mandem daran die Schuld zu geben. Er soll Geld gehabt haben. Woher kannten Sie ihn?«
»Ich ... kannte ihn ... Meine Schwester war als Gouver-nante bei ihm ...«
»Aha, aha ... da können Sie uns vielleicht etwas über ihn mitteilen? Haben Sie irgend so etwas vermutet?«
»Ich habe ihn noch gestern gesehen ... Er ... trank Wein ... Mir ist nichts aufgefallen.«
Raskolnikow hatte das Gefühl, als wäre ein schweres Ge-wicht auf ihn gestürzt und zermalmte ihn.
»Sie sehen schon wieder ganz blaß aus. Die Luft bei uns ist ja auch wirklich schlecht ...«
»Ich muß jetzt gehen«, murmelte Raskolnikow. »Entschul-digen Sie, daß ich gestört habe ...«
»Oh, bitte sehr, sooft es Ihnen beliebt! Sie haben mir ein Vergnügen gemacht, und ich freue mich, Ihnen erklären zu können ...«
Ilja Petrowitsch reichte ihm sogar die Hand.
»Ich wollte nur ... ich wollte zu Sametow ...«
»Ich verstehe, ich verstehe; aber es war mir wirklich ein Vergnügen.«
»Ich ... habe mich auch sehr gefreut ... Auf Wieder-sehen ...« sagte Raskolnikow lächelnd.
Er verließ das Polizeirevier. Er taumelte, der Kopf drehte sich ihm, und er spürte seine Beine nicht mehr. Er stieg lang-sam die Treppe hinunter und hielt sich mit der Rechten an der Wand fest. Es schien ihm, als wäre er mit einem Mann zusammengestoßen, der ihm mit einem Buch in der Hand auf der Treppe entgegenkam, und er meinte einen kleinen Hund irgendwo in einem unteren Stockwerk wütend bellen und eine Frau schreiend die Teigrolle nach dem Hund werfen zu hören. Er kam unten an und trat in den Hof. Hier auf dem Hof, in der Nähe des Ausgangs, stand Sonja, blaß und ganz starr, und blickte ihn scheu an. Er blieb vor ihr stehen. Etwas Schmerzliches, Qualvolles drückte sich in ihren Zügen aus, etwas Verzweifeltes. Sie rang die Hände. Ein häßliches, ver-lorenes Lächeln verzog seine Lippen. So stand er eine Zeit-lang, dann lachte er auf und ging zurück in das Revier.