eingeprägt; und er konnte nie verstehen, wie er soviel List aufgebracht hatte, um so weniger, als sich sein Verstand immer wieder trübte und er seinen eigenen Körper fast nicht mehr fühlte ... Einen Augenblick später hörte er, wie der Riegel zurückgeschoben wurde.
So wie damals öffnete sich die Tür nur einen winzigen Spalt, und wieder starrten ihn aus dem Dunkel zwei scharfe, argwöhnische Augen an. Da verlor Raskolnikow den Kopf und beging beinahe einen großen Fehler.
Da er fürchtete, die alte Frau werde erschrecken, weil sie allein war, und daß sein Anblick sie kaum beruhigen werde, griff er nach der Tür und riß sie auf, damit die Alte nicht auf den Gedanken käme, sich wieder einzuschließen. Als sie das sah, zog sie die Tür zwar nicht zu, ließ aber auch die Klinke nicht los, so daß er die Alte beinahe mit der Tür ins Treppen-haus gezerrt hätte. Als er erkannte, daß sie quer in der Tür stand und ihn nicht hineinließ, trat er direkt auf sie zu. Sie sprang erschrocken zur Seite, wollte etwas sagen, schien es aber nicht fertigzubringen und blickte ihn nur groß an.
»Guten Abend, Aljona Iwanowna!« sagte er möglichst un-gezwungen, aber seine Stimme gehorchte ihm nicht; sie klang wie geborsten und zitterte. »Ich habe Ihnen ... die Sache ge-bracht ... aber gehen wir doch lieber hinein ... zum Licht ...«
Und ohne sich weiter um sie zu kümmern, ging er gerade-wegs, ohne ihre Aufforderung abzuwarten, in das Zimmer. Die Alte lief ihm nach; sie hatte die Sprache wiedergefunden.
»Du lieber Gott! Was wollen Sie? ... Wer sind Sie denn? Was wollen Sie?«
»Aber ich bitte Sie, Aljona Iwanowna ... Sie kennen mich doch ... Ich heiße Raskolnikow ... Ich habe das Pfand ge-bracht, von dem ich Ihnen neulich erzählt habe ...«
Und er reichte ihr das Pfand.
Die Alte warf einen kurzen Blick darauf, starrte aber so-gleich wieder in die Augen des ungebetenen Besuchers. Sie