dere stritten und zankten, und ein paar wieder fingen zu sin-gen an ...
Nun ist es auch für mich Zeit, dachte Raskolnikow. Jetzt, Sofja Semjonowna, wollen wir einmal sehen, was Sie nun zu sagen haben!
Und er machte sich auf den Weg zu Sonjas Wohnung.
Raskolnikow war der tatkräftige, kühne Anwalt Sonjas gegen Luschin gewesen, obwohl er selbst soviel eigenes Grauen und Leid in der Seele trug. Doch er hatte am Vormittag so viel erlitten, daß er sich geradezu über die Gelegenheit gefreut hatte, durch neue Eindrücke das, was ihn fast uner-träglich bedrückte, für eine Weile vergessen zu können, gar nicht zu reden davon, wieviel ihm persönlich daran lag und welche Herzenssache es für ihn war, für Sonja einzutreten. Außerdem hatte er unaufhörlich und mit einer Sorge, die sich in manchen Augenblicken bis zum Entsetzen steigerte, an die bevorstehende Zusammenkunft mit Sonja gedacht; er mußte ihr nunmehr offenbaren, wer Lisaweta ermordet hatte, und er fühlte schon im voraus die furchtbare Qual, die ihm das bereiten würde, und setzte sich gegen diese Qual zur Wehr. Als er Katerina Iwanownas Wohnung verließ und im stillen ausrief: Jetzt, Sofja Semjonowna, wollen wir einmal sehen, was Sie nun zu sagen haben! da befand er sich offenbar noch immer in einem äußerlich erregten Zustand der Munterkeit und der Kampfeslust, in einem Taumel, in den ihn der eben erst errungene Sieg über Luschin versetzt hatte. Aber es war sonderbar: sowie er die Wohnung der Kapernaumow erreicht hatte, befielen ihn unvermutet Kraftlosigkeit und Angst. Nachdenklich blieb er vor der Tür stehen und stellte sich die seltsame Frage: Muß ich ihr sagen, wer Lisaweta ge-tötet hat? Die Frage war seltsam, weil er im selben Moment fühlte, daß es gar nicht möglich war, es ihr nicht zu sagen, ja, daß er sein Geständnis nicht einmal für kurze Zeit hin-auszögern durfte. Er wußte noch nicht, warum er das nicht