witsch –, dem Schriftführer im hiesigen Revier, und schließ-lich auch mit Paschenka. Das war der Höhepunkt; Nastasja hier kann es dir bezeugen ...«
»Du hast dir zuviel Zucker genommen«, murmelte Nastasja mit verschmitztem Lachen.
»Sie sollten auch Zucker in den Tee nehmen, Nastasja Ni-kiforowna.«
»Ach, du Viehkerl!« rief Nastasja plötzlich und wollte vor Lachen schier platzen. »Ich heiße doch Petrowna, nicht Ni-kiforowna«, fügte sie plötzlich hinzu, als sie zu lachen aufge-hört hatte.
»Das werden wir künftighin im Auge behalten, meine Dame. Nun also, lieber Freund, um nicht zu weitschweifig zu werden: ich wollte hier anfangs überall den elektrischen Strom einführen, um alle Vorurteile in dieser Gegend mit einem Schlage auszurotten; aber Paschenka hat mich bezwun-gen. Ich hätte nicht erwartet, mein Lieber, daß sie so ... einnehmend ist. Was meinst du?«
Raskolnikow schwieg, obwohl er keine Sekunde den be-unruhigten Blick von seinem Freund abwandte und ihn in einem fort starr ansah.
»Sogar außerordentlich einnehmend«, fuhr Rasumichin fort, der sich durch dieses Schweigen keineswegs beirren ließ; es war, als bestätigte er eine Antwort, die er von Rodja er-halten hätte; »sie ist in allen Punkten völlig in Ordnung.«
»Nein, so ein Viehkerl!« rief Nastasja plötzlich. Dieses Gespräch schien ihr offenbar ein unerklärliches Vergnügen zu machen.
»Es war nur schlecht, mein Lieber, daß du es von Anfang an nicht verstanden hast, die Sache richtig anzupacken. Mit ihr hättest du anders umgehen sollen. Sie ist doch, wenn ich so sagen darf, ein völlig überraschender Charakter! Na, über den Charakter später ... Wie konnte es nur zum Beispiel so weit kommen, daß sie es wagte, dir kein Essen mehr her-aufzuschicken? Oder wie konnte diese Geschichte mit dem Wechsel passieren? Ja, warst du denn verrückt, als du den Wechsel unterzeichnetest? Oder zum Beispiel dieser Eheplan, als ihre Tochter Natalja Jegorowna noch lebte ... Ich weiß
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