noch nicht einmal ein Opfer für mich! Ich sehe das als eine Arbeit an, die der Gesellschaft höchst nützlich ist, als eine achtenswerte Beschäftigung, die soviel wert ist wie jede andere und weit höher steht als zum Beispiel die Tätigkeit irgend-eines Raffael oder Puschkin, weil sie größeren Nutzen bringt.«
»Und vor allem ist sie edler, edler ... hehehe!«
»Was heißt ,edler'? Ich verstehe solche Ausdrücke nicht, wenn es sich darum handelt, die menschliche Arbeit zu defi-nieren. ,Edler', großherziger' – das ist doch Unsinn, das sind Albernheiten, Worte voll alter Vorurteile! Ich lehne das ab! Alles, was der Menschheit nützlich ist, ist auch edel. Ich ver-stehe nur das eine Wort: nützlich! Lachen Sie nach Herzens-lust, aber es ist so!«
Pjotr Petrowitsch lachte aus vollem Halse. Er war mit seiner Abrechnung fertig und steckte sein Geld ein. Übrigens ließ er aus irgendwelchen Gründen etwas Geld auf dem Tisch liegen. Dieses »Problem der Senkgruben« war trotz aller Albernheit schon einige Male Anlaß zu Meinungsverschieden-heiten, ja fast zum Bruch zwischen Pjotr Petrowitsch und seinem jungen Freund gewesen. Dumm war nur, daß Andrej Semjonowitsch wirklich zornig wurde. Luschin fand das stets erheiternd, und im jetzigen Augenblick wollte er Lebesjatni-kow besonders gern in Zorn bringen.
»Sie sind sicher wegen Ihres gestrigen Mißgeschicks so böse, und deshalb suchen Sie Streit mit mir«, platzte Lebesjatnikow schließlich heraus, obgleich er es im allgemeinen ungeachtet seiner ganzen »Unabhängigkeit« und aller »Proteste« nicht wagte, Pjotr Petrowitsch entgegenzutreten, und ihm gegen-über überhaupt noch immer die aus früheren Jahren gewohnte Ehrerbietung wahrte.
»Sagen Sie mir lieber folgendes«, unterbrach ihn Pjotr Pe-trowitsch von oben herab und verärgert, »könnten Sie .. . oder besser gesagt: sind Sie wirklich mit diesem jungen Mäd-chen so gut bekannt, daß Sie es für einen Augenblick in unser Zimmer bitten könnten? Anscheinend sind alle schon vom Friedhof zurück ... ich höre Leute gehen. Ich möchte sie nämlich sprechen.«
»Wozu denn?« fragte Lebesjatnikow verwundert.