zwei Jahren für andere arbeitete und drei europäische Spra-chen nicht schlecht beherrschte, obgleich er vor sechs Tagen noch zu Raskolnikow gesagt hatte, er sei schlecht im Deut-schen. Er hatte ihn damit nur bewegen wollen, die Hälfte der Übersetzungsarbeit und drei Rubel Vorschuß anzunehmen. Das war damals eine Lüge gewesen, und Raskolnikow hatte gewußt, daß Rasumichin log.
»Weshalb, weshalb bloß sollten wir unsere Gelegenheit verpassen, da doch eine der wichtigsten Voraussetzungen gegeben ist – eigenes Kapital?« ereiferte er sich. »Natürlich werden wir viel arbeiten müssen, aber wir wollen doch auch arbeiten: Sie, Awdotja Romanowna, ich, Rodion ... Manche Bücher werfen jetzt einen glänzenden Gewinn ab! Aber die wichtigste Grundlage unseres Unternehmens ist, daß wir wis-sen, was wir übersetzen müssen. Wir werden übersetzen und herausgeben und lernen, alles zugleich. Da kann ich von Nut-zen sein, weil ich darin schon Erfahrung habe. Seit bald zwei Jahren treibe ich mich bei allen möglichen Verlegern herum und kenne ihren ganzen Betrieb in- und auswendig: es ist keine Hexerei dabei, glauben Sie mir! Und weshalb, weshalb sollten wir uns diesen Bissen wegschnappen lassen? Ich selbst kenne – halte es jedoch geheim – zwei, drei Werke, die so gut sind, daß man allein schon für den Ge-danken, sie zu übersetzen und herauszugeben, hundert Ru-bel pro Buch bekommen müßte; bei dem einen würde ich die Idee nicht einmal für fünfhundert Rubel hergeben. Und was glauben Sie, wenn ich diese Idee einem Verleger vor-trüge, er würde noch Zweifel hegen, dieser Klotz! Und was die eigentlich geschäftliche Seite, die Sorge um die Druckerei, das Papier, den Verkauf, betrifft, so überlassen Sie das ge-trost mir! Ich kenne da alle Schliche! Wir wollen klein an-fangen und Großes erreichen; zumindest werden wir uns ernähren können und jedenfalls unser Kapital zurückbekom-men.«
Dunjas Augen glänzten.
»Was Sie da sagen, Dmitrij Prokofjitsch, gefällt mir sehr«, erklärte sie.
»Ich verstehe natürlich nichts davon«, äußerte sich Pulcheria