jenem Haus besitzt, meldet sich im Revier, bringt ein Schmuck-etui mit goldenen Ohrringen und erzählt einen ganzen Roman dazu: ,Vorgestern, etwas nach acht Uhr abends' -der Tag und die Stunde, merkst du etwas? - ,kommt ein Arbeiter zu mir, ein Anstreicher, der auch vorher schon unter-tags ein paarmal bei mir war, er heißt Nikolaj, und zeigt mir die Schachtel hier mit den goldenen Ohrringen und den Stein-chen und bittet mich, ihm darauf zwei Rubel zu borgen. Auf meine Frage, woher er das habe, erwidert er, er habe es auf dem Gehsteig gefunden. Weitere Fragen stellte ich ihm nicht', sagte Duschkin, ,sondern ich gab ihm ein Schein-chen' - also einen Rubel -, ,weil ich glaubte, wenn ich das Zeug nicht nehme, versetzt er es bei einem andern; er versäuft es ohnedies, und da soll es lieber bei mir liegen. Wenn irgend etwas aufkommt oder ein Gerede entsteht, kann ich es noch immer melden.' Natürlich war das alles nur Ge-schwätz; er lügt wie gedruckt, ich kenne diesen Duschkin; er ist selber ein Wucherer und kauft gestohlenes Gut auf; und dieses Schmuckstück im Wert von dreißig Rubel hat er dem armen Nikolaj nicht abgelistet, um dann den Fall zu melden. Er bekam einfach Angst. Nun ja, zum Teufel mit ihm, hör also, was er weiter sagte: ,Und diesen Bauern Nikolaj De-mentjew kenne ich seit meiner Kindheit; er kommt aus dem gleichen Kreis unseres Gouvernements wie ich, aus Sarajsk, wir sind beide Rjasaner. Nikolaj ist zwar kein Säufer, aber er trinkt; und mir war bekannt, daß er in ebendiesem Haus gemeinsam mit Dmitrij arbeitete und die Zimmer ausmalte ... auch Dmitrij ist aus derselben Gegend. Er bekam also einen Rubel, ließ ihn gleich wechseln, trank hintereinander zwei Gläschen, steckte das Wechselgeld ein und ging weg; Dmitrij aber war nicht bei ihm. Und am nächsten Tag hörten wir, daß Aljona Iwanowna und ihre Schwester Lisaweta Iwanow-na mit dem Beil erschlagen worden waren. Ich kannte die beiden Frauen, und da kamen mir Zweifel wegen der Ohr-ringe - denn mir war bekannt, daß die Gottselige Wertsachen belieh. Da ging ich hinüber in ihr Haus und hielt vorsichtig und behutsam Umschau, und zuallererst fragte ich: >Ist Nikolaj hier?< Da erzählte mir Dmitrij, daß Nikolaj die Nacht

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