das alles und erinnerte sich daran; und vielleicht war es schon gestern so beschlossen gewesen, in dem Augenblick, da er vor dem Koffer gekauert und die Etuis herausgezogen hatte ... So war es! ...
Das kommt daher, daß ich sehr krank bin, entschied er schließlich finster. – Ich habe mich gequält und gepeinigt und weiß selber nicht, was ich tue ... Gestern und vorgestern und die ganze Zeit über habe ich mich gequält .. . Ich werde gesund werden und ... mich nicht mehr quälen ... Wie aber, wenn ich überhaupt nicht gesund werde? O Gott! Wie satt ich das alles habe! ... Er ging weiter, ohne stehenzubleiben. Er hatte die größte Lust, sich irgendwie zu zerstreuen, doch er wußte nicht, was er tun und was er unternehmen sollte. Eine neue, unbezwingbare Empfindung bemächtigte sich seiner, von Minute zu Minute mehr; es war ein merkwürdiger, grenzenloser, fast physischer Abscheu vor allem, dem er be-gegnete und das ihn umgab, ein Abscheu voll Starrsinn, Zorn und Haß. Alle Menschen, die ihm entgegenkamen, waren ihm widerlich; widerlich waren ihm sogar ihre Gesichter, ihr Gang, ihre Bewegungen. Wenn ihn jetzt jemand angespro-chen hätte, wäre er ohne weiteres imstande gewesen, ihn an-zuspucken, ja, ihn zu beißen ...
Er blieb stehen, als er in der Nähe der Brücke den Kai der Kleinen Newa auf der Wasilij-Insel erreicht hatte. Hier wohnt er ja, in diesem Haus, dachte er. Was soll das heißen? Bin ich wirklich von allein zu Rasumichin gegangen? Schon wieder die gleiche Geschichte wie damals ... Es wäre wahr-haftig interessant zu erfahren, ob ich mit Absicht hier-hergegangen bin oder nur aus Zufall hierhergeriet. Aber mag dem sein, wie ihm wolle: ich habe doch ... vorgestern gesagt ... daß ich am Tage danach zu ihm gehen würde! Also gehe ich jetzt eben zu ihm! Weshalb sollte ich auch nicht? ...
Er stieg in das fünfte Stockwerk zu Rasumichin hinauf.
Der war zu Hause, in seinem Zimmer, und arbeitete; er schrieb und öffnete ihm selbst die Tür. Es war vier Monate her, daß sie einander nicht gesehen hatten. Rasumichin saß in einem ganz zerrissenen Schlafrock da, mit Pantoffeln an