sorgsam einen Aschenbecher hin. Raskolnikow zuckte zusam-men, aber Porfirij schien ihn nicht einmal anzusehen und noch immer von Rasumichins Zigarette beunruhigt zu sein.

»Was? Wie? Du hast auf ihn gewartet? Ja, wußtest du denn, daß auch er dort etwas versetzt hatte?« rief Rasu-michin.

Porfirij Petrowitsch wandte sich direkt an Raskolnikow.

»Ihre beiden Sachen, den Ring und die Uhr, hatte sie in ein Papier gewickelt, und auf dem Papier stand deutlich mit Blei-stift Ihr Name geschrieben sowie das Datum, an dem sie das Pfand von Ihnen erhalten hatte ...«

»Sie passen aber genau auf«, erwiderte Raskolnikow und lächelte ungeschickt. Er wollte dem anderen gerade in die Augen sehen, brachte es aber nicht über sich und setzte un-vermittelt hinzu: »Ich meine, weil die Zahl der Pfandschuld-ner wahrscheinlich sehr groß ist, so daß es Ihnen schwerfallen dürfte, sich jeden einzelnen zu merken ... Doch siehe da, ganz im Gegenteil, Sie erinnern sich so genau an alle und ... und ...«

Das war dumm! Das war schwach! Warum habe ich das hinzugefügt?

»Fast alle Pfandschuldner haben wir inzwischen kennen-gelernt, nur Sie hatten bisher nicht die Güte, uns die Ehre zu erweisen ...« antwortete Porfirij mit einem kaum merklichen Anflug von Spott.

»Ich war nicht ganz gesund.«

»Auch davon habe ich gehört, mein Herr; ich habe sogar gehört, daß Sie aus irgendwelchen Gründen sehr mit den Nerven herunter waren. Sie scheinen mir auch jetzt noch blaß zu sein ...«

»Ich bin gar nicht blaß ... im Gegenteil, ich bin kernge-sund!« schnitt ihm Raskolnikow grob und böse das Wort ab. Seine Stimme klang völlig verändert; der Zorn kochte in ihm, und er konnte ihn nicht unterdrücken.

Und im Zorn werde ich aus der Schule plaudern! fuhr es ihm durch den Kopf. Aber weshalb quälen sie mich auch so! ...

»Kerngesund!« fiel Rasumichin ein. »Wie er aufschneidet!

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