war ganz rot geworden, und Katerina Iwanowna brach plötz-lich in Tränen aus und bemerkte von sich selber, sie sei »eine dumme Gans mit schwachen Nerven« und am Ende ihrer Kräfte; es sei Zeit, Schluß zu machen und, da der Imbiß schon eingenommen sei, den Tee aufzutragen. Im selben Augenblick unternahm Amalja Iwanowna, die nunmehr end-gültig beleidigt war, weil sie an dem ganzen Gespräch nicht hatte teilnehmen können und weil man ihr überhaupt nicht zuhörte, plötzlich einen letzten Versuch und riskierte es, in-dem sie ihren Ärger hinunterschluckte, zu Katerina Iwanowna eine außerordentlich sachliche und tiefsinnige Bemerkung zu machen: sie müsse in ihrem zukünftigen Pensionat der sau-beren Wäsche der Mädchen besondere Aufmerksamkeit schenken; es sei unbedingt eine tüchtige Dame nötig, die auf die Wäsche aufpasse; und sodann dürften die jungen Mäd-chen in der Nacht nicht heimlich Romane lesen. Katerina Iwanowna, die wirklich verstört und überaus müde war und der diese ganze Feier schon allzusehr auf die Nerven fiel, schnitt Amalja Iwanowna sogleich das Wort ab und fuhr sie an, sie »rede Unsinn« und habe keine Ahnung von diesen Din-gen; für die Wäsche habe die Beschließerin zu sorgen, nicht aber die Vorsteherin eines vornehmen Pensionats, und was das Lesen von Romanen anbelange, so sei ihre Bemerkung schlechthin unanständig, und sie, Katerina Iwanowna, bitte sie, den Mund zu halten. Amalja Iwanowna wurde rot und bemerkte zornig, daß sie es nur gut gemeint habe, sehr gut sogar, daß man ihr aber für die Wohnung schon lange nichts mehr gezahlt habe. Katerina Iwanowna verwies sie sogleich auf den ihr gebührenden Platz und sagte, sie lüge, wenn sie behaupte, sie meine es gut; erst gestern, als der Verstorbene noch auf dem Tisch gelegen habe, habe sie sie wegen der Miete gequält. Darauf entgegnete Amalja Iwanowna höchst folge-richtig, sie habe die beiden Damen ja eingeladen, aber diese Damen seien nicht gekommen, weil sie vornehme Damen seien und deshalb unvornehme Damen nicht besuchen könnten. Katerina Iwanowna betonte sogleich, da sie, die Hauswir-tin, eine Mistschlampe sei, könne sie nicht beurteilen, worin wahre Vornehmheit bestehe. Amalja Iwanowna ließ diesen