von überzeugt, daß sie durch ihren guten Einfluß auf den künftigen Gatten alles erreichen wird. Sie glaubt fest daran. Natürlich haben wir uns gehütet, Pjotr Petrowitsch auch nur mit einem Sterbenswörtchen etwas von diesen Zukunfts-plänen, die wir hegen, zu verraten, vor allem nicht, daß Du sein Partner werden sollst. Er ist ein positiver Mensch und hätte das wohl sehr trocken aufgenommen; er hätte das alles nur für pure Phantasterei gehalten. Und ebenso haben weder ich noch Dunja auch nur ein einziges Wort über un-sere felsenfeste Hoffnung verlauten lassen, daß er uns helfen werde, Dich, solange Du an der Universität bist, mit Geld zu unterstützen. Wir haben deshalb nicht darüber gesprochen, weil sich das erstens später ganz von selbst ergeben wird; er wird gewiß, ohne ein Wort zu verlieren, von selbst dieses Angebot machen – denn so etwas könnte er doch Dunjetschka nicht abschlagen! –, vor allem, da Du ja in der Kanzlei seine rechte Hand werden sollst. Du wirst diese Hilfe also nicht in Form einer Wohltat, sondern in Form eines verdien-ten Gehaltes bekommen. So möchte es wenigstens Dunjetschka einrichten, und ich bin vollauf ihrer Meinung. Und zweitens haben wir deshalb nicht darüber gesprochen, weil ich Dich bei Eurer jetzt bevorstehenden Begegnung gern auf gleichem Fuß mit ihm wissen möchte. Als Dunja voll Begeisterung von Dir sprach, erwiderte er, man müsse jeden Menschen erst sel-ber, und zwar aus möglichst großer Nähe, betrachten, um über ihn ein Urteil fällen zu können, und er behalte sich vor, sich, sobald er mit Dir bekannt geworden sei, seine Meinung über Dich zu bilden. Weißt Du, mein teurer Rodja, es scheint mir auf Grund einiger Erwägungen – die übrigens keinerlei Beziehung zu Pjotr Petrowitsch haben, sondern gewiß nur einige eigene, persönliche, vielleicht sogar schrullige Alt-weiberlaunen sind –, es scheint mir, daß ich vielleicht besser daran täte, nach ihrer Heirat allein zu leben, so wie jetzt, und nicht mit den beiden gemeinsam. Ich bin völlig da-von überzeugt, daß er so vornehm und zartfühlend sein wird, mir von sich aus den Vorschlag zu machen, ich solle mich nicht mehr von meiner Tochter trennen. Wenn er bis jetzt noch nicht davon gesprochen hat, so natürlich deswegen,

- 51 -

Загрузка...