Und er nahm alle Kraft zusammen, um sich auf die furcht-bare, unbekannte Katastrophe vorzubereiten. Zuzeiten über-kam ihn das Verlangen, sich auf Porfirij zu stürzen und ihn an Ort und Stelle zu erdrosseln. Schon als er hereingekommen war, hatte er vor diesem Jähzorn Angst gehabt. Er fühlte, wie seine Lippen ganz trocken waren, wie sein Herz häm-merte, wie ihm Schaum auf die Lippen trat. Dennoch war er entschlossen, zu schweigen und vorläufig kein Wort zu sprechen. Er hatte erkannt, daß das in seiner Lage die beste Taktik war, weil er sich auf diese Weise nicht verraten konnte, sondern im Gegenteil den Feind durch solches Schwei-gen sogar reizte, so daß dieser sich vielleicht verriet. Zumin-dest hoffte er das.
»Nein, ich sehe, daß Sie mir nicht glauben; Sie meinen in einem fort, ich brächte nur harmlose Spaße vor«, nahm Porfirij das Gespräch wieder auf, wobei er immer heiterer wurde, ohne Aufhören kicherte und wieder im Zimmer her-umzulaufen begann. »Natürlich haben Sie recht; der liebe Gott hat mir nun einmal eine Gestalt gegeben, die auf andere unbedingt komisch wirkt; ich sehe aus wie ein Possenreißer, mein Herr; aber ich werde Ihnen etwas sagen und wiederhole noch einmal: Sie, verehrtester Rodion Romanowitsch – Sie müssen mir altem Mann schon verzeihen –, sind noch ein junger Mensch, stehen sozusagen in der ersten Jugend und schätzen daher am höchsten den menschlichen Geist, wie es die Jugend stets tut. Das scharfsinnige Spiel des Geistes und die abstrakten Argumente des Verstandes verführen Sie. Das ist haargenauso wie mit dem früheren österreichi-schen Hofkriegsrat zum Beispiel – wenigstens soweit ich mili-tärische Ereignisse beurteilen kann: auf dem Papier hatte er Napoleon schon geschlagen und gefangengenommen; er hatte alles auf die scharfsinnigste Weise in seinen Büros vorausbe-rechnet und überlegt, aber siehe da, General Mack ergab sich mit seiner ganzen Armee, hehehe! Ich sehe, mein lieber Ro-dion Romanowitsch, Sie lachen mich aus, weil ich als Zivilist meine Beispiele immer aus der Kriegsgeschichte wähle. Aber was kann ich machen; das ist nun eben meine schwache Seite; ich liebe das Militärwesen und lese alle diese Kriegsberichte