mit Sosimow erwähnte, Porfirij verhöre die Eigentümer der Pfänder!« warf Rasumichin mit unmißverständlicher Ab-sicht ein.
Das war zuviel. Raskolnikow vermochte sich nicht mehr zu beherrschen und funkelte Rasumichin mit zornlodernden Augen an. Aber gleich besann er sich wieder.
»Mein Lieber, mir scheint, du machst dich über mich lustig?« wandte er sich mit geschickt gespielter Gereiztheit an ihn. »Ich gebe zu, daß ich mich vielleicht um diese Sachen, die in deinen Augen völlig wertloses Zeug sein mögen, allzusehr sorge; aber deshalb brauchst du mich weder für einen Ego-isten noch für habgierig zu halten; denn für mich sind diese zwei kleinen Dinge eben kein wertloses Zeug. Ich habe dir vorhin schon gesagt, daß die silberne Uhr, die keinerlei Wert hat, das einzige Erbstück von meinem Vater ist. Du kannst mich deshalb auslachen, aber meine Mutter ist angekommen«, fuhr er fort, wobei er plötzlich wieder zu Porfirij sprach, »und wenn sie erführe« – dabei richtete er das Wort rasch wieder an Rasumichin und gab sich besondere Mühe, seine Stimme zittern zu lassen –, »daß diese Uhr verloren ist, wäre sie verzweifelt, das schwöre ich dir! Ja, die Frauen!«
»Aber davon kann ja gar keine Rede sein! Ich habe doch so etwas nie gesagt. Ganz im Gegenteil!« rief Rasumichin erbittert.
War das gut? Klang es natürlich? Wirkte es nicht über-trieben? fragte sich Raskolnikow beunruhigt. Wozu mußte ich sagen: »die Frauen«?
»Ihre Frau Mutter ist zu Besuch gekommen?« erkundigte sich Porfirij Petrowitsch aus unerfindlichen Gründen.
»Ja.«
»Wann denn?«
»Gestern abend.«
Porfirij schwieg, als ob er nachdächte.
»Ihre Sachen hätten auf keinen Fall verlorengehen können«, fuhr er schließlich ungerührt fort. »Ich warte hier ja schon lange auf Sie.«
Und als ob nichts gewesen wäre, schob er Rasumichin, der ungeniert seine Zigarettenasche auf den Boden fallen ließ,