sumichin. »Ja, siehst du denn, du, ein Arzt, der vor allem den Menschen studieren soll und mehr als irgendein anderer Gelegenheit hat, die menschliche Natur zu studieren ... siehst du denn wirklich nicht, nach all dem, was ich dir er-zählt habe, was für ein Mensch dieser Nikolaj ist? Siehst du denn nicht auf den ersten Blick, daß alles, was er bei dem Verhör ausgesagt hat, die heilige Wahrheit ist? Die Ohr-ringe sind haargenau so in seine Hände gekommen, wie er es berichtet hat. Er ist auf das Kästchen getreten und hat es aufgehoben!«
»Die heilige Wahrheit! Er hat doch selber gestanden, daß er das erstemal gelogen hat!«
»Hör mir zu, hör nur aufmerksam zu: sowohl der Haus-knecht wie auch Koch und Pestrjakow, ferner der zweite Hausknecht und die Frau des ersten Hausknechts und die Kiembürgerin, die zu dieser Zeit bei ihr in der Stube saß, und schließlich der Hofrat Krjukow, der in ebendiesem Au-genblick aus der Droschke stieg und Arm in Arm mit einer Dame in die Toreinfahrt trat – sie alle, das heißt acht oder neun Zeugen, sagen einstimmig aus, daß Nikolaj seinen Freund Dmitrij zu Boden geworfen hatte, auf ihm lag und ihn mit den Fäusten bearbeitete, während Dmitrij den andern an den Haaren zog und ihn ebenfalls verdrosch. Da lagen die beiden mitten im Weg, so daß man nicht durch das Tor gehen konnte; man beschimpfte sie von allen Seiten, aber sie lagen ,wie kleine Kinder' – dies ist der wörtliche Aus-druck der Zeugen – einer auf dem anderen, kreischten, balg-ten sich und lachten; beide lachten aus voller Kehle, schnitten die komischsten Gesichter, und dann lief der eine dem ande-ren nach, und sie rannten wie Kinder auf die Straße. Hast du gehört? Jetzt überlege folgendes: die Leichen in der Woh-nung oben sind noch warm, hörst du; sie waren noch warm, als man sie fand! Wenn die beiden die Täter waren oder wenn es auch nur Nikolaj allein war, wenn sie die Truhe erbrachen oder sich auch nur irgendwie an dem Raub beteilig-ten, so darf ich dir wohl die eine einzige Frage stellen: Läßt sich eine solche Gemütsverfassung – das heißt Kreischen, La-chen, kindliches Gebalge im Tor – mit einem Beil vereinbaren,