werfen; dann liegt das Beweismaterial samt und sonders im Wasser, und die Sache hat ein Ende. Das hatte er noch nachts beschlossen, im Fieber, sooft ihm die Sachen wieder einge-fallen waren und er einige Male hatte aufstehen und weg-gehen wollen; nur rasch, nur rasch, und alles fortwerfen! Es stellte sich aber als sehr schwierig heraus, die Sachen weg-zuwerfen.

Er schlenderte über den Kai des Jekaterinenkanals – schon eine halbe Stunde, vielleicht auch länger – und be-trachtete die Treppen, die zum Wasser hinabführten. Aber es war gar nicht daran zu denken, daß er seine Absicht hatte verwirklichen können: entweder hatten Flöße gerade bei der Treppe festgemacht, oder Frauen wuschen ihre Wäsche dort, oder Kähne hatten angelegt; überall aber wimmelte es nur so von Menschen; von überallher, vom Kai, von allen Sei-ten konnte man ihn sehen und beobachten. Es war doch ver-dächtig, wenn jemand zum Wasser hinabstieg, stehenblieb und etwas in den Kanal warf! Und am Ende sanken die Etuis gar nicht unter, sondern schwammen auf dem Wasser? Natürlich mußte es so sein. Jeder konnte es sehen. Ohnedies schauten sie ihn jetzt schon alle an, wenn sie ihm begegneten, und musterten ihn, als hätten sie sich um nichts anderes zu kümmern als um ihn. Warum sie das nur tun, oder kommt es mir vielleicht nur so vor? dachte er.

Schließlich fiel ihm ein, ob es nicht besser wäre, irgendwohin an die Newa zu gehen. Dort gab es weniger Leute, und das Ganze fiel auch nicht so auf; jedenfalls war es bequemer, und – die Hauptsache – es war recht weit weg von hier. Und plötzlich wunderte er sich, daß er sich eine geschlagene halbe Stunde bekümmert und beunruhigt in dieser gefährlichen Ge-gend herumgetrieben hatte und daß ihm das nicht früher eingefallen war. Und einzig deswegen hatte er diese geschla-gene halbe Stunde an ein sinnloses Vorhaben verschwendet, weil es einmal so beschlossen war, im Schlafe, im Fieber! Er war jetzt außerordentlich zerstreut und vergeßlich geworden und wußte das. Er mußte sich ganz entschieden beeilen!

Er ging über den W.-Prospekt zur Newa; unterwegs kam ihm plötzlich ein neuer Gedanke. Weshalb zur Newa? Wozu

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