muß, und damit wäre die Sache für mich erledigt. Pfeif drauf! Fasse Mut! Es ist ja eine Schande!«
Er hat das Ganze recht hübsch dargelegt, dachte Raskol-nikow.
»Darauf pfeifen? Und morgen gibt es ein neues Verhör!« erwiderte er bitter. »Muß ich mich denn wirklich diesen Leu-ten gegenüber auf Erklärungen einlassen? Es ärgert mich ohne-dies schon, daß ich mich gestern in dem Gasthaus so weit erniedrigt habe, mit Sametow zu sprechen ...«
»Zum Teufel! Ich will selber zu Porfirij gehen und ihn mir vorknöpfen, auf verwandtschaftliche Art; mag er mir alles haarklein auseinandersetzen! Und was Sametow be-trifft ...«
Endlich kommt er drauf! dachte Raskolnikow.
»Halt!« schrie Rasumichin und packte ihn plötzlich an der Schulter. »Halt! Du hast nicht recht! Ich habe es mir über-legt. Du hast nicht recht! Wieso war das denn eine Falle? Du sagst, die Frage nach den Malern sei eine Falle gewesen. Denk nach: wenn du das wirklich getan hättest, hättest du dich dann so verraten können? Hättest du zugegeben, du habest gesehen, wie in der Wohnung gemalt wurde ... und auch die Arbeiter bemerkt? Im Gegenteil: nichts hättest du gesehen, selbst wenn du es gesehen hättest! Wer wird denn gegen sich selbst aussagen?«
»Wenn ich jene Tat begangen hätte, hätte ich unbedingt gesagt, ich hätte die Arbeiter in der Wohnung gesehen«, ant-wortete Raskolnikow wider Willen und offensichtlich ange-ekelt.
»Aber weshalb solltest du gegen dich selbst aussagen?«
»Deshalb, weil nur Bauern oder ganz unerfahrene Neulinge, wenn sie verhört werden, im voraus und auf alles nein ant-worten! Ein halbwegs gebildeter, erfahrener Mann bemüht sich auf jeden Fall, nach Möglichkeit alle äußeren, unbestreit-baren Tatsachen zuzugeben – nur sucht er ihnen andere Ur-sachen unterzuschieben. Er fügt aus eigenem eine besondere, unerwartete Kleinigkeit hinzu, die den Fakten eine völlig andere Bedeutung gibt und sie in einem neuen Licht zeigt. Porfirij konnte gerade damit rechnen, daß ich gewiß so