dazu so manches Fortschrittliche und Propagandistische zu sagen, was seinen geehrten Freund sicher trösten und dessen weitere Entwicklung »ohne jeden Zweifel« fördern konnte.

»Was für ein Leichenschmaus wird hier eigentlich veran-staltet ... bei dieser ... Witwe?« fragte Pjotr Petrowitsch plötzlich, indem er Andrej Semjonowitsch an der interessan-testen Stelle unterbrach.

»Als ob Sie das nicht wüßten! Ich habe doch gestern mit Ihnen darüber gesprochen und Ihnen gesagt, was ich über alle diese Bräuche denke ... Sie selbst sind doch ebenfalls eingeladen, soviel ich weiß. Sie haben sich doch gestern mit ihr unterhalten ...«

»Ich hätte nie erwartet, daß diese bettelarme dumme Gans das gesamte Geld, das sie von diesem anderen Dummkopf ... von diesem Raskolnikow bekommen hat, für einen Lei-chenschmaus hinauswerfen würde. Ich war ganz erstaunt, als ich eben durch ihr Zimmer kam, so großartige Vorbereitun-gen wurden da getroffen; alle möglichen Weinsorten stehen bereit ... eine ganze Reihe Leute sind eingeladen – weiß der Teufel, was für einen Sinn das hat!« meinte Pjotr Petrowitsch; er schien mit seinen Fragen und mit diesem Gespräch irgend-eine bestimmte Absicht zu verfolgen. »Was? Sie sagen, ich sei gleichfalls eingeladen?« setzte er plötzlich hinzu und hob den Kopf. »Wann soll denn das gewesen sein? Ich kann mich nicht erinnern. Übrigens gehe ich nicht hin. Was habe ich denn dort zu suchen? Gestern habe ich nur flüchtig mit ihr über die Möglichkeit gesprochen, daß sie als völlig mittellose Beamtenwitwe vielleicht ein Jahresgehalt in Form einer ein-maligen Beihilfe bekommen könnte. Lädt sie mich am Ende deswegen ein? Hehehe!«

»Auch ich werde nicht hingehen«, versetzte Lebesjatnikow.

»Das will ich meinen! Sie haben sie doch einmal eigen-händig verprügelt. Versteht sich, daß Ihnen das peinlich ist, hehe!«

»Wer hat wen verdroschen?« begehrte Lebesjatnikow auf und wurde sogar rot.

»Sie! Sie haben doch Katerina Iwanowna vor einem Monat verprügelt, nicht wahr? Ich habe es gestern erst gehört ...

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