werden ihn zur Raserei bringen, und er zeigt sich selber an. Sie müssen wissen, daß man schon hinter ihm her ist, daß man ihm auf der Spur ist. Sie können ihn höchstens verraten. Warten Sie: ich habe ihn eben erst gesehen und gesprochen; wir können ihn noch retten. Warten Sie, setzen Sie sich, wir wollen gemeinsam überlegen. Ich habe Sie ja deshalb gerufen, damit wir unter vier Augen gründlich über diese Sache sprechen und nachdenken können. So setzen Sie sich doch!«

»Wie wollen Sie ihn retten? Kann man ihn denn noch retten?«

Dunja nahm wieder Platz, Swidrigailow setzte sich neben sie.

»Das alles hängt von Ihnen ab, von Ihnen, von Ihnen allein«, erwiderte er mit funkelnden Augen, beinahe flü-sternd, wobei er sich verhaspelte und vor Erregung zu stot-tern begann.

Dunja war erschrocken von ihm weggerückt. Er zitterte am ganzen Körper.

»Sie ... ein einziges Wort von Ihnen, und er ist gerettet! Ich ... ich werde ihn retten. Ich habe Geld und Freunde. Ich will ihn sofort außer Landes schaffen; persönlich werde ich ihm einen Paß besorgen, zwei Pässe, einen für ihn, den andern für mich. Ich habe Freunde; ich kenne tüchtige Leute ... Wol-len Sie? Ich werde noch einen dritten Paß für Sie beschaf-fen ... für Ihre Mutter ... Wozu brauchen Sie Rasumichin? Ich liebe Sie so sehr ... Ich liebe Sie maßlos. Lassen Sie mich den Saum Ihres Kleides küssen, nur den Saum Ihres Kleides! Lassen Sie mich ihn küssen! Ich kann nicht mehr mit an-hören, wie Ihr Kleid raschelt. Sagen Sie zu mir: ,Tu dies und das', und ich werde es tun. Ich werde das Unmögliche fer-tigbringen. Woran Sie glauben, daran will auch ich glauben. Ich will alles tun, alles! Sehen Sie mich nicht so an, sehen Sie mich nicht so an! Wissen Sie denn, daß Sie mich damit töten?«

Er sprach wie im Fieber. Es war, als hätte er plötzlich einen Schlag auf den Kopf bekommen. Dunja sprang auf und stürzte zur Tür.

»Aufmachen! Aufmachen!« schrie sie, um jemanden herbei-

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