wieder eingefallen zu sein; er stürzte zu der Ecke hin, wo das Loch unter der Tapete war, besichtigte alles, griff in das Loch, wühlte darin, aber auch das war es nicht gewesen. Er ging zum Ofen, öffnete die Klappe und stöberte in der Asche: dort lagen die abgeschnittenen Hosenfransen und die Fetzen der herausgerissenen Tasche, so wie er sie damals hineinge-worfen hatte; also war niemand hier gewesen, um nachzu-sehen! Jetzt entsann er sich des Sockens, von dem Rasum-ichin gesprochen hatte. Richtig, da lag er auf dem Diwan, unter der Decke, aber er war schon so kaputt und schmut-zig, daß Sametow natürlich nichts mehr hatte entdecken können.

Ah, Sametow! ... das Revier! ... Aber warum bestellt man mich auf das Revier? Wo ist die Vorladung? Ach! ... ich bringe das durcheinander: das war ja schon damals! Auch damals habe ich mir den Socken angesehen, und jetzt ... jetzt war ich krank. Doch weshalb ist Sametow hergekommen? Weshalb hat Rasumichin ihn mitgebracht? ... murmelte er kraftlos und setzte sich wieder auf den Diwan. Was bedeutet das? Phantasiere ich noch immer, oder ist es Wirklichkeit? Es scheint Wirklichkeit zu sein ... Ah, jetzt weiß ich wieder: ich muß fliehen! So schnell wie möglich fliehen, unbedingt fliehen, unbedingt! Aber ... wohin? Und wo sind meine Kleider? Ich finde die Stiefel nicht! Man hat sie weggeschafft! Versteckt! Ich verstehe! Und hier ist der Mantel – den haben sie durchsucht! Hier liegt das Geld auf dem Tisch, gottlob! Und hier ist auch der Wechsel ... Ich will das Geld nehmen und weggehen und mir eine andere Wohnung mieten; sie werden mich nicht aufspüren! ... Ja, aber das Meldeamt? Sie finden mich! Rasumichin wird mich finden. Am besten, ich gehe ganz fort ... weit weg ... nach Amerika ... und pfeife auf alle! Auch den Wechsel nehme ich mit ... dort kann ich ihn brauchen ... Was soll ich noch mitnehmen? Sie glauben, ich sei krank! Sie wissen ja nicht, daß ich gehen kann, he-hehe! Ich habe es ihren Augen angesehen, daß sie alles wis-sen! Wenn ich nur die Treppe hinunterkomme! Wie aber, wenn sie unten jemanden hingestellt haben, der mich bewa-chen soll, einen Polizisten? Was ist das hier ... Tee? Und

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