschäftigung.«
»Sie sind also nur hierhergekommen, um sich dem Laster zu ergeben?«
»Nun, wenn Sie darauf bestehen, meinetwegen: um mich dem Laster zu ergeben! Das Laster liegt Ihnen wahrhaftig sehr am Herzen! Aber wenigstens liebe ich es, wenn man mit seiner Meinung nicht hinter dem Berge hält! In diesem Laster steckt zumindest etwas Beständiges, etwas, das sich auf die Natur gründet und nicht nur auf die Phantasie, etwas, das im Blut als ständig entfachte Glut wohnt, das ewig brennt und das man nicht so schnell, vielleicht nicht einmal im Alter, löschen kann. Geben Sie es doch zu: ist es nicht in seiner Weise eine Art Beschäftigung?«
»Ist das ein Anlaß, sich zu freuen? Das ist eine Krankheit, noch dazu eine gefährliche.«
»Ach, da schießen Sie über das Ziel hinaus! Ich räume ein, daß es eine Krankheit ist, wie alles, was ein bestimmtes Maß