auf dem letzten Ball ... im Hause des Adelsmarschalls ... die Fürstin Bessemelnaja sah – die mich später segnete, als ich deinen Papa heiratete, Polja –, fragte sie gleich: ,Ist das nicht jenes hübsche Mädchen, das bei der Schlußfeier mit dem Schal getanzt hat?' ... Du mußt diese Naht flicken; nimm eine Nadel und bessere sie gleich aus, wie ich es dich gelehrt habe, sonst wird sie morgen ... kch! ... morgen ... kch-kch-kch! ... noch mehr aufreißen!« schrie sie, nach Atem ringend. »Damals war aus Petersburg gerade der Kammer-junker Fürst Stschegolskij gekommen ... der tanzte mit mir eine Mazurka und machte mir am nächsten Tage einen Hei-ratsantrag; aber ich dankte ihm in schmeichelhaften Aus-drücken und erklärte ihm, daß mein Herz schon lange einem anderen gehöre. Dieser andere war dein Vater, Polja; Papa wurde schrecklich zornig . .. Ist das Wasser fertig? Na, gib das Hemd her; und die Strümpfe? ... Lida«, wandte sie sich an ihre kleinere Tochter, »du mußt heute nacht wohl ohne Hemd schlafen; irgendwie wird es schon gehen ... die Strümpfe leg daneben . . . ich werde sie gleich mitwaschen ... Warum kommt denn dieser Lumpenkerl noch nicht, dieser Säufer! Sein Hemd sieht schon aus wie ein Scheuerlappen; es ist ganz zerrissen. Ich möchte alles auf einmal waschen, um mich nicht zwei Nächte hintereinander abrackern zu müssen! O Gott! Kch-kch-kch-kch! Schon wieder! Was ist das?« rief sie, als sie einen Menschenauflauf im Flur sah und Leute, die sich mit einer Last in ihr Zimmer durchdrängten. »Was ist das? Was tragen sie da? O Gott!«
»Wohin können wir ihn legen?« fragte ein Polizist und hielt Umschau, als man den blutüberströmten, bewußtlosen Marmeladow in das Zimmer geschleppt hatte.
»Auf den Diwan! Legen Sie ihn einfach auf den Diwan, den Kopf hierher«, sagte Raskolnikow und zeigte darauf hin.
»Er ist auf der Straße überfahren worden! Betrunken war er!« rief jemand aus der Menge.
Katerina Iwanowna war ganz bleich geworden und at-mete mühsam. Die Kinder waren fürchterlich erschrocken. Die kleine Lidotschka schrie auf, lief zu Polenka hin und klammerte sich an sie, am ganzen Leibe zitternd.